Die Nacht ist etwas besser als zuletzt und Zoey schläft bis auf wenige Momente durch. Da ich erst gegen halb acht den Weg aus dem Bett finde, sind die Mädels schon wach. Während die Prinzessin die Brust bekommt, mache ich mich auf den Weg zur Arbeit.
Die beiden Frauen sind heute Morgen mit Fahrrad auf dem Weg ins Bezirksamt, um den Vorgang mit dem Kita-Gutschein zu Ende zu bringen. Mir erschließt sich dieses bürokratische Verfahren auch heute nicht, weil man es meiner Meinung nach einfacher und schlanker hätte regeln können. Dort angekommen, heißt es zunächst „suchen“.
Die Wegweiser sind nicht eindeutig. Irgendwann bekomme ich jedoch Fotos vom Zielort. Während sich Reńćka an der Architektur des alten Gemäuers erfreut, sitzt unsere Tochter in der Spielecke und malt. Reńćka ist erfolgreich und hält dann alle Unterlagen in den Händen.
Zoey schläft auf dem Heimweg ein und so startet ihr Mittagsschlaf heute bereits um 11:30 Uhr, aber halt ohne Mittagessen im Bauch. Kein Tag vergeht ohne neuen Tiefschlag. Als ich mittags nach Hause komme, sitzt Zoey auf der Couch und liest. Sie ist bereits wieder wach. Die zwei Stunden Mittagsschlaf waren heute um 13:30 Uhr vorüber.
Reńćka zeigt mir die Unterlagen, die sie vom Jugendamt hinsichtlich der Kinderbetreuung erhalten hat. Neben einem Kostenbescheid über 23,00 Euro ist noch Zoeys Sprachlerntagebuch mit dabei. Ich lasse mir kurz erklären, wofür dieses benötigt wird. Zoey klebt an ihrer Mama und läuft, sie diese in der Küche verschwindet, empört hinterher. Als ich auch in die Küche gehe und sie mich erblickt, versteckt sie sich hinter ihrer Mutter. Auch zum Essen tragen darf ich sie nicht.
Reichlich geknickt laufe ich dann zurück zur Arbeit. Damit habe ich nun nicht gerechnet. Da der Tag nun völlig durcheinander geraten ist, gehen die Mädels schon früh auf den Spielplatz.
Im Laufe des Nachmittags gelingt es Malutka dann auch endlich, nachdem sie wieder die Finger bis in den Hals gesteckt, sich zu übergeben. Ich hoffe, dass sie dies nunmehr fortan davon abhalten wird.
Zehn vor halb fünf bin ich zu Hause und warte unten auf meine beiden Frauen, damit wir zum Kinderarzt fahren können. Wir erhalten dort unsere Kita-Tauglichkeitsbescheinigung und lassen den Arzt noch über zwei Stellen an Zoeys Körper schauen.
Es ist alles in Ordnung und mit einer neuen Zink-Salbe im Gepäck geht’s weiter zum Baumarkt. Dieser entpuppt sich als gigantischer Abenteuer-Spielplatz, wo es jede Menge Klettermöglichkeiten gibt. Und auch die Rolltreppe wird mit einer Sicherheit bezwungen, dass selbst ein anderer Kunde seine Anerkennung ausdrückt.
Dann gibt es – wie dort immer – am Imbiss einen kleinen Snack und Zoey isst heute erstmalig ein Stück Currywurst; im Ost-Berlin-Style ohne Darm. Nach dem Einkauf fahren wir wieder nach Hause.
Oben machen wir uns gleich an die Arbeit. Die Jalousie muss wieder ans Fenster. Die Mädels entfernen die Klebereste von der Jalousie und ich vom Fenster. Zoey ahmt die Arbeiten sogleich nach säubert im Nachgang noch weiter. Beim Abendessen dann schlägt Malutka ordentlich zu. Nudeln und Hackfleisch munden ihr heute sehr. Am Ende übertreibt sie es sogar ein wenig.
Sie hält heute Abend gut durch. Fernsehen und Spielen lenken ab. Während ich mit Ciocia Katja telefoniere, assistiert sie mir in der Küche bei der Zubereitung des Abendbreis. Dabei zerquetscht sie eine Tomate und freut sich ihres Daseins.
Während ich dann die Jalousie anbringe, versucht Reńćka Zoey noch ein paar Löffel des Breis zu verabreichen, was größtenteils misslingt.
Für den Schlafmuffel ist der Tag gelaufen. Wir machen sie bettfertig und um 20:30 Uhr liegt sie im Bett. Dort schläft sie sogleich ein, um zwanzig Minuten später aber wieder aufzuwachen und zu meckern. Mein Trost hilft da nur wenig, so dass Reńćka wieder gefordert ist.
Abends schauen wir noch kurz in die neue Apple-Keynote… bis sich Malutka wieder meldet.