Ich springe um Punkt acht Uhr aus dem Bett. Über der Stadt kreist ein Helikopter, welche jede Menge Unruhe verbreitet. Als ich ins Schlafzimmer komme, sind beide Frauen schon wach. Reńćka geht es wieder schlechter und so hat sie heute Morgen mit verklebten Augen zu kämpfen.
Zoeys morgendliche Routine ist bereits im Gange und so studiert sie ihre Bücher. Dann geht’s in Richtung Tür und rein in die Wohnung.
Da wir keine Brötchen haben, mache ich mich zunächst auf den Weg zum Becker. Dann können wir frühstücken und die Raupe Nimmersatt, in die sich unsere Tochter verwandelt hat, isst fleißig mit. Und sie will immer mehr.
Der Tagesplan steht. Wir entscheiden uns gegen die Fahrt nach Szczecin und vertagen diese auf nächstes Wochenende.
Stattdessen wollen wir heute Reńćkas Fahrrad den letzten Schliff verpassen und nach einem Fahrradhelm für Zoey schauen. Dies bedeutet, dass sich unsere Wege trennen.
Die Mädels fahren mit dem Kinderwagen zu einem großen Fahrradmarkt an der Storkower Straße und ich radele in den Friedrichshain zu einem kleinen Fahrradladen, der mir auch sogleich die Bremsen fachmännisch repariert. Als ich dann zu meinen beiden Mädels fahre, sind diese gerade bei den Fahrradhelmen unterwegs.
Zoey schlägt intuitiv die richtige Richtung ein und hat besondere Freude daran, mit den gesicherten Waren durch die Sicherheitsschanken zu laufen. Das Piepen freut sie am meisten. Wir werden fündig. Reńćka bekommt noch ihr Fahrradkörbchen und dann sind wir auch schon wieder draußen.
Malutka möchte ihren Helm nicht mehr absetzen und so trägt sie ihn im Kinderwagen bis zu Hause auf dem Kopf. Reńćka dreht in der Zeit ein paar Runden mit ihrem Fahrrad. Da unser Heimweg auch bei Burger King vorbei führt, nehmen wir eine Kleinigkeit mit. Essen und Getränk werden unten im Wagen verstaut. Kurz bevor wir zu Hause ankommen, in einem unbeobachteten Moment, angelt sich die Zwergin das Getränk und schlürft etwas Cola.
Zum Mittagessen gibt es für die kleine Maus erst ein paar Pommes und zwei Hähnchen-Nuggets. Im Anschluss verputzt sie noch ihr Gläschen. Dann, es ist inzwischen 13:30 Uhr, ruft der Mittagsschlaf. Leider klappt es nicht so gut, wie letzte Woche und Zoey schreit sich zehn Minuten lang die Seele aus dem Leib. Als Reńćka sich dann zu uns legt, ist sie so erschöpft, dass sie gleich einschläft. Kurz davor schaut sie mich aber noch einmal an und lächelt; Entschuldigung angenommen, mein Engel.
Dann ist zwei Stunden lang Ruhe, bevor Reńćka Zoey weckt. Diese ist gut drauf und freut sich auf den Nachmittag.
Zunächst zeigen wir aber Oma Hihi den neuen Fahrradhelm. Sie hat heute einen kinderfreien Tag und somit mal ein paar Minuten Ruhe. Freund Micha hat mir Videos vom Spiel in Rostock geschickt und so mache ich mich gleich daran, etwas Gescheites zusammenzuschneiden.
Die Mädels gehen für eine Stunde nach draußen, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Reńćka ruft mich währenddessen an und teilt mit mir, dass Malutka heute gelungen ist, ein Stückchen vom Feuerkäfer zu essen. Draußen ist es inzwischen drückend schwül geworden.
Im Anschluss fahren wir einkaufen und bestechen Zoey mit einem Brötchen, damit sie ruhig im Wagen sitzen bleibt. Zurück zu Hause hilft uns die Prinzessin, indem sie die Einkäufe vom Flur in die Küche bringt. Sie ist mit Begeisterung dabei. Besonders bei den Pfirsichen, von welchen ihr einer im Mund landet. Sie verbeisst sich förmlich in das Stück Obst.
Reńćka kümmert sich dann ums Essen. Zoey und ich spielen. Abends gibt es noch zwei Folgen Jerks für die Eltern und den Abendbrei.
Während sich Reńćka für die Nacht fertig macht, schauen Zoey und ich noch ihre Bücher an. Um 21:15 Uhr geht’s ins Bett. Bevor der kleine Schlafmuffel jedoch heute einschläft, ist viel zu erzählen. Sie lässt den Tag noch einmal Revue passieren.
Ab 22:30 Uhr zieht ein Gewitter über die Stadt, von welchem die Maus hoffentlich nichts merken wird.
Bemerkenswert ist aber auch, dass ein Tag ohne Streit vorüber geht.