Auch heute ist es wieder die Vier. Um vier Uhr tanzt Zoey durchs Bett. Reńćka reagiert besonnen und schafft es, die Maus zum Weiterschlafen zu animieren.
Um 06:30 Uhr wecke ich Reńćka und lege mich zu Zoey. Sie registriert meine Anwesenheit und wir schlafen beide noch etwas weiter. Dann ist wieder Hektik angesagt. Zoey vertilgt gleich morgens die bereit gestellte Flasche mit Milch und Milchschaum.
Wir starten zehn Minuten hinter unserem Plan, was bedeutet, dass ich klug fahren muss. Irgendwie ging es aber heute Morgen auch nicht eher. An einer Kreuzung springt das Navi gerade wieder von 08:41 Uhr auf 08:36 Uhr bezüglich der Ankunftszeit um und unsere Tochter entleert ihren Mageninhalt im Auto. Allerdings ist es wiederum auch typisch Zoey, dass sie sich im Nachgang einmal schüttelt und dann wieder lächelt.
Nach unserer Ankunft flitzt Reńćka schnell in den Vorbereitungsraum. Ich suche einen Parkplatz und lade alle Sachen, die ich brauche, in den Kinderwagen.
Um 08:45 Uhr sind es bereits 28 Grad Celsius, die auf dem Thermometer angezeigt werden. Daher fahren wir auf den Friedhof, in der Hoffnung, dort ein schattiges Plätzchen zu finden. Der Plan geht auf. Zoey bekommt ein paar neue Anziehsachen und ab 09:05 Uhr sitzen wir dann da und drücken die Daumen für Reńćka. Die Situation ist schon krass und irgendwie gönnt man niemandem diese Ungewissheit.
Um halb zehn klingelt endlich das Telefon und wir lotsen Reńćka zu uns. Die erste Prüfung hat sie mit Bravour gemeistert. Als kreativen Querdenker bezeichnet man sie sogar. In der Zeit bis zur zweiten Prüfung liest Reńćka noch ein wenig in ihrer Vorbereitung. Zoey und ich krabbeln durch die Gegend. Malutka ist inzwischen besser drauf, hat aber nach wie vor nur eingeschränkt Hunger. Zum Glück ist die Knabberbox mit Filinchen dabei.
Wir begleiten Reńćka noch ein paar Meter in Richtung der Schule. Zoey ist eingeschlafen und ich nutze das Zeitfenster für einen kurzen Einkauf. Dann geht’s zurück in den Schatten des Friedhofs. Um 10:57 Uhr schreckt die Maus hoch. Völlig verschwitzt können wir jetzt beide die Daumen drücken. Dies machen wie auch bis wir zum eigentlich Ende der heutigen Prüfungen vor Reńćkas Schule warten.
Die Zeit will und will nicht vergehen. Zoey gefällt es, als ich ihr eine klassische Berliner Wasserpumpe zeige. Mit zwanzig Minuten Verspätung erscheint sie dann endlich. Auch die zweite Prüfung verlief erfolgreich. So richtig kann ich all die Informationen noch nicht einordnen, aber wenn ich mir so Reńćka anschaue, geht es ihr ähnlich.
Auf dem Rückweg kaufen wir das versprochene Planschbecken und ich nehme den Kindersitz auseinander, um die Bezüge waschen zu können. Auch das Lammfell kommt endlich aus dem Kinderwagen. Zoey möchte heute nichts zum Mittag essen. Erst als sie Reńćka so nebenbei im Planschbecken füttert, bekommt sie etwas Nahrung im den Magen.
Der erste Versuch, sie um 13:10 Uhr zum Mittagsschlaf hinzulegen, scheitert. Sie braucht zwar die Nähe, aber noch keinen Schlaf. Also darf sie etwas spielen. Um 14:30 Uhr unternehmen wir den nächsten Versuch. Mit etwas Geduld und taub geschalteten Ohren schläft die Prinzessin nach 10 Minuten ein.
Reńćka setzt gegen 15:00 Uhr ihre Prüfungsvorbereitungen fort. Ich schlummere auch ein wenig. Gegen 16:00 Uhr wecken wir die Prinzessin wieder auf. Haferbrei mit Obst möchte sie nicht essen. Ein Fruchtquetsch geht jedoch problemlos durch die Endkontrolle.
Trotz inzwischen 35 Grad Celsius kämpfe ich mich mit Zoey noch einmal nach draußen, damit Reńćka noch ein wenig Zeit bekommt. Wir fahren zur Drogerie, um bezeichnender Weise Sonnencreme zu kaufen. Ich wäre gerne mit Zoey auf den Spielplatz gefahren, aber mir fehlt aufgrund der Hitze die Power und so bin ich froh, als wir nach einer Stunde unbeschadet wieder daheim sind.
Reńćka hat die Tür mit einer Decke abgehangen, damit die Prinzessin nicht das Bassin auf der Loggia sieht. Ich mache mich sogleich ans Abendessen, da wir heute noch nicht vernünftig gegessen haben. Zoey bekommt ein Filinchen mit Butter und macht sich auch gleich daran, die Butter abzulecken. Als besonderes Highlight legt sie sich ganze Gespann auf den Kopf. Und so gibt es heute anstelle eines zweiten Aufenthalts im Bassin ein Bad in der Wanne inklusive Haare waschen.
Nach dem Abendessen fängt es an zu regnen, was mich aber nicht davon abhält, wieder den Bezug auf den Kindersitz zu ziehen. Dann gibt es den Abendbrei und wir sind erleichtert, dass Zoey diesen wieder mit großer Freude verzehrt.
Der Schlafmuffel ist um kurz nach neun im Bett. Draußen zieht ein Sturm auf und dauert es etwas, bis sie mit allen Geräuschen klarkommt.
Genau genommen schläft sie erst kurz vor zehn Uhr ein.