Als ich heute Morgen aufwache, schlummert bereits eine iMessage im Handy. „Bitte nicht wecken, die Nacht war schlimm“. Also mache ich mich leise fertig und verlasse gegen halb acht die Wohnung.
Um acht telefonieren wir miteinander und ich bekomme den Nachtbericht. Wie in früheren Zeiten war Malutka stundenlang in der Nacht wacht und wollte sich nicht beruhigen. Die Prinzessin darf heute zu Hause bleiben und besucht nicht ihre Tagesmutter. Morgens geht es an die frische Luft. Aber man merkt auch unserer Tochter die kurze Nacht an. Um halb 12 sind sie wieder zurück.
Eine Stunde später bin ich daheim. Zoey bekommt eine frische Windel und wir ziehen zu dritt ins Bett um. Glücklicherweise habe ich meinen Wecker gestellt, denn Reńćka und ich schlafen noch vor einer ausdauernd labernden Zojka ein.
Während ich mich auf Arbeit gen Wochenende quäle, bekommen die Frauen Besuch von Edzia und Kasia. Zoey, die inzwischen wieder wach ist, ignoriert beide anfangs, sitzt auf der Couch und starrt Löcher in die Gegend. Erst als Edzia mit ihr malt, taut sie langsam auf. Nachdem dann Kasia noch Bücher mit ihr anschaut, ist das Eis endgültig gebrochen. So entwickelt sich ein schöner Nachmittag. Kurz nach vier macht sich der Besuch wieder auf den Heimweg.
Zojka ist traurig, dass sie nicht mit raus darf. Dies wird jedoch wenige Minuten später nachgeholt, als mich beide von Arbeit abholen. Beim Einkaufen gibt es noch einmal Gemecker, weil Malutka nur kurz den Kindereinkaufswagen benutzen darf. Aber wir wollen halt nur zum Bäcker.
Um 17:15 Uhr sind wir wieder daheim. Zur Erkältung der letzten Tage melden sich heute bei mir auch noch die Bandscheiben. Vermutlich ist der ganze Stress dann doch zu viel. Und so liege ich während Reńćka das Abendessen vorbereitet faul und träge auf der Couch. Malutka kümmert sich ums Unterhaltungsprogramm, indem sie zwischen Küche und Couch hin und her rennt. Bevor wir mit dem Abendessen beginnen, bemerke ich Kugelschreiberspuren auf unseren Wohnzimmerstühlen. Während wir versuchen, die Flecken zu entfernen, sitzt Malutka bereits im Hochstuhl und mampft ein erstes Schnitzel weg. Erst dann widmet sie sich den runden Kartoffelbällchen nebst Gemüse.
Im Anschluss hole ich meine Fakir-Matte heraus, um die Rückenmuskeln etwas besser zu durchbluten. Malutka hat den Plan erkannt und klettert auf mich, um den Druck zu erhöhen. Dann liegt sie auch einmal Probe. Der Fernsehabend verläuft sehr ruhig. Zoey kommt ab und an zum Kuscheln vorbei. Das Essen des Abendbreis funktioniert nur mit dem Fruchtzwerg – Trick.
Dann wird es meckrig. Reńćka wünscht Zoey eine gute Nacht. Ich beginne damit, die Zwergin für die Nacht umziehen. Es gibt erste Widerstände. Malutka hat den Braten gerochen. Einen Moment noch lässt sie sich ablenken. Abschließend gehts ins Bett. Zoey ist sofort auf Abwehrmodus und beginnt zu brüllen. Nach zwei Minuten breche ich das Experiment ab. Sie tut mir Leid. Ihr tut es auch Leid, aber sie kann nicht anders. Also muss Reńćka ran. Es dauert jedoch noch einen Moment, bis sie sich beruhigt.
Der erste Ankauf, etwas zu ändern, ist somit kläglich gescheitert und liegen um 20:40 Uhr wieder Mama und der Schlafmuffel gemeinsam im Bett. Eine unruhige Nacht steht bevor.