Entweder bis drei Uhr ist die Nacht ruhig oder von drei Uhr bis morgens. Kurz nach sieben Uhr weiß unsere Tochter nicht mehr so recht etwas mit dem Thema Schlafen anzufangen. Alle Versuche, sie noch zum Weiterschlafen zu animieren, scheitern.
Und so stehen wir auch am Samstag bereits um 07:30 Uhr auf. So wird es uns vielleicht gelingen, pünktlich – um 10:00 Uhr – loszufahren. Trotz guten Puffers vergeht die Zeit viel zu schnell und nach dem Sachen packen, morgendlicher Hygiene und dem Frühstück ist es bereit 10:15 Uhr. Gerade als wir losfahren wollen, klingelt das Telefon und Opa Rolf ruft an. Zoey ist da schon nicht aufnahmefähig und guckt eigentlich die ganze Zeit verständnislos. So dauert es nicht lange, bis sie einschläft und schnarcht wie eine Bärin.
Die Hinfahrt verläuft unauffällig und ohne Störung. Unser erstes Ziel ist Stargard. Um 13:00 Uhr wollen wir zum Fußball und wir sind heute rechtzeitig da. Leider habe ich die Hopper-Regel Nummer 1 missachtet und nicht nochmal nachgeprüft. Das Spiel findet nicht um 13:00, sondern um 15:00 Uhr statt. Reichlich enttäuscht fahren wir so zunächst nach Szczecin zur Unterkunft.
Diese ist eigentlich ganz okay. Lage, Preis und Größe stimmen. Unserer Tochter gelingt es bereits in den ersten Minuten, die Schwachpunkte der Wohnung aufzudecken, indem sie die Schubladen im Wohnzimmer öffnet und bereits beim ersten Mal die Blende in der Hand hält. Dann bekommt sie Mittagessen, eine neue Windel und wird gestillt.
Kurz nach zwei Uhr starten wir abermals in Richtung Stargard. Die Prinzessin nutzt die Fahrt wieder für einen kurzen Schlaf. Inzwischen ist das Thermometer bei 22 Grad Celsius angekommen. Aufgrund des guten Wetters und des attraktiven Gegners ist die Partie heute überdurchschnittlich gut besucht und auch Zoey ist heute richtig gut drauf. Wenn sie nicht im Kinderwagen gefangen ist, ist sie völlig ausgeglichen. Sie krabbelt im Gras umher und sucht auch den Kontakt zu anderen Kindern. Nur das Händchen für die richtige Kleidung muss uns noch wachsen. So richtig weiß man immer nicht, ob es jetzt zu warm oder zu kalt ist.
Meine Aufgabe in der zweiten Hälfte des Spiels besteht darin, Zoey vom Anlecken der Zäune und des Kinderwagens abzuhalten. Als wir kurz um die Tüte mit den Maisstangen streiten, gelingt es ihr sogar – unbewusst – 15 Sekunden alleine zu stehen.
Nach dem Spiel schlendern wir in Ruhe zum Auto zurück. So sind die Menschen alle schon wieder weg und wir können in Ruhe zusammenpacken. Wenn man in Stargard ist, muss man auch unbedingt die Gofr essen; das ist Pflicht. Wir müssen auch nicht lange warten und halten nach wenigen Sekunden zwei Stück in den Händen. Auch Zoey findet Gefallen daran. Nach den Erledigungen in der Apotheke fahren wir zurück nach Szczecin.
Die Prinzessin nutzt die Zeit für einen dritten Etappen-Schlaf. Als Reńćka mir ein Ticket für die morgige Pogoń-Partie kaufen will, erfahren wir erstmals davon, dass nun tatsächlich mit dem Stadionneubau begonnen wird. Zumindest befinden sich 2/3 des Stadions im laufenden Abriss. Warum man damit nicht noch bis zur Sommerpause gewartet hat, erschließt sich mir nicht.
Weiter geht’s für die Reisegruppe zum Einkaufen. Glücklicherweise wurde im Radio noch angesagt, dass morgen die Geschäfte zu sind. So können wir heute noch alle Zutaten für die Geburtstagstorte kaufen. Wir treffen uns dort auch mit Ciocia Edzia, die Luftballons für Zoey mitgeben möchte. Was leider niemand verraten hat, ist, dass diese bereits mit Helium aufgeblasen sind und sich mir nicht erschließt, wie sie nach Berlin kommen sollen. Als wir abends bei der Unterkunft ankommen, entscheiden wir uns für den bewachten Parkplatz, um nicht noch stundenlang suchen zu müssen und bescheren dem Wachmann viel Freude beim Anblick unseres Wageninneren.
Zoey kann sich von einem Ballon nicht mehr trennen und dieser muss mit nach oben in die Wohnung. Als besonderes Highlight kann dann der Ausfall des Fahrstuhls erwähnt werden. Malutka ist inzwischen jenseits von Gut und Böse. Sie saust ununterbrochen mit dem Luftballon durch die Wohnung. Zum Füttern müssen wir heute beide ran, da sie zu zappelig ist.
Erst um 21:45 Uhr liegt sie im Bett. Und das Einschlafen will auch nicht klappen. Die Unterkunft hat sich inzwischen zu einem Feier-Mekka junger Leute entwickelt. Ich bin nach dem Tag sowieso schon genervt und verstehe nicht, warum man nicht einmal irgendwo seine Ruhe haben darf. Es ist alles im Rahmen, aber für mein Baby bevorzuge ich einfach Stille.