Die Nacht ist für uns sehr suboptimal. Nur Zoey lässt sich nicht beirren. Zwar ist sie sehr unruhig, aber sie schläft. Die neue Umgebung, die Innenstadt-Lage mit samstäglichen Lärm und viel zu viel Wärme lassen keinen erholsamen Schlaf zu. Um 01:30 Uhr versuche ich es es noch einmal und schaffe, es noch, ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Um 07:30 Uhr ist dann Schluss. Zoey poltert durch die Wohnung und Reńćka genießt im sonnendurchfluteten Wohnzimmer ihren Kaffee.
Die Prinzessin klettert heute Morgen auf dem Glastisch herum und mir bleibt anfangs fast das Herz stehen. Ansonsten ist alles harmonisch. Die Mädels duschen mit einander, es gibt Frühstück und um halb zehn sind alle wieder müde. Gegen 11:00 Uhr starten wir. Uns gelingt es tatsächlich, alle Gepäckstücke und das Baby auf einmal runter zu bringen. Der Fahrstuhl ist weiterhin außer Betrieb und so ist halt Manpower erforderlich.
Es ist ein herrlich warmer Frühlingstag und so kommt von Reńćka das Okay für den Besuch eines Fußballspiels. Heute ist es nicht die falsche Zeit, sondern das falsche Stadion. Aufgrund der anstehenden Bauarbeiten im Hauptstadion muss auch die zweite Mannschaft von Pogoń woanders spielen. Wenn ich meine Recherche-Ergebnisse richtig verstanden habe, werden die Bauarbeiten formal am 1. Geburtstag unserer Tochter beginnen; wenn das mal nicht Karma ist.
Am Ausweichstadion kommen wir pünktlich zur zweiten Hälfte an und Zoey hat bereits ein wenig schlafen. Dort ist alles kinderwagen- und krabbelgerecht und die Kleine kann sich austoben. Ein besonderes Augenmerk legt Zoey heute auf alle vorbeilaufenden Hunde. Wann immer einer am Platz vorbei läuft, flitzt sie zu ihm. Auch unternimmt sie immer häufiger aufrechte Gänge an Mamas oder Tatas Händen.
Nach dem Spiel fahren wir zu Reńćkas Freundin Madzia, welche ihr beim Herstellen einer Geburtstorte hilft. Ich bin innerlich gerührt und glücklich. Reńćkas Freundin ist ganz vernarrt in Zoey und auch unsere Prinzessin scheint sie zu mögen. Zoey trifft bei Madzia auf eine Katze, die aber einen großen Bogen um unsere Tochter macht. Nicht unerwähnt soll hier der leckere, frische und damit noch warme Apfelkuchen bleiben.
Ich kämpfe mich kurz nach halb drei in Richtung Stadion. Die Stadt ist eine einzige Baustelle, zudem sind aufgrund des schönen Wetters Massen an Menschen unterwegs und bevölkern die Fußgängerüberwege. Auch die restlichen Luftballons schweben ständig nach vorne. Ich komme dennoch pünktlich an und brutzele die nächsten zweieinhalb Stunden in der Sonne. Reńćka schreibt mir, dass die Prinzessin alles andere im Sinn hat, als ihren Mittagsschlaf. Vielmehr begleitet sie aktiv die Zubereitung der Torte. Irgendwann kann sie aber nicht mehr und schlummert tatsächlich für eine Stunde, ohne gestillt zu werden. Dies wird das nächste Projekt; Mittagsschlaf ohne die Brust zu bekommen.
Ich starte eine Minute vor Spielende, um dem Verkehr zu entgehen und zeitnah bei meinen Mädels. Die Torte ist schön geworden, allerdings haben wir für die Heimfahrt ein Problem mit der Kühlung, welches wir mit Beuteln aus Crushed Ice aus Madzias megamodernen Kühlschrank lösen. Um Punkt 18:00 Uhr starten wir aus Szczecin. Als wir an der Grenze ankommen und noch einen kleinen Snack für die Heimfahrt kaufen, ist Zoey bereits eingeschlafen. Reńćka hat noch einen weiteren Beutel Crushed Ice mitgebracht und so wird die Torte auf jeden Fall bis zu Hause durchhalten.
Die Prinzessin erzählt im Schlaf, schnarcht selig vor sich und ist als wir in Berlin ankommen, kaum wach zu kriegen. Um 20:30 Uhr sind alle Sachen oben und die Mädels sind bereits beim Sichten der neuen Klamotten, die Ciocia Edzia mitgegeben hat. Malutka bekommt noch ihren Abendbrei und darf noch bis kurz vor zehn Uhr spielen.
Beim Fertigmachen für die Nacht stellen wir fest, dass wir den Snuza in der Unterkunft liegen lassen haben. Hoffen wir, dass wir morgen jemanden erreichen und er bald wieder bei uns ist. Ansonsten läuft der Countdown unaufhaltsam.
In wenigen Momenten ist Zoeys erster Geburtstag.