Es ist kalt geworden über Nacht. Draußen sind inzwischen Minusgrade. Unsere Tochter antwortet auf ihre Art und Weise mit erhöhter Temperatur. Wir sind mit der morgendlichen Messung bei 38,5 Grad angekommen. Die Kombination aus Infekt und Zähnen verlangt dem Körper alles ab. Unsere morgendliche Reise in die polnische Musikgeschichte ist dann auch nicht mehr als eine Ablenkung.
Während des Frühstücks suche ich unser zweites, total modernes Fieberthermometer, welches durch Sensortechnologie Messungen im Ohr und auf der Stirn möglich machen soll. Die Ergebnisse sind dann jedoch mehr als abenteuerlich und nicht verwertbar. Aufgrund der erhöhten Temperatur Zoeys kürzen wir die Morgenrunde auf eine knappe Stunde ein. Kurz nach zwölf sind wir wieder daheim und die Prinzessin macht nun einen deutlich besseren Eindruck. Selbst das Krabbeln durch die Wohnung bereitet ihr wieder Freude. Allerdings mag sie nicht alleine sein und am liebsten möchte sie umhergetragen werden.
Zum Mittag gibt es heute selbst gemachten Brei. Endlich, denn seit ich vor Wochen den neuen Pürierstab gekauft habe, warte ich auf diesen Moment und der Auftakt ist überzeugend. Das Mittagessen muss für zwei Windelwechsel unterbrochen werden. Der Infekt scheint sich über den Darm zu verabschieden. Die aktuelle Kinder-Innentemperatur beträgt 36,8 Grad, was bedeutet, dass das Zäpfchen angeschlagen hat. Um 14:30 Uhr geht es dann für die Kleine ins Bett. Reńćka hat sie heute für „polski dla maluchów“ angemeldet. Ich bin schon sehr gespannt auf deren Konzept und wünsche mir natürlich, dass sie dort noch mehr Berührung mit ihrer Muttersprache bekommt.
Während der Abendrunde schlummert Zoey wieder und macht im Anschluss richtig große Augen, denn es fängt an zu schneien. Es gibt richtig große Flocken und die Prinzessin ist begeistert, selbst noch als ihr der Schnee ins Gesicht weht. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit gönnen wir uns für die schnellere Heimkehr noch eine Station mit der S-Bahn, was natürlich ganz in Malutkas Sinne ist.
Das Abendessen wird zum Geduldsspiel, welches allerdings ohne den gewünschten Erfolg endet. Zoey werden drei verschiedene Variationen ihres Abendbreis angeboten. Schmecken will ihr heute jedoch keine. Dennoch geht es ihr besser. Es ist heute alles im Bauch geblieben, sie zeigt Interesse an Spielzeug und erzählt wieder wie ein Wasserfall. Dafür hat es abermals mich erwischt. Ich kann nur hoffen, dass unser Baby schnellstens alle Zähne bekommt und sich mein Körper endlich in der neuen Rolle zurechtfindet.
Um 21:30 Uhr geht unser Baby ins Bett, aber wie üblich noch lange nicht schlafen. Als ich später noch einmal vorbeischaue, steht Zoey im Bett und leckt den Holz-Sekretär an. Der Rest ist dann wie immer. Da Madame einfach nicht ohne Brust einschlafen will, ist das Geschreie bis 23:00 Uhr groß.