Die Nacht ist dann wie so oft eher unruhig. Als ich morgens ins Schlafzimmer komme, schlafen beide Frauen noch, allerdings in einer eigenartigen Formation. Malutka ist in der Nacht über Reńćka hinweg auf die andere Bettseite geklettert. Sie wird gleich wach, als ich am Bett stehe.

Die Beiden verabschieden mich noch und müssen sich auch schnell fertig machen. Es ist Dienstag und der Besuch in der Musikschule steht bevor. Dort ist alles wie immer. Die Kinder der anderen Tagesmütter bekommen zum Abschluss Äpfel. Pani Jola ist aufgrund einer Erfahrung in der Vergangenheit kein Verfechter von Apfelstückchen, so dass Zoey unter lautstarken „Apple, Apple“ – Rufen von den anderen Kindern partizipiert.

Im Laufe des Vormittags ruft mich Reńćka an. Sie hat die Zusage bekommen und kann anfangen zu arbeiten. Ich bin sehr stolz auf meine Frau. Sie hat sich den Job gesichert und sich für die Arbeit und die Entbehrungen der letzten Jahre belohnt. Ab Dezember geht es los und dann heißt es, von Dienstag bis Freitag arbeiten. Dies wird auch für unsere Planung mit Zoey eine völlig neue Koordination erforderlich machen. So gibt es auch für mich endlich keine Ausflüchte mehr, hier so ewig auf Arbeit zu sitzen.

Als Reńćka Zoey von ihrer Tagesmutter abholt, sind die drei Kinder bereits im Hausflur und warten darauf, nach unten zu gehen. Meine beiden Frauen machen sich aber auf den Heimweg. Nachmittags herrscht helle Aufregung vor. Auf ihrer Nachmittagsrunde hat Zoey einen Igel gefunden. Eigentlich möchte sie ihn gerne anfassen, bekommt aber von ihrer Mutter die Order, dies zu unterlassen.

Nach der Arbeit geht es auf die Rettungsmission für den Igel namens Rysiek. Eine erste Recherche hat ergeben, dass es Notunterkünfte für die kleinen Racker gibt. Die Mädels kommen mit runter. Zunächst finden wir den kleinen Winterschläfer nicht wieder. Als wir eigentlich schon wieder umdrehen wollen, sehe ich etwas durchs Laub rascheln. Da ist er. Eine zweite, kurze Recherche ergibt, dass es durchaus nicht unüblich ist, wenn die Igel jetzt noch unterwegs sind. Wir sammeln ihn trotzdem ein und suchen ihm ein sicheres Plätzchen vor unserem Fenster. Zoey ist begeistert und verfolgt akribisch das Geschehen. Wir werden morgen wieder nach ihm schauen und prüfen, wie er sich eingelebt hat.

Anschließend laufen wir nach Hause zurück. Reńćka bereitet das Abendessen vor. Zoey und ich schauen Bücher an. Dann wird gegessen und der Tag ausgewertet. Es ist immer wieder erstaunlich, dass Malutka alles so wie wir machen möchte. So trinkt sie heute wieder aus dem Glas, klaut mir irgendwann den Löffel aus der Hand, um final alles aufzuessen. Es folgt ein ruhiger Fernsehabend. Ich lade noch ein paar Videos hoch und habe dabei Zoeys ungeteilte Aufmerksamkeit. Es ist zu verlockend für sie, auf der Tastatur herumzudrücken.

Das Füttern des Abendbreis funktioniert ohne Probleme. Anschließend geht es gleich ins Bett. Es ist heute 20:25 Uhr. Wir folgen Pani Jolas Empfehlung, dass der Schlafmuffel heute von Reńćka ins Bett gebracht wird.

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