Um 00:30 Uhr beginnt die Nachtschicht. Manchmal hat es auch Vorteile, dass ich nicht gleich einschlafe, denn so höre ich den stumpfen Schrei meiner Frau eine Etage über mir. Zoey hat sich übergeben und dies so richtig. Reńćka, das Bett und diverse Kleidungsstücke sind in Mitleidenschaft gezogen. Ich versuche, die beiden zunächst zu beruhigen. Die Prinzessin ist noch ein wenig irritiert, aber im nächsten Moment krabbelt sie schon wieder lächelnd durchs Bett. Ich prognostiziere drei Durchgänge und liege damit auch so halbwegs richtig. Nachdem sich das Kind völlig entleert hat, würgt sie noch ab und an, aber es kommt nichts mehr heraus. Inzwischen sind wir in die Mitteletage umgezogen, haben geprüft, dass die Maus kein Fieber hat, die letzten Wäschereserven aus der Wickeltasche sind aufgebraucht und die verschmutzte Kleidung nebst Bettwäsche ist eingeweicht. Die Kleine leidet jedoch still vor sich hin. Geplagt von Bauchschmerzen zappelt sie im Bett herum. Aber sie meckert nur ganz leise. Ich singe für sie und sie wird ruhiger. Den Rest erledigen knappe 10 Durchgänge von Bodo Wartkes „Schlaflied“. Gegen 04:30 Uhr endet die Nachtschicht und alle bekommen noch etwas Schlaf.

Die Frühschicht beginnt so richtig um 07:50 Uhr. Die ersten beiden Runden an der Brust verlaufen unauffällig ohne weitere Entleerungen. Gegen 08:30 Uhr gesellt sich Oma Hihi zu uns, die von all dem heute Nacht nichts mitbekommen hat und startet alsbald in Richtung Schule, um als Lese-Oma für die Schüler da zu sein. Zoey ist richtig anhänglich und verkuschelt. Beinahe wäre sie noch einmal auf meinem Arm eingeschlafen.

Chaos der Nacht

Das Füttern des Morgenbreis ist dann allseitig herausfordernd. Alle Beteiligten sind hundemüde und Zoey ist sich noch nicht so sicher, ob sie wieder essen möchte. Als wir frühstücken, fällt mir dann auch ein wenig die Anspannung der letzten Nacht aus dem Gesicht.

Auf der Morgenrunde zu dritt quälen wir uns durch den Adlershofer Forst in Richtung Drogerie. Zoey schläft sofort ein. Während des Einkaufens ist sie dann wach, um jedoch auf der Rücktour weiterschlafen zu wollen. Da wir Mittagessen und -schlaf ein wenig vorverlegen, soll sie jedoch wachbleiben, was gar nicht so einfach ist, aber mit viel Einsatz gelingt. Die Kleine hat heute permanent Schluckauf. Aus ihrer Anfangszeit auf dieser Welt ist mir dies noch wohl bekannt. In den letzten Monaten war es hingegen kaum noch der Fall.

Während ich beim Friseur bin, schreibt mir Reńćka, dass die Kleine seit 13:15 Uhr schläft. Kurz vor drei ist der Mittagsschlaf aber schon wieder beendet. Oma Hihi ist auch wieder zurück und schmust mit Zoey. Die Fiebermessung ergibt 37,7 Grad.

Kurz vor fünf starten wir auf unsere Abendrunde. Obgleich es heute ein wettertechnisch schöner Tag mit viel Sonne und milden Temperaturen ist, holt uns abends der deutsche Winter ein und es regnet Hunde und Katzen. Zoey ist weiterhin sehr tapfer und nutzt jede Minute zum Schlafen, was mehr als ungewohnt für unseren Schlafmuffel ist. Angenehme Randnotiz ist heute, dass wir unsere Bestellung beim Bäcker kostenfrei bekommen. Aufgrund des anstehenden Umbaus der Filiale und den letzten offenen Minuten, wird die Ware verschenkt. Ein Dankeschön auf diesem Wege an die freundlichen Verkäuferinnen.

Als wir wieder bei Oma Hihi sind, gibt es noch Abendessen und dann verabschieden wir uns. Auf dem Rückweg schläft die Prinzessin abermals nach der Hälfte der Strecke ein. Kurz vor acht sind wir wieder daheim. Die restlichen Schritte sind inzwischen Routine. Nachdem Zoey eine neue Windel bekommen hat, wartet der Abendbrei auf sie. Das Thermometer gibt einen Wert von 37,4 Grad aus. Malutka ist hungrig, was in meinen Augen ein gutes Zeichen ist. Allerdings gibt sie nach der Hälfte alles wieder zurück, um dann – nachdem sie umgezogen ist – einfach weiter zu essen. Sie ist echt hart im Nehmen. Um 21:00 Uhr geht’s für die Mädels in Bett. Die Maus schläft sofort ein.

Ich bin sehr nachdenklich und besorgt. Eigentlich bleibt mir nur die Hoffnung, dass sie die kommende Nacht nutzt, um sich gesund zu schlafen.

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