Es ist kurz vor acht. Ich bin zum wiederholten Male wach, nun aber so richtig. Auch Zoey nebenan regt sich schon und so kann ich die beiden Frauen endgültig aufwecken. Reńćka hat nicht gut geschlafen. Und es geht ihr auch nicht besser.
Die erste Herausforderung besteht darin, das Kind von der Brust fernzuhalten. Reńćka hat gegen ihre Erkrankung Medikamente genommen und möchte nicht stillen. Es klappt. Zoey widmet sich nachdem sie die Bücher durchgeschaut hat der Fernbedienung und stellt die Wiederholung von GZSZ ein. Neben vielen schönen Anziehsachen war auch ein Holzpuzzle in Edytas Tüte. Dieses macht Geräusche, wenn man die Teile richtig einsortiert. Es funktioniert aber auch, wenn man sich einfach nur raufstellt und das sogar noch viel besser.
Als Reńćka dann endlich im Bad fertig ist, können wir zum Frühstück. Zoey ist bereits oben mit dem Morgenbrei versorgt worden und so biegt sie gleich in Richtung Spielzimmer ab. Der Rest der Familie frühstückt. So richtig entspannend ist dies nicht, weil das kleine Kind immer wieder neue Ideen entwickelt, um Quatsch zu machen. Vieles läuft auch durch Nachahmung.
Wir holen sie kurz nur fur eine Portion Trinkjoghurt heraus. Dann passt bei mir leider nichts mehr von dem leckeren Essen hinein und wir gehen wieder nach oben.
Gegen kurz nach elf starten wir in Richtung Strand. Zoey widmet sich auf dem Weg dorthin intensiv allen Pfützen. Für die Ostsee hat sie dann aber kein Auge übrig. Auch das Steine sammeln, erfolgt nur unter Anleitung. Wir bringen heute unseren Drachen in die Luft und dies auch beinahe ohne Probleme. Auch dies interessiert Malutka nicht. Sie läuft die Treppen hoch und runter. Heute gibt es Gofr und eine Kugel Eis gegen Reńćkas Halsschmerzen. Zoey gibt dann erst Ruhe, als sie Eiswaffel bekommt.
Wir fahren alsbald zur Unterkunft zurück, da es inzwischen schon 13:00 Uhr ist. Die Prinzessin zieht sich immer wieder die Mütze vom Kopf, bis ihr Reńćka den Sonnenhut aufsetzt. Um 13:15 Uhr gibt es Mittagessen und um zwanzig vor zwei ist die Maus für den Mittagsschlaf im Bett. Nun haben auch die alten Eltern etwas Pause. Malutka kann sich derweil auf ihre innere Uhr verlassen und ist kurz nach drei wieder wach.
Wir telefonieren mit Babcia, Zoey bekommt etwas Obst und dann starten wir in Richtung Hallenbad, welches bei uns im Haus untergebracht ist. Wir anfangs fast und dann später ganz allein. Die Prinzessin ist mutig und versucht sogar schon selbständig zu schwimmen. Immer wieder springt sie vom Rad in die Arme von Mama oder Papa. Zum Abschluss genießen wir noch ein Bad im Whirlpool. K
urz nach fünf verlassen wir das Bad wieder, um eine halbe Stunde später beim Abendessen zu sitzen. Es gibt eine reichhaltige Auswahl und auch Zoey unterbricht für etwas Kartoffelbrei mit Gemüse ihren Aufenthalt im Spielzimmer. Während wir in Ruhe Essen können, kümmert sich unter anderem auch eine ältere Dame rührend um unsere Tochter. Wir kommen anschließend noch ins Gespräch. Leider stammt sie nicht aus Berlin und so können wir sie nicht als Patenoma gewinnen. Ich habe mit leider völlig überfressen, lasse aber Reńćka noch lobende Worte an die Küche ausrichten; ein Feedback, welches den Damen dort sichtlich gut tut.
Zur Verdauung gehen wir noch – bis es richtig dunkel wird – auf den Spielplatz. Schon zu Beginn unseres anschließenden Fernsehabends kann Malutka nicht mehr. Sie ist so müde, dass sie von sich aus den Abendbrei einfordert. Aufessen tut sie ihn aber nicht. Um 20:30 Uhr liegt der Schlafmuffel im Bett. Allerdings hat sie noch so viel zu erzählen, dass es die übliche Dreiviertelstunde beansprucht, um endlich einzuschlafen.