Es ist Samstagmorgen, halb acht und es gibt den üblichen Kampf um die Windel. Reńćkas Vermutung, dass ich ihr dabei wehtue, lässt mich dann den Rückzug antreten. Wahrscheinlich muss ich meine Rolle überdenken. Mein Anspruch war es immer, gleichberechtigt neben ihrer Mutter für Zoey da zu sein. Aber anscheinend brauchen Kinder in diesem Alter nur ihre Mütter. Demnach ist meine Aufgabe als Vater in diesem Alter einfach eine andere. Ob ich nun da bin oder nicht, macht keinen Unterschied. Dies muss ich mir wohl immer wieder vor Augen halten, um an der Aufgabe nicht zu scheitern.
Die Situation lockert sich im Nachgang wieder auf. Wir ernten heute unsere ersten beiden Tomaten, die zwar gut aussehen, aber irgendwie nach nichts schmecken. Auch die Schale ist mehr als zäh. Nach dem Frühstück hilft die Prinzessin wieder mit lautstarker Begeisterung beim Tisch abräumen. Dafür unterbricht sie sogar ihren Aufenthalt in der Spielkiste.
Wir starten kurz nach halb elf und laufen nach unten. Dann trennen sich unsere Wege zunächst. Dir Mädels fahren zum Spielplatz an der Laube und ich muss zum Friseur und zur Post.
Gegen 11:45 Uhr treffen wir uns dann auf dem Spielplatz, sacken noch einen Beutel Äpfel ein, die in der Kleingartenanlage verschenkt werden und laufen dann nach Hause. Nachdem wir die tagende, afrikanische Sekte im Volkspark passiert haben, setze ich Zojka auf mein Fahrrad und schiebe sie ein paar Meter, was etwas Zeit spart.
Reńćka zeigt Zoey heute zum ersten Mal, was man mit einer Pusteblume macht. Malutka ist interessiert, hat den Bogen aber noch nicht ganz raus. Zu Hause angekommen, ist heute Zoeys Sportbeutel in der Post. Dieser sieht halbwegs stabil und ansprechend aus.
Der Verzehr des Mittagessens klappt heute ausgezeichnet. Zoey löffelt fleißig ihren Blumenkohl mit Kalbsfleisch. Zum Abschluss gibt es einen Choclate Chip, was ihre Augen zum Leuchten bringt. Viertel vor eins geht’s heute für den Mittagsschlaf ins Bett. Ich erhole mich etwas und Reńćka geht einkaufen.
Um 14:26 Uhr kommt wieder Bewegung in die Wohnung. Das kleine Mädchen ist aufgewacht und erklärt den Mittagsschlaf für beendet. Sie kuschelt noch eine wenig mit uns, bevor sie sich Reńćkas Brötchen widmet. Kollegial wie sie ist, bietet sie auch uns immer wieder etwas an. Irgendwann tauscht sie ihr Brötchen gegen den Apfel, den ich gerade esse.
Kurz nach drei verabschiede ich mich für eine Runde auf dem Crosstrainer und bin gegen 16:00 Uhr zurück. Alsbald machen wir uns auf den Weg zum Fußball schauen.
Der heutige Platz ist eine ideale Mischung aus Spielplatz und Fußballfeld. Auch sind viele andere Kinder da. Im Materialcontainer sind unendlich viele Spielsachen versteckt und in der Weitsprunggrube kann man prima buddeln. Malutka ist in ihrem Element. Bis auf den Moment als ihr ein anderes Mädchen Sand auf den Kopf schippt, verläuft auch alles störungsfrei. Leider geht die Partie die Verlängerung und die First Lady weist nach der regulären Spielzeit den Abmarsch an.
Zur Feier des Tages genehmigen wir uns heute einen Besuch bei Burger King, essen aber natürlich zu Hause. Zoeys Hauptaugenmerk liegt auf der Kombination Trinkbecher und Strohhalm. Sie trinkt Unmengen an Wasser, weil es ihr einfach Freude bereitet.
Dann geht’s ins die Badewanne und Oma Hihi ruft an. Malutka tut immer wieder so, als würde sie das Badewasser trinken und freut sich lautstark über Omas Empörung.
Ich nutze heute Zoeys Badewasser für einen zweiten Aufguss, um die Schnitthaare vom Vormittag abzuspülen. Dann stehen auch schon Mädels im Bad. Zoey ist im Begriff, auf Reńćkas Arm einzuschlafen. Auf einmal merkt man ihr an, wie angeschlagen sie ist und wie sehr ihr die neuen Zähne zu schaffen machen.
Daher gibt es den Brei heute früher. Sie isst – unter Zuhilfenahme des Vanille-Joghurts – ein halbes Schälchen. Heute gibt es zum Dessert ein Schlückchen Fiebersaft für unser tapferes Mädchen. Kurz darauf fallen ihr bereits die Augen zu, so dass es heute bereits um 20:30 Uhr für den Schlafmuffel ins Bett geht.
Nach einer halben Stunde gibt es plötzlich eine Rückkehr in alte Zeiten. Malutka ist wach und will nur an Mama gekuschelt einschlafen. Als Reńćka noch kurz duscht und Zähne putzt, behält sie nur die Ruhe, als ich sie durch die Wohnung trage. Um 21:15 Uhr unternehmen wir den nächsten Versuch.
Als ich eine halbe Stunde später das Fenster zu mache, schnarchen beide bereits um die Wette.