Aufgrund meiner Selbstverbannung aus dem Schlafzimmer ist meine Nacht beinahe erholsam. Die Male, die ich im Schlaf gegen irgendeinen Gegenstand rammele, kann ich verkraften und so komme ich meinem Auftrag nach, meine beiden Frauen um 08:10 Uhr zu wecken. Als ich also rüber schleiche und die Tür öffne, ist sofort Bewegung auf der von mir rechten Seite des Bettes. Ich öffne die Verdunklungen, Zoey schaut mich an und lächelt. Dann beginnt sie, auf Reńćka herumzukrabbeln. Sie verharrte bis zu meinem Erscheinen in den Startlöchern. Ich lege mich noch einen Moment mit hin und höre mir den nächtlichen Bericht an. Da Madame inzwischen so kalte Hände und Füße hat, schnappe ich sie mir und decke sie zu. Als ich dann noch damit beginne, ihr den Rücken zu kraulen, sind alle Fluchtgedanken verflogen. Unser Baby kann also auch mal genießen. Angenehmer Nebeneffekt sind dann warme Hände und Füße. Wir können also aufstehen.
Während Reńćka das Frühstück vorbereitet, machen wir noch eine kurze Wohnungsbegehung. Zoey ist besonders über die beschlagenen und feuchten Fensterscheiben erfreut und patscht auf dem nassen Glas herum. Auf einmal wird sie unruhig und ängstlich. Wir müssen in die Küche und schauen. Dort erfolgt die Zubereitung eines Erdbeer-Bananen-Smoothies und das macht Krach. Wir ziehen uns ins Wohnzimmer zurück, wo ich der Prinzessin die neu vorbereitete Schublade zeige. Nach dem Morgenbrei bereiten wir die Maus für die Fahrt zum Babykrabbeln vor. Da sie bereits beim Spielen müde ist, dauert es auch im Kinderwagen nicht lange und sie schläft. Während die Mädels unterwegs sind, beginne ich damit, die Überbleibsel von Weihnachten zu entfernen und widme mich der Hausarbeit.
Beim Babykrabbeln wird heute gepicknickt. Probiert werden können Gurke, Nudeln, Brokkoli, Banane, Himbeere, Natur-Joghurt und Erbsen. Unsere Tochter bevorzugt die Gurken und Brokkoli. Die Himbeere wird zwar gekaut, aber ausgespuckt. Ansonsten zeigt sie allen, wie schön sie inzwischen stehen kann. Sogar beim abschließenden Bad im Eimer will sie nicht mehr sitzen sondern stehen. Die heutige Veranstaltung bringt aber auch einen Disput mit sich. Im Gerangel um einen Korb voller Tischtennisbälle wird unser Baby erst zur Seite gedrängelt und dann an den Haaren gezogen, was ein paar Tränen zur Folge hat.



Ich hole meine beiden Schätze gegen 13:00 Uhr ab. Im Anschluss fahren wir noch kurz einkaufen. Im Einkaufswagen kann sich Zoey kaum noch aufrecht halten, aber sie hält tapfer bis zu Hause durch ohne einzuschlafen. Zoey wacht leider zu früh vom Mittagsschlaf auf. Und die fehlenden zwanzig Minuten merkt man ihr auch deutlich an. Desweiteren sucht Sie Reńćkas Nähe und kuschelt sich bei Mama ein.
Gegen 17:00 Uhr begeben wir uns auf die Abendrunde. Wir machen noch kurz Station bei unserer Nachbarin und als ich unten mit dem Kinderwagen warte, höre ich bereits das Gemecker. Zoey will den Schlüssel nicht hergeben und ist mit dem Entzug erst Recht nicht einverstanden. Der Leidtragende bin ich, weil ich mir das Nörgeln noch die nächste Dreiviertelstunde anhören muss. Erst nachdem wir aus der Apotheke raus sind, in welcher wir den ersten Nasensauger zurückgeben, ist Ruhe und sie schläft ein. Um 18:30 Uhr sind wir wieder zurück und Zoey kann endlich wieder toben, krabbeln und sich ÜBERALL hochziehen.
Das Abendessen ist auch heute eine Herausforderung. Zoey ist es wichtig, dass beide Eltern anwesend sind. Aber sie isst ihren Brei fast auf, bevor sie anfängt ihn auszuspucken. Vermutlich kommt ihr auch ein wenig das große Geschäft in die Quere, was im Nachgang auf direktem Weg in die Wanne führt. Da Reńćka eine fiese Kopfschmerzattacke hat, versuchen wir, dass beide Frauen heute schon um 20:40 Uhr ins Bett gehen, was wiederum bei unserer Tochter nur wenig Anklang findet und den Einschlafprozess um eine mehr als eine Stunde verzögert. Ich bin im Laufe des Abends noch einige Male im Schlafzimmer und versuche Zoey zu beruhigen.