Die Nacht beginnt bereits unruhig. Unser Nachbar telefoniert lautstark und dies bis tief in die Nacht hinein. Zum Glück lenkt mich Renias leises Schnarchen in der Nacht ab und auch Zoey lässt sich nicht stören. Reńćka zieht in der Nacht noch zu Zoey um.

Morgens wird dann ein schlafendes Kind neben mir abgelegt. So kann ich ihr beim Aufwachen zuschauen. Renia träumt auch heute Nacht wieder schlecht. Die Zeiten gehen an uns allen nicht spurlos vorbei. Die Anspannung ist allgegenwärtig. Die morgendliche Routine läuft an. Zoey isst mit großer Freude ihr Rührei.

Nachdem sie beim Tisch abräumen geholfen hat, spielt sie noch ein wenig, bis wir von Renia nach draußen geschickt werden, damit sie die Wohnung sauber machen kann. Wir machen uns kurz vor elf auf den Weg. Das Dreirad ist bei uns und Zoey ist heute mit Helm ausgestattet. Einige leichte Stürze später, bin ich über diese Entscheidung sehr froh. Sie ist noch so sehr mit dem Treten beschäftigt, dass sie das Lenken und Gucken außer Acht lässt.

Die Runde ist alles andere als angenehm, denn Zoey meckert was das Zeug hält. Immer wieder ruft sie nach Mama. Zudem ist ihr kalt, so dass ich ihr noch meine Strickjacke überziehe. Das Meckern ist inzwischen Weinen gewichen. Als wir dann auf den letzten Metern sind, ist aber wieder alles okay. Beim Katalogisieren der Küchenschränke habe ich noch eine Suppe gefunden, die heute als Zoeys Mittagessen herhält. Der Nachbar unter uns stellt pünktlich für Zoeys Mittagsschlaf die Musik aus.

Nachdem Malutka dann aber im Bett, beginnt er in seiner Wohnung zu randalieren. Auf mein Klingeln hin wird nicht geöffnet. Von der Loggia fliegen inzwischen zwei Wäscheständer. Die Nachbarn von gegenüber suchen ebenfalls das Gespräch, ich rufe bei der Polizei an, welche nach 7 Minuten eintrifft und mit insgesamt 10 Leuten eine Gefährdeansprache hält. Die Botschaft ist angekommen. Es kehrt Ruhe ein.

Nur ans Schlafen ist nicht mehr zu denken. Zoey hat Angst und muss beruhigt werden. Renia und ich sind im Alarmmodus. Also stehen wir um 14:00 Uhr wieder auf. Die Mädels spielen, ich mache den Küchenschrank sauber und befreie das Küchenfenster vom Schimmel. Das soll einer verstehen, zumal das Fenster die meiste Zeit offen ist. Um 16:00 Uhr geht es auf die Nachmittagsrunde. Die Sonne scheint alle sind im Volkspark unterwegs, aber sehr um Abstand bemüht. Einige, wenige Ausnahmen gibt es, aber grundsätzlich bin ich zufrieden.

Wir haben das Laufrad und den Ball mit. Zoey schnappt sich irgendwann zwei Stöcke und zelebriert Nordic Walking. Wir laufen die von ihr auserwählte Strecke, bergauf und bergab. Irgendwann stellt sie fest, dass sie vom Zähne putzen noch Zahnpasta am Finger hat. Sie kommentiert dies mit den Worten „oh Mann“.

Um 17:35 Uhr sind wir wieder zu Hause. Ich bin immer noch voll Adrenalin, aber es bleibt alles ruhig. Renia macht sich inzwischen sogar Sorgen um den Nachbarn. Wir sind schon eine soziale Wohngemeinschaft hier. Während Renia das Abendessen zubereitet, geht es für die Maus in die Badewanne. Dort sind wir für eine halbe Stunde; bis alles schwimmt. Beim Abendessen kommt die Information, dass auch unsere Kanzlerin in häusliche Quarantäne muss. Zuvor weist sie aber noch an, dass ab morgen auch Friseure geschlossen bleiben.

Weitere Maßnahmen sind geplant. Anschließend telefonieren wir noch mit Babcia. Zoey fallen inzwischen fast die Augen zu. Um halb acht machen wir sie bettfertig.

Ich werde aus dieser Frau einfach nicht schlau. Todmüde geht sie um 19:40 Uhr ins Bett. Fünf Minuten später – nach einem Blick ins Buch – mache ich das Licht aus. Andere Kinder würden wohl nun im Schlafkoma fallen, nicht so Zoey. Sie wehrt sich gegen den Sandmann und das lautstark. Reńćka wiegt sie dann zu Punkt 20:00 Uhr in den Schlaf. Es gilt, die Zeit für die Kooperation der Kinderbetreuung zu nutzen und hoffentlich ein bisschen früher ins Bett zu kommen.

Um neun Uhr läuten heute für fünf Minuten die Kirchenglocken.

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