Es ist Montag. Es ist kurz nach sechs und ich darf eigentlich noch eine Dreiviertelstunde schlafen. Leider klappt es nicht, weil sich in mir eine latente Unruhe ausbereitet. Ich stehe dann auf und mache mich fertig. Dann schaue ich noch einmal im Schlafzimmer vorbei. Reńćka ist bereits wach und auch der Schlafmuffel dreht seinen Kopf zu mir rüber. Ich lege Zoey zu Mama an die Brust, verabschiede mich aber vorher noch von meinen beiden Lieblingsmenschen.
Erst kurz vor halb acht komme ich aus dem Haus. Auf Arbeit dann werde ich bereits erwartet und allseits freundlich begrüßt. Zum Glück muss ich nicht ganz so ausschweifend erzählen, wodurch ich meine Trauer über die Beendigung der Elternzeit kaschieren kann. Reńćka schreibt mir, dass mich die Prinzessin vermisst, überall nach mir schaut und irritiert ist, dass ich nicht da bin. Nach so einer Aussage weint natürlich alles in mir und wir telefonieren kurz, damit sie mich sehen und hören kann.
Kurz bevor sich die Mädels auf den Weg machen, gelingt es Zoey, den kompletten Nachttisch im Schlafzimmer abzuräumen. Selbst die Nachttischlampe geht zu Bruch. Glücklicherweise bleibt die kleine Maus unversehrt, aber Reńćka steckt der Schock in den Gliedern. Ein pünktlicher Start gelingt dennoch. Mich erreicht dann auch zeitnah ein Video einer quietschenden Zoey, die glückselig aufgrund der S-Bahn-Fahrt ist.
Bei „Polski dla Maluchów“ ist heute alles wie immer. Mit dem Unterschied, dass der Austausch heute kaum gelingt, weil sich die Jungen der Gruppe richtig einschreien und den Dialog unterbinden. Die restlichen Babys stört dies eher weniger; sie spielen. Neben neuen Literaturhinweisen gibt es noch die Empfehlung für Bilderkarten, mit welchen man eine Geschichte kreieren kann. Kurz vor eins ist es endlich soweit und ich mache mich auf den Heimweg für eine kurze Mittagspause. Bei allen Nachteilen, die ein arbeitsnaher Wohnort hat, ist dies wirklich fantastisch. Außerdem bin ich inzwischen so müde, dass mir ein wenig frische Luft, auch wenn sie mit Massen an Regen versetzt ist, gut tun wird.
Zu Hause angekommen, sitzen meine beiden Mädels auf dem Boden und lächeln mich an. Ich schnappe mir erst einmal Zoey und knutsche sie ab. Dann gibt es Mittagessen für den Zwerg und ich darf sie füttern. Man merkt ihr zwar an, dass ihr ein paar Minuten Schlaf vom Vormittag fehlen, aber dennoch isst sie motiviert ihr Gläschen auf. Unmittelbar im Anschluss bringen wir sie für den Mittagsschlaf ins Bett. Trotz der Müdigkeit dauert es noch knappe 45 Minuten, bis die Kleine einschläft.
Ich bin wieder auf Arbeit zurück und versuche, meine Rückkehr in den Job zu realisieren.
Als ich von der Arbeit zurückkomme, ist Zoey gerade beim Birnenverzehr. Allerdings führt die sonst so erfolgreiche Taktik des hälftigen Verabreichens heute nicht zum Ziel, denn sie spuckt die angekauten Stücke immer wieder aus. Das angebotene Gläschen hingegen verzehrt sie.
Gegen 17:30 Uhr starten wir auf die Abendrunde, die wir gegen 18:45 Uhr beenden. Reńćka holt uns ab und wir quälen beide unseren müden Körper nach oben. Zoey spielt dann und schaut mit ihrer Mama Fernsehen. Man merkt ihr aber deutlich an, dass sie auch müde ist und mächtig Hunger hat. Dieser ist so groß, dass sie sogar vor ihrer eigentlichen Zeit gefüttert wird. Während Reńćka sich fertig machen, spielen wir noch etwas und ich bin wirklich angetan davon, wie zielgerichtet und sicher sie bereits greifen und die Dinge differenzieren kann. Um 20:50 Uhr liegt die Prinzessin dann einschlafbereit an Mamas Brust und ab halb zehn schläft sie im eigenen Bett.