Die Nacht ist wesentlich ruhiger für alle Beteiligten und so schläft Reńćka heute Morgen noch. Ich drängele sie auf dem Bett heraus und lege mich neben Zoey. Diese läuft inzwischen im unruhigen Aufwachmodus und öffnet kurz nach sieben Uhr die Augen.
Die morgendliche Routine verläuft heute schneller und zielstrebiger. Inzwischen weiß jeder, was zu tun ist, um pünktlich loszukommen. Wir kommen pünktlich an der Schule und machen uns, nachdem wir Reńćka verabschiedet haben, auf den Weg zu unserem Aufenthaltsort auf dem Friedhof.
Da ich zu aufgeregt bin, aktiv mit der Prinzessin zu spielen, füttere ich sie erst, anschließend kommt sie meinen Schlüsselbund zum Spielen. Das Thermometer zeigt bereits jetzt 28 Grad. Wir drücken die Daumen, also ich tue dies und Zoey versucht mich damit zu ärgern, dass sie sich die Schlüssel in den Mund steckt.
Dann geht’s zurück zur Schule und in die Sonne. Zoey ist gut drauf und so können wir in Ruhe warten. Irgendwann kommt die Protagonistin des heutigen Tages. Es ist vollbracht! Auch die letzte Prüfung ist bestanden. Ich bin so erleichtert, stolz, froh und weine ein paar Tränen des Glücks. Reńćka hat es wirklich geschafft. Sie hat sich dem deutschen Regelwahn und der sprachlichen Herausforderung gestellt und ist nun eine staatliche anerkannte Erzieherin!
Von ihr ist der Druck noch nicht gewichen, aber das wird bald kommen. Sie hat es sich verdient!!!
Wir sind kurz nach zehn Uhr wieder zu Hause. Ich flitze sogleich rüber zur Arbeit, mache noch einen Zwischenstopp, um meinem Team in der Hitze ein Eis während der Besprechung zu kredenzen und bin bester Laune. Ein neuer Abschnitt im Leben ist angebrochen. Nun heißt es Wunden lecken, Kraft stammeln und neue Ziele definieren.
Meine beiden Lieblingsmenschen bleiben heute Vormittag aufgrund der Hitze daheim. Zoey zieht auf die Loggia ins Planschbecken um und ist selig. Meine bestellten Schuhe kommen heute an. Neugierig wie meine Frauen sind, werden diese noch ohne mich ausgepackt. Malutka nutzt die leeren Kartons als Spielzeug.
Der Vormittag ist für den Schlafmuffel so ermüdend, dass sie noch weit vor ihrer Zeit die Müdigkeit übermannt. Bereits um 12:30 Uhr liegt Malutka tief und fest schlafend im Bett. Nach zweieinhalb Stunden versucht sie Reńćka zu wecken; ohne Erfolg. Ein Anruf bei mir soll nun dabei helfen. Leider bin ich gerade im Gespräch und kann nicht rangehen.
Nach drei Stunden gelingt es dann doch, sich aufzuwecken. Ich komme um 16:35 Uhr zu Hause und bin knülle von der Hitze dort draußen. Das Thermometer kennt seit Stunden leider nur eine Richtung und diese gefällt mir so gar nicht.
Zur Feier des Tages wird heute Essen bestellt; es gibt indisch.
Gegen 17:30 Uhr brechen wir noch einmal kurz zum Einkaufen auf. Dabei legen wir einen kurzen Zwischenhalt im Sandkasten des Spielplatzes ein. Auf dem Rückweg nutzt Zoey den Kinderwagen wieder als Gehilfe und erklimmt daheim alle vier Etagen alleine.
Nach unserem Abendessen geht Zoey ins Planschbecken. Ich leiste ihr unauffällig Gesellschaft und habe auch meine Füße im Wasser. Es ist entspannend. Die Stimmung kippt aber, als Zoey das Bassin verlassen soll. Es gibt lautstarken Protest, der erst abebbt, als sie sieht, dass kein Wasser mehr vorhanden ist und das Bassin trocknet.
Wir schauen dann Fernsehen und telefonieren mit Oma Hihi. Abends gibt es noch den Brei, bei welchem Malutka auch selbst zum Löffel greift. Es ist zwar noch nicht sonderlich produktiv, aber sie hat ein gutes Gefühl dabei. Kurz nach neun Uhr ist der Schlafmuffel im Bett und schläft zeitnah ein. Auch an ihr ist der Stress der letzen Wochen und Monate nicht vorbeigegangen.