Die Nacht ist endlich mal wieder ruhig. Als ich um 05:30 Uhr wach werde, ist es tatsächlich Zeit aufzustehen. Dies zögert sich jedoch noch bis kurz sechs hinaus. Renia begegnet mir und während sie duscht, laufe ich zur Arbeit. Es ist absolut nicht meine Zeit, aber die Dreiviertelstunde auf Arbeit lohnt sich, weil ich schon mal die nötigsten Dinge erledigen und mir die gröbsten Nöte der Mitarbeiter anhören kann. Aktuell muss man wirklich aufpassen, das man nicht durchdreht. Die Angst vor der Ungewissheit treibt alle am meisten um.
Um sieben Uhr renne ich zurück. Ich bin völlig fertig, als ich dann Zoey übernehme, damit Reńćka zur Arbeit kann. Renia zeigt mir von unten, dass sie ihr Handy vergessen hat. So müssen wir alleine durch den Vormittag. Gnädigerweise dürfen wir zunächst ein Buch anschauen. Ich lese ihr aus dem Prinzessinnen-Buch vor und habe ihre volle Aufmerksamkeit. Dann gibt es Kakao. Und damit ich in Ruhe unser Frühstück vorbereiten kann, darf Malutka drei Folgen Mascha schauen. Beim Wickeln dann zählen wir auf Polnisch und auf Deutsch mehrere Male bis zehn. Zojka plappert lustig mit.
Ab neun spielt Zoey und ich kann sogar noch duschen. Allmählich kehrt das Leben in meinen Körper zurück. Um 10:25 Uhr gehen wir raus und spazieren. Da alle Spielplätze gesperrt sind, müssen Mauern und Treppen zum Klettern herhalten. Nachdem sie den einen Parcours mehrere Male gemeistert hat, laufen wir weiter. Danach ist sie nicht mehr so richtig für etwas zu begeistern. Mit viel Geduld und Verständnis schaffe ich es, sie zum nach Hause laufen zu animieren. Während sie fasziniert dem Mann, der vor unserem Haus den Rasen mäht, zuschaut, hole ich den Ball aus dem Keller und wir spielen noch eine halbe Stunde Fußball miteinander.
Um 12:15 Uhr geht es nach oben. Nach einem Windelwechsel gibt es Mittagessen und dann kommt auch Renia wieder nach Hause. Sie übernimmt dann den Mittagsschlaf. Ich fahre mit Rad auf Arbeit, weil ich keine Lust mehr auf Laufen habe. Zojka schläft ab 13:30 Uhr und wird eine Stunde später geweckt, was wenig Begeisterung hervorruft. Wir telefonieren noch kurz.
Ich mache kurz vor sechs Feierabend. Nachdem ich die Einkäufe erledigt habe, düse ich heimwärts. Die Mädels sind kurz vor mir zu Hause rein. Sie waren lange Zeit an der frischen Luft unterwegs; erst mit dem Laufrad, dann mit dem Ball. Es gibt sogleich Abendessen und so sind wir pünktlich um 19:00 Uhr auf dem Balkon zum Klatschen. Auch Malutka macht heute Abend mit. Anschließend telefonieren wir mit Babcia. Ich äußere die Idee, dass wir noch auch meine Schwester mit einbinden können. Leider stören wir gerade beim Abendessen, aber die technische Lösung scheint zu funktionieren.
Währenddessen wir abends noch Renias Serie schauen, schnappt sich Zoey Karl, den Löwen und mein PS-Spiel und läuft mit den Worten „Arbeiten gehen“ durch die Wohnung. Abschließend gibt es noch Tässchen Milch, Renia liest Zoey noch eine Geschichte vor und um 20:40 Uhr wird geschlafen.