Es ist (wohl) 01:30 Uhr in der Nacht. Zoey brüllt, schreit und brüllt wieder. Sie steht in Flur und sucht nach ihrer Mama. Ich nehme sie auf den Arm und nun suchen wir gemeinsam. Ich hoffe nicht, dass Reńćka verschwunden ist. Aus der Dunkelheit des Wohnzimmers meldet sich eine Stimmung aus Richtung der Couch. Es gab den üblichen Streit und die körperlichen „Übergriffe“. Zoey, die in ihrem Suchen nach Nähe permanent an ihrer Mama herumknetet, hat dafür nur wenig Verständnis. Reńćka legt mir das brüllende Kind dann ins Bett und hofft, dass sich so Ruhe einstellt. Dies ist weit gefehlt und so geht das Gebrüll weiter. Reńćka hat dann irgendwann Erbarmen und holt Zoey wieder auf die Matratze. Ich bin nunmehr wach und so richtig tief schlafe ich auch nicht mehr ein.
Um 06:30 Uhr bekomme ich Zoey an die Seite, die damit aber überhaupt nicht einverstanden ist, weint und aufsteht. So hat Reńćka beim Haare föhnen und Schminken Begleitung. Zehn nach sieben verabschieden wir sie auf Arbeit. Unsere Tochter ist sichtlich müde und fertig von der Nacht. Zudem läuft das kleine Näschen. Während ich dusche, schleppt sie Bärbel in die Küche und widmet sich anschließend mit einem Stift den Türen in der Wohnung. Mein „Nein“ beeindruckt sie leider nur wenig, so dass ich ihr den Stift abnehme.
Wir kommen gut durch den Morgen und starten um 08:30 Uhr nach unten. Malutka Besteht darauf, die Treppe alleine runter zu laufen. Heute fühlt es sich draußen wenigstens etwas nach Winter an. Die Temperatur ist unter null und ich muss die Scheiben von BAO freikratzen. Auch heute ist Antek wieder vor uns da. Irgendwann sind wir mal Erster. Ich berichte Jola noch von der Nacht und bitte um Verständnis, dass sie heute nicht so gut drauf sein wird. Um 08:58 Uhr starte ich in Richtung Arbeit. Wir nähern uns den 08:30 Uhr.
Um 13:00 Uhr bringe ich BAO zur Inspektion. Er muss bis abends oder bis morgen Früh bleiben. Interessant, dass ein Ölwechsel und ein paar Kleinigkeiten drum herum so viel Zeit bedürfen. Nun gut, die Sonne scheint, die Bahnen fahren und ein wenig ÖPNV bekommt mir vielleicht auch mal ganz gut. So ist es nicht zu bequem und ich tue etwas gegen die Müdigkeit. Während Reńćka Zoey abholt, bin ich noch fleißig auf Arbeit. Wir telefonieren als die Beiden zu Hause ankommen. Zojka macht sich sogleich auf den Weg zu unserer Nachbarin.
Ich bin kurz nach halb sechs zu Hause. Reńćka wartet bereits ungeduldig. Es bleibt nur Zeit für ein paar kurze Worte, dann macht sie sich auf den Weg zum Treffen mit ihren Zumba-Mädels. Unsere Nachbarin klopft an der Tür. Sie erzählt, dass Zoey heute einige Male bei ihrem Sohn angerufen hat. Dieser war sehr verwundert über die Anruffülle. Zojka nutzt den Moment, schnappt sich die alte Dame erneut und zerrt sie buchstäblich zurück in ihre Wohnung. Malutka nimmt auf der Couch platzt, schaut Fernsehen und fummelt am Telefon. Ich nutze die Zeit fürs Wäsche aufhängen und Nudeln kochen.
Als ich Zojka kurz vor sechs abholen möchte, will sie nicht mit. Erst als ich ihr mitteile, dass wir essen wollen, springt sie auf. Da hatte wohl jemand Hunger. Wir essen die Reste von gestern und lassen uns Zeit. Zoey mampft die Nudeln, schiebt ab und an eine Kartoffel nach und vollendet dies alles mit einer Boulette. Anschließend telefonieren wir mit Tanja und Babcia. Zoey reagiert auf beide Telefonpartner heute eher schüchtern.
Dann machen wir den Fernseher an. Nebenbei wird gemalt und das Puzzle-Buch bearbeitet. Zum Abschluss gibt es noch etwas Brei. Umziehen und Zähne putzen klappen problemlos. Malutka liegt gemeinsam mit mir um 20:40 Uhr im Bett. Es werden nach wenigen Momenten Forderungen nach Mama laut. Wir vereinbaren uns dahingehend, dass ich Reńćka schreibe und nach Hause bitte. Damit kann sie leben. Ich versorge sie noch schnell mit dem Zahngel und Nasentropfen.
Zoey schläft kurz nach neun ein. Während der Schlafmuffel selig vor sich hin schnarcht, beginnt für mich der Kampf gegen die Uhr; warten ohne einzuschlafen.