Der Tag beginnt um 08:00 Uhr. Zoey schläft einigermaßen gut, Reńćka hingegen liegt die halbe Nacht lang wach. Heute ist unser Jahrestag. Fünf Jahre Höhen und Tiefen haben uns zusammengeschweißt und auch dieses wunderbare Kind gebracht. Dafür gibt es heute fünf tiefrote Rosen. Wir verwöhnen uns dann gegenseitig mit Kaffee und Kakao.
Auch ein opulentes Frühstück darf natürlich heute nicht fehlen. Und so ergibt es sich, dass Zoey heute erstmals am Rührei partizipiert. Dann geht es endlich nach draußen. Es ist inzwischen kurz vor elf. Malutka hat sich für die gewünschte Bekleidung entschieden und ist heute friedlich.
Wir sind mit dem Laufrad unterwegs. Sonderlich weit kommen wir allerdings nicht. Auf Höhe der ehemaligen Poliklinik befinden sich leichte Abfahrten, die natürlich bestens für Zoeys Laufrad geeignet sind. Zwanzig Minuten düst sie hoch und runter. Dann laufen wir weiter und telefonieren mit Babcia. Unterwegs vermisst Malutka noch ausgiebig alle Pfützen. Zum Glück hat der Sonnenschein des Vormittags nicht mehr so viele davon übrig gelassen. Für die letzten Meter des Heimwegs zieht sie in den Kinderwagen um.
Gegen 12:00 Uhr sind wir wieder daheim. Vom Mittagessen schafft sie heute nur die Hälfte, so dass es eine halbe Stunde später für den Mittagsschlaf ins Bett geht. Ich verabschiede mich in Richtung Fußball.
Zoey erwacht um 14:20 Uhr selbständig. Nach dem Aufwachen gibt es einen kleinen Obstsnack und dann geht es draußen. Die beiden Frauen drehen eine große Runde mit Laufrad und Kinderwagen. Als sie dann auf dem Spielplatz ankommen, bin auch ich wieder daheim. Zoey unterhält sich mit einem anderen Mädchen und anschließend düsen die Beiden mit dem Laufrad umher. Nina ist schon etwas größer, aber Zoey schneller. Da wir den verkaufsoffnen Sonntag noch für den Erwerb eines Stückchen Kuchens nutzen wollen, müssen wir die Wettfahrt unterbrechen.
Dies führt zu Protesten unserer Tochter; lautstark und ausdauernd. Erst im Laden beruhigt sie sich. Eine unserer beiden Lieblingskassiererinnen stellt heute fest, dass Malutka ganz nach ihrem Papa kommt. Mein Tag ist gerettet. Inzwischen ist es draußen dunkel und wir laufen nach Hause. Nachdem wir wieder oben sind, gibt es ein Stückchen Kuchen, der allerdings mehr als dürftig schmeckt. Selbst Zoey bekommt nur wenig davon runter.
Anschließend schaue ich in den Schrank, in welchem Dinge lauern, die noch bei eBay verkauft werden sollen. Mein Fehler ist, dass ich alles herausräume und damit Zoeys Aufmerksamkeit wecke. Sie findet eh an allem Gefallen und räumt eifrig mit. Es macht mich traurig, dass Dinge – gerade Bücher und DVDs – so rapide an Wert verlieren. Unterbewusst beschäftigt es mich noch eine Weile, dass aus meinen Schätzen von früher inzwischen nur noch wertloser Schrott geblieben ist.
Dann gibt es Abendessen. Anschließend wird Quatsch gemacht. Der Fernseher bleibt heute aus. Dafür drehen wir eine große Runde in der Badewanne, nach welcher das gesamte Bad nass ist. Ich nutze das Wasser ebenfalls für einen kurzen Aufenthalt. Die Prinzessin wird allmählich quenglig. Den Abendbrei verweigert sie völlig und so bleibt nur noch der Weg ins Bett. Dieser wird begleitet von Rufen nach ihrer Tagesmutter und Hund Amy. Um 20:10 Uhr liegt der Schlafmuffel heute im Bett. Dort rührt sich nichts mehr, aber es wird erzählt und erzählt.