Die Nächte bestehen seit nunmehr drei Tagen daraus. Zoey konsequent ins eigene Bett zu „verfrachten“. Wenn sie nachts wach wird, kommt sie zur Beruhigung zu Mama und dann geht’s wieder ins Bett. Es scheint zu klappen. Das Kind ist wesentlich entspannter, nur die Eltern müssen noch lernen, ihren Alarm-Modus wieder zurückzufahren. Vielleicht stellt sich dann bald so etwas wie ganzheitliche Erholung in der Familie in der Nacht ein.
Ich werde 08:20 Uhr endgültig wach. Zoey trinkt zu dieser Zeit wieder. Eine Viertelstunde später begebe ich mich ins Schlafzimmer und bringe Licht ins Rund des dunklen Raums. Unser Schlafmuffel sieht so drollig aus. Strampler, knallrote Wangen und zerzaustes Haar. Die morgendliche Beachtung für mich hält sich wie üblich in Grenzen. Mama steht im Fokus. Heute Morgen versuchen wir mal wieder die Maße unserer Tochter zu erfassen. Sie hat nur wenig zugenommen und die Körpergröße sich lässt dank diverser Zappelleien nicht feststellen. Gefühlt wächst das Kind aber minütlich.
Inzwischen denke ich, dass die Anschaffung des Tischchens für den Hochstuhl eine wirklich sinnvolle Sache war. So ist sie immer bei uns; auch beim Frühstück.
Um 10:40 Uhr sind wir bereit für die Sonntagsrunde. Bei 9 Grad Celsius und strömenden Regen sehne ich mich dann schon ein wenig nach dem Winter.


Aber mehr als das wird es wohl Dank des Klimawandels nicht mehr geben. Zehn Minuten später ist die Kleine eingeschlafen. Wir haben die Fußwege ziemlich exklusiv für uns. Wer geht schon bei solchem Mistwetter vor die Tür? Vereinzelt begegnen uns – wie üblich – Hundebesitzer, Jogger und halt andere Kinderwagen. Nach 30 Minuten wacht die Prinzessin auf und schaut mir mit ihrem „Sprich mich bloß nicht an“ – Gesicht tief in die Augen. Den Rest des Weges absolvieren wir schweigend. Erst zu Hause, beim Hochtragen, bekomme ich ein erstes Lächeln.
Oben angekommen teilt Reńćka mit, dass sie eingeschlafen ist. Es sei ihr gegönnt. Zoey kümmert sich dann erstmal um die ordentlich aufgestellten Schuhe. Innerhalb von 2 Minuten liegen diese chaotisch verteilt im Flur herum. Meiner bittenden Ansprache, die Schuhe auch wieder wegzuräumen, begegnet sie mit einem schüchternen Lächeln. Die Mädels spielen und schmusen im Wohnzimmer. Ich sichere die restlichen Schränke inkl. der Waschmaschine. Leider ist nicht bei allen Schränken unsere favorisierte Lösung anbringbar. Daher kommt nur die Plan-B-Variante zum Einsatz, die Zoey aber sicherlich bald durchschauen und selbständig öffnen wird.
Nach dem Mittagsgläschen bekommt die Kleine noch drei einzelne Nudeln. Es ist faszinierend, ihr dabei zuzuschauen, wie sie deren Konsistenz erkundet. Auch geschmacklich ist sie damit mehr als zufrieden. Kurz nach halb zwei geht es für Madame ins Bett. Die tiefroten Wangen deuten an, dass es absolut an der Zeit ist.
Früher wäre ich zum Fußball gefahren, heute bin ich froh, mal in Ruhe baden zu können. Dies mache ich dann auch für die nächsten 90 Minuten. Während dessen schaue ich unseren Kalender durch. Aufgrund der ganzen Termine wird meine Elternzeit zu Ende gehen, ohne dass wir – mit Ausnahme von Silvester – überhaupt auch nur einmal verreisen. Das muss ich jetzt erstmal sacken lassen. Zudem wollen wir weiter am Schlafverhalten arbeiten. Und das geht natürlich auch nur zu Hause.
Nach 2 3/4 Stunden ist die Prinzessin wieder wach. Auch jetzt lässt sie mich noch links liegen. So früh muss das mit der Abgrenzung nun auch nicht losgehen. Die Abendrunde bestreiten heute die Mädels mit einander, während ich noch etwas Bürokram erledige.
Nach ihrer Rückkehr schaut Zoey zum ersten Mal den Sandmann. Der kleine, alte Zausel muss ihr in Erinnerung geblieben sein, weil bei Oma Hihi ein Wandteppich mit seiner Figur hängt. Sie schaut – wie gebannt – auf die Bilder.

Dann wird ihre Spielzeug-Schale ausgeräumt und der gesamte Inhalt im Zimmer verteilt. Jedes Spielzeug, das ich wieder zurücklege, wird abermals entfernt. Während Reńćka Duschen geht, übernehme ich die Raubtier-Fütterung. Die Kleine gibt Laute von sich, als stünde sie kurz vor der Schlacht.
Nach dem üblichen Kampf um die neue Windel geht es um 20:40 Uhr ins Bett. 20 Minuten später legen wir sie dann in ihr Bett. Leider wird sie dabei wieder wach und erzählt fortan. Aus dem Erzählen wird Meckern und dann auch Weinen. Die erste Runde heute Abend endet in Mamas Arm. Auch der zweite Versuch endet zunächst wie der erste.