Der Morgen beginnt mit kaltem Wasser, welches aber momentan prima zu unserem WG-Klima passt. Allerdings scheinen die Antibiotika mal so richtig den Körper auszumisten, was bei den letzten Erkältungserkrankungen zu kurz kam. Zoey ist dann auch wach und verlangt nach dem Start in den Tag. Reńćka geht es leider gar nicht gut, so dass sie heute sogar einen Arztbesuch in Erwägung zieht.
Reńćka schickt mir im Laufe des Morgens Fotos von einer heftigen Beule an Zoeys Kopf. Madame saß im Flur und stieß beim Kopf nach hinten werfen gegen die Küchentür. Zum Glück ist keine Platzwunde entstanden. Während des folgenden Telefonates erklärt mir Rencka, dass sie nicht zum Arzt gehen wird. Ihr geht es besser und vor einer halben Stunde ausgesprochene Bestätigung in meine Richtung, dass sie sich untersuchen lässt, ist bereits revidiert.
Ich möge doch bitte ihr „nein“ auch einmal respektieren. In der Tat muss nun lernen, meine Fürsorge zurückzuschrauben und meine Achtsamkeit ausschließlich auf meine Tochter zu legen. Es war eigentlich nur gut gemeint.
Die Mädels sind dann draußen. Nach dem Besuch auf dem Spielplatz wird Malutka plötzlich müde und schafft es, auf den wenigen Metern bis zu Hause, einzuschlafen. So gibt es zu Hause nur noch Mittag und dann geht’s ins Bett. Leider kann ich es nicht realisieren, so früh nach Hause zu kommen und sehe so die Maus nicht noch einmal.
Zoey ist bereits um zehn vor drei wieder wach. Sie ist selbständig aufgestanden und voller guter Laune. Kurz nach halb vier telefonieren wir und streiten weiter. Es macht so einfach keinen Sinn mehr. Es ist so viel Missgunst und Missverständnis zwischen uns.
Als ich kurz vor sechs zu Hause ankomme, bin ich eigentlich auf alles gefasst; leere Wohnung, Abschiedsbrief usw.
Stattdessen stehen die Mädels auf dem Balkon und buddeln in den Pflanzen herum. Zoey ist voller Hingabe dabei. Dann wird gespielt. Malutka hustet immer wieder einmal, ist aber ansonsten lebendig. Irgendwann suche ich das Gespräch mit Reńćka und handele einen Waffenstillstand heraus. Es ist nicht das Karma unserer Wohnung, sondern unsere schlechte Kommunikation, die uns in die Situation gebracht hat. Die Prinzessin ist sichtlich erleichtert.
Nach dem schnell improvisierten Abendessen geht’s für Madame in die Wanne. Das warme Wasser ist wieder da. Wer weiß, wie lange und nutzt auch Reńćka im Anschluss das Wasser für ein Erkältungsbad. Währenddessen füttere ich den Abendbrei.
Um Punkt neun sind wir alle drei im Bett und versuchen Zoey eine Gute-Nacht-Geschichte mit Buch vorzutragen. Malutka hat allerdings nur Augen für Mamas Brust und kämpft sich in Schlagdistanz.