Um acht Uhr ist die Nacht vorbei. Irgendwie hätte ich gerne noch weiter geschlafen, aber die beiden Frauen, die an meiner Matratze stehen, sind dagegen. Seit 07:20 Uhr ist Malutka wach, also hatte ich sogar noch eine Schonfrist.
Zoey inspiziert dann meinen Matratzen-Bereich und erfreut sich an den Geräuschen, die der Deckenfluter macht, wenn an ihm schüttelt und wackelt. Nach dem morgendlichen Brei kann ich Reńćka für einen Besuch beim Fußball gewinnen.
Also gibt es heute eine kombinierte Morgenrunde mit Frühstück. Als wir ankommen, läuft das Spiel schon ein paar Minuten, aber man kann bereits von der Straße aus schauen, was uns nicht in Hektik verfallen lässt. Ein paar andere Menschen sind auch da und so braucht Zoey zunächst zwanzig Minuten, um sich zu akklimatisieren. Dann tapst sie los und erkundet die Gegend. Ich begleite sie unauffällig auf ihren immer ausgeweiteteren Runden. Reńćka hat heute Morgen weitgehend Freizeit, kann chillen und ihre Krankheit auskurieren.
In der Halbzeit ist Malutka der Star. Die Heimmannschaft ist draußen geblieben und führt die Besprechung auf dem Rasen durch. Und unsere Tochter läuft mittenmang, erntet dafür aber nur liebevolle und wohlwollende Blicke und Worte. Wir schaffen es heute, bis zum Schlusspfiff zu bleiben. Nach dem Spiel helfen wir noch ein wenig mit beim Aufräumen; na ja, wir bringen dem Platzwart die eine Eckfahne mit.
Im Anschluss ruft Opa Rolf an und begleitet uns bis zum Auto. Dann geht’s nach Hause. Während der zehnminütigen Heimfahrt hat Zoey sehr zu kämpfen, irgendwie wach zu bleiben. Nur mit Reńćkas Unterstützung gelingt dies. Zu Hause angekommen gibt es ihr Mittagessen, welches allerdings nicht so viel Anklang findet.
Beim Windelwechsel danach kann sie nur noch kaum die Augen offenhalten. Drei Minuten später hat sie aber wieder so viel Kraft, um mir, bis ich aufgebe, die Ohren vollzuschreien, womit das Vorhaben „Mittagsschlaf mit Papa“ auch heute wieder gescheitert ist. Ich verlasse traurig das Schlafzimmer.
Nach zweieinhalb Stunden wecken wir die Zwergin auf. Ich bin noch in der Küche zu Gange, während sich Zoey den Fernseher anmacht. Mein Wunsch für heute Nachmittag ist, dass wir eine kurze Radtour machen. Dafür muss ich noch Reńćkas Fahrrad zu Ende umbauen und den Kindersitz anbringen.
Nach einer Stunde kommen die Mädels kurz zu Besuch. Es passt hinten und vorne nicht. Auch nach zwei Stunden Rungefummele klappt es nicht. Zoey und Reńćka sind inzwischen wieder vom Spielplatz zurück. Ich bin sauer und irgendwie auch ausgepowert. So eine blödsinnige Konstruktion.
Oben wird mir dann empfohlen, nicht alles zu verbissen zu sehen. Ich denke mir so, dass ein einfaches Dankeschön auch gereicht hätte. Nun muss ich mir was anderes überlegen.
Nach dem Abendessen ruft Oma Hihi an. Sie hat ab heute Enkel Max zu Besuch. Wir gönnen uns im Anschluss eine weitere Folge Jerks, dann verschwindet Reńćka für eine Dusche und ich versuche, Zoey noch den Abendbrei schmackhaft zu machen. Sie zeigt nur mäßig Interesse daran und bis auch ein paar Löffel mag sie nichts weiter essen.
Als ich sie dann für die Nacht umziehe, ist sie sehr darauf bedacht, den Kontakt zu Reńćka nicht zu verlieren; immerhin will sie die Erfahrung vom Mittagsschlaf nicht nochmal machen.
Um 21:10 Uhr liegt die an Mamas Brust und eine halbe Stunde später ist der Schlafmuffel eingeschlafen. Reńćka geht es leider noch immer nicht besser und so nötige ich sie, doch endlich schlafen zu gehen. Wir haben den zweiten Tag ohne nennenswerten Streit geschafft.