Über Nacht ist nun auch die dritte Lampe von der Balkondecke gefallen. Es sind nunmehr alternative Lösungen gefragt. Die Nacht ist durchzogen von gegenseitigen Husten-Attacken und gipfelt in einer Wachphase zwischen 05:30 Uhr und zehn vor sieben und so bekommt Malutka heute Morgen nichts mit.
Selbst der Wasserkocher und eine zufallende Tür können sie nicht aufwecken. Ich bibbere mich durch die Morgentoilette und freue mich schon aufs Haare waschen mit kaltem Wasser am Abend. Reńćka sehe ich wenigstens noch an diesem Dienstagmorgen. Sie teilt mir mit dass wir morgens Besuch erwarten.
Kurz nach neun sind Pia und Ida da. Ida schmeißt dann Zoey aus dem Bett und die beiden spielen gemeinsam. Der Morgen vergeht wie im Flug. Reńćka telefoniert noch und verabredet sich für Freitag mit Monika. Zu guter Letzt ist auch unsere liebe Nachbarin auf Stippvisite daheim. Sie klingelt bei uns und für Zoey bedeutet dies, dass es Schokolade gibt.
In der Summe ist es elf Uhr und die Mädels sind immer noch daheim. Somit werden Einkauf und Spielplatz eingekürzt und schneller erledigt. Aufgrund meiner dienstäglichen Besprechungen lohnt sich der Weg nach Hause nicht.
Es ist inzwischen 13:00 Uhr und der Mittagsschlaf hat gerade begonnen. Nach einer Stunde ist der Schlafmuffel zum ersten Mal wach. Reńćka schafft es aber, dass sie noch weiter schläft. Um 15:45 Uhr telefonieren wir kurz und sprechen den Nachmittag ab.
Ich starte um 16:30 Uhr in den Feierabend. Der Wetterbericht hat April-Wetter angekündigt und so stehe ich im Regen. Da ich mir vorgenommen habe, zur morgigen Dienstbesprechung Kuchen mitzubringen, besorge ich noch die benötigten Zutaten.
Als ich kurz vor fünf zu Hause bin, schauen die Mädels gerade “Masza i Niedźwiedź“. Mit Reńćkas Unterstützung beginne ich sogleich mit dem Kuchen. Zoey zeigt ihr Interesse am Mehl und in wenigen Minuten sieht die Küche aus wie ein Schlachtfeld. Man merkt Malutka an, dass sie heute eindeutig zu wenig Zeit an der frischen Luft verbracht hat. Wie man am Kuchen backen Freude entwickeln kann, erschließt sich mir in keinster Weise. Es dauert ewig.
Als Reńćka den Müll rausbringt, ist Zoey zunächst untröstlich. Meckernd läuft sie durch die Wohnung. Während sich der Hefeteig um seine Ausdehnung bemüht, verzehren wir unser Abendessen. D
er Fernsehabend wird dann immer wieder unterbrochen für die weiteren Arbeiten am Kuchen. Zoey ist trotz Erkältung gut drauf und holt die fehlende Bewegung durch Umrunden des Tisches auf. Für den Abendbrei kann sie sich trotz Beigabe unseres selbst gemachten Apfelmuses und Joghurt nicht begeistern. Und so geht’s nach nur wenigen Löffeln ins Bett.
Frisch abgesaugt und eingeschmiert, liegt die zehn vor neun im Bett. Der Kuchen ist auch soeben fertig geworden.