Es ist Samstag. Die Grenzen nach Polen wurden heute Nacht geöffnet. So lautet der Plan, früh aufstehen und ab nach Szczecin. Um 06:30 Uhr kommt Renia vorbei. Da sie bei mir keine Regung registriert, zieht sie sich für ihren Kaffee zurück. Dann kommt Zoey ans Bett und fordert Kakao. Ich sage ihr, dass ich dafür wenigstens eine Umarmung als Guten-Morgen haben möchte. Darauf hat sie keine Lust. Daher muss ihr Renia dann den Kakao machen.
Danach passt ihr schon wieder etwas nicht und sie fängt an zu meckern. In der Folge steigert sie sich mächtig hinein. Heute Morgen ist dann bei mir das Maß voll. Das permanente Geschrei und das Gefühl, die eigene Frau verloren zu haben, setzen mir zu. Ich mag so nicht weiter machen.
Irgendwann beruhigt sich die Lage und wir können endlich starten. Es ist 08:30 Uhr als wir losfahren. Nach einem kurzen Stopp an der Bank geht es weiter auf die Autobahn. Zoey schläft ein wenig, was hinsichtlich des Schlafdefizites ausgleichend wirken sollte. Als wir die Grenze passieren, ist alles wie immer. Wir können einfach queren. Bei Renia sehe ich ein kleines Tränchen im Auge.
Wir kommen kurz vor elf bei 29 Grad und schwüler Sonne bei Angelika an. Dort warten eine neue Frisur für Renia und ein unendlicher Fundus an Spielsachen für Zoey. Die Ola ist auch da. Die Mädels brauchen lange, um sich zu beschnuppern. Zoey zeigt sich unbeeindruckt und spielt sich durch alle Sachen, die Ola so hat.
Kurz nach 12:00 Uhr nähern sich die Mädels endlich an und spielen auch gemeinsam. Heute ist auch Zoey dran. Ihr werden zum ersten Mal richtig, professionell die Haare geschnitten. Dann tauen die Ola und Zoey miteinander auf und interagieren fortan. Irgendwann toben sie kreischend durch die Wohnung. Mir ist es wieder zu laut. Ich warte draußen. Das Thermometer zeigt inzwischen 36 Grad. Wir fahren zu Edzia, welche uns ihre Wohnung zur Übernachtung angeboten hat. Dort wird gegessen und um vier starten wir wieder. Erst fahren wir zum Stadion, um die Baufortschritte zu dokumentieren. Es wird so langsam. Ein bisschen gefällt es mir, aufgrund des Daches.
Auf der Fahrt zum Kantor schläft Malutka. Dann wird eingekauft. Nach unserer Rückkehr packe ich alles aus, während die Mädels auf dem Spielplatz gehen. Beim Abendessen dann stellen wir fest, dass wir einiges vergessen haben, weil Zoey mit ihrem Gemecker keinen konzentrierten Einkauf möglich machte. Also tigern wir noch mal los. Das Tragen einer Schutz-Maske findet hier nicht ganz so viel Zuspruch. Kein Wunder, dass man drei Monate alles dicht gemacht hat. Die Menschen können und wollen eine Verantwortung übernehmen. Bei Edzia gibt es ebenfalls viele tolle Sachen für Zoey zu entdecken und so dauert es abermals bis um 22:00 Uhr, bevor der Sandmann weiter kann.