Um neun Uhr weckt mich heute meine liebe Frau. Zoey ist der Wohnung zugange und nimmt während eines kurzen Abstechers an meiner Matratze keinerlei Notiz von mir.
Ich besorge beim Bäcker noch ein paar Brötchen fürs Frühstück und dann können wir schlemmen. Malutka zeigt heute gesteigertes Interesse am Frischkäse. Immer wieder leckt sie ihr Brötchen sauber und fordert mehr. Dann pellt sie ihr erstes Ei ab. Ohne Interesse am Verzehr zu zeigen, zieht sie in konzentrierter Kleinarbeit die Schale vom Ei. Wir sind beeindruckt.
Dann machen wir uns für den Tag fertig. Die musikalische Früherziehung in Mamas Bauch hat sich gelohnt. Als wir heute ein paar Stücke aus der 101 von Depeche Mode hören, ist Malutka bester Laune, tanzt und klatscht mit.
Um 11:15 Uhr kommen wir endlich los. Wir fahren mit Fahrrad zum Kinderfest an der Laube. Dort hat man sich viel Mühe gemacht, Stände und Aktionsbereiche aufgebaut. Die Veranstaltung ist gut besucht. Es gibt sogar Zuckerwatte. Ich hasse dieses Zeug, springe aber über meinen Schatten und kaufe Zoey eine Portion in der Geschmacksrichtung Himbeere. So richtig etwas damit anzufangen weiß sie nicht, aber mit Mamas Unterstützung klappt der Verzehr dann ohne Probleme. Zoey konzentriert sich vor allem aufs Rutschen.
Vor dem Kinderschminken fürchtet sie sich und so gibt es kein Herz auf die Wange. Wir schauen uns noch den Hindernisparcours vor den Garagen an. Dieser ist mit zahlreichen Bällen versehen, was Zoey auf den Plan ruft. Sie unterhält dort wie üblich alle Anwesenden. Als besonderes Highlight gibt es heute Spaghetti mit Tomatensauce. Und auch unsere Prinzessin beteiligt sich am Verzehr. Wir teilen uns währenddessen ein Radler und unterstützen Zoey beim Essen.
Dann geht’s heim. Malutka schafft es sogar, auf dem Weg wach zu bleiben. Wir sind um 13:15 Uhr zu Hause und fünf Minuten später im Bett. Das Mittagessen ist ja schon erledigt und so können wir alle ein paar Minuten entspannen… so zumindest der Plan.
Zoey ist überhaupt nicht auf Schlafen eingerichtet und will durchs Bett rennen. Dies realisiert sie auch noch bis sie nicht mehr kann. Aber auch das Einschlafen will ihr dann nicht gelingen. Vielmehr legt sie sich immer wieder hin, um sich sogleich wieder aufzuspringen. Dabei brüllt und weint sie. Eine Dreiviertelstunde dauert dieses Schauspiel. Der kleine Körper rappelt sich immer wieder hoch und beginnt aufs neue zu weinen. So wie sie sich verhält, muss ihr irgendetwas wehtun. Leider werden wir es wohl nie herausfinden, aber meine Aufmerksamkeit gilt in diesem Moment ganz ihr. Auch heute ist es eine Qual, wenn man sein kleines Mädchen leiden sehen muss.
Gegen 14:30 Uhr wird es dann ruhiger. Ich verlasse das Bett und lege mich in die Badewanne. Statt Fußball gucken, gibt es Ruhe und Entspannung für den geschundenen Körper. Ich hätte allerdings auch ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn Reńćka mit unserer schreienden Tochter alleine geblieben wäre.
Zoey wacht von alleine um fünf vor vier auf. Sie hat deutlich bessere Laune und so strahlt sie uns an. Der Nachmittag ist heute vollgepackt mit Besorgungen. Wir fahren zur Apotheke, in die Drogerie und kaufen noch Lebensmittel ein. Zum Abendessen gibt es Shawarma. Während wir aufs Essen warten, erkundet Zoey die Welt. Sie kümmert sich um den Salz- und Pfefferstreuer und beißt in eine Kerze.
Wir essen auf meinem Wunsch hin zu Hause. So kann ich wenigstens die Sportschau gucken. Union verliert sang- und klanglos in Leverkusen mit 2:0. Zoey besteht währenddessen auf die frittierten Kartoffeln aus unserem Essen. Auch ein bisschen Hühnchen ist sie und zum Abschluss kaut sie noch einen Kanten vom Brot.
Reńćka hat für Zoey ein Zelt bestellt. Dieses baut sie im Wohnzimmer auf, während Malutka und ich ihre neuen Bücher anschauen. Das Zelt ist eigentlich cool, aber für unsere kleine Wohnung leider deutlich zu groß. Und so packen wir es traurig wieder zusammen. Der gefütterte Overall, den wir heute ebenfalls gekauft haben, passt hingegen besser. Zoey sieht wirklich schneidig darin aus. Sie dreht in ihrer Begeisterung gleich ein paar Runden um den Wohnzimmertisch.
Dann gibt es den Abendbrei. Bei Reńćka will sie nichts davon wissen, ich schaffe es aber, ihr fast das gesamte Schälchen zu verfüttern. Dann machen wir die Maus für die Nacht fertig. Um Punkt 21:00 Uhr liegt der Schlafmuffel im Bett. Mal sehen, ob es mit dem Schlafen klappt. In den ersten dreißig Minuten danach sieht es eher nicht so aus.
Und auch danach kommt plötzlich wieder Unruhe hinein. Mit hochrotem Kopf drängt Malutka auf weitere Beschäftigung. Während sich Reńćka dann fertig macht, schauen wir noch einmal ein Buch an. Im Anschluss verabschiedet Zoey noch jedes Plüschtier einzeln mit einem Küsschen in die Nacht und geht dann anschließend gegen 22:15 Uhr selbst schlafen.