Ich bin richtig gut in der Zeit. Es ist kurz nach 22:30 Uhr und alles ist erledigt. Plötzlich erhalte ich eine Nachricht, ich möge mich bitte ums Kind kümmern. Der Schlafmuffel mutiert zum Terrorzwerg und lässt sich nicht beruhigen. Zoey schreit und brüllt. Als ich sie auf den Arm nehme, gelingt es mir schnell, sie zu besänftigen. Allerdings nur so lange, bis ich sie wieder hinlege. Sobald sie realisiert, dass sie nicht an Mamas Brust darf, setzen die Unmutsbekundungen wieder ein. Dann wird es ruhiger, weil wir für sie singen. Unser Repertoire umfasst jedoch bislang nur einen Song und dieser ist leider auch noch sehr kurz. Demnach speichere ich mir eine geistige Notiz, dass weitere Lieder hinzukommen müssen. Aufmerksam lauschend und aufgrund des Schnupfens schwer atmend, schließt sie langsam die Augen. Kurz bevor die Kleine einschläft, dreht sie sich um, brabbelt und will spielen, was sie dann auch bis 01:00 Uhr vollzieht. Es folgt der nächste Anlauf. Die Prinzessin kommt an die Brust und röchelt sich in den Schlaf. Allerdings ist dieser mehr als unruhig, so dass man neben ihr kaum schlafen kann. Gegen 03:30 Uhr kommt noch einmal der Nasensauger zum Einsatz. Ich bin froh, dass wir uns gegen die Variante mit dem Staubsauger entschieden haben; die Nachbarn sind es bestimmt auch.
Bis zum endgültigen Aufwachen um 08:30 Uhr ist Zoey zig mal wach und so befinden sich an diesem Morgen drei Zombies im Bett, von denen einer auch ganz schön krank und blass aussieht. Beim Frühstück verhält sie sich wieder immer und isst normal. Nur das Nase putzen geht ihr völlig gegen den Strich.
Kurz nach elf kommt Edzia, die wir gleich im Anschluss noch zum Bahnhof bringen. Damit die Frauen ein wenig quatschen können, laufe ich mit Zoey eine kleine Runde. Es nieselt und tröpfelt auf das Kinderwagenverdeck, was die Kleine aber nicht davon abhält gleich einzuschlafen. Kurz nach zwölf starten wir in Richtung Gesundbrunnen und erreichen den Zug super pünktlich. Da leider niemand an die Wickeltasche gedacht hat, nutzen wir das Wickelangebot einer großen Drogeriekette und erledigen noch kurz die Einkäufe. Im Center sind viele Kinderwagen unterwegs, aber die Prinzessin hat heute keine Augen für andere Kinder.
Wir sind kurz nach 14:00 Uhr zu Hause. Für Zoey gibt es heute zum zweiten Mal die sehr flüssige Tomatensuppe mit Pute versetzt. Trotz der verstopften Nase lässt sich diese jedoch sehr gut verzehren. 14:45 Uhr schläft sie ein. Bereits eine Stunde später ist sie zum ersten Mal wieder wach. Dann sieht eigentlich alles nach Aufwachen aus und Reńćka bittet mich, rüber zu kommen. Die Prinzessin ist aber innerhalb von einer Minute so fest eingeschlafen, dass man sie nicht durch Reden oder Musik aufwecken kann, was auch mal eine interessante Erfahrung ist.
Anschließend kuscheln, tanzen und trommeln wir zu Kayahs „Po co“ und es gibt ein wenig Obst. Vor der Abendrunde klingeln wir noch bei unserer Nachbarin, die Zoey auch schon vermisst hat. Kurz bevor wir zu Hause ankommen, erzählt die Kleine munter und schläft plötzlich ein. Als wir sie dann im Hausflur aufwecken, erzählt sie weiter, ohne mitbekommen zu haben, dass sie eingeschlafen ist.
Nach unserem Abendrot geht sie sofort in die Wanne. Malutka hat sofort bessere Laune und planscht. Während ich, aufgrund der Müdigkeit, mit dem Fall ins Koma ringe, füttert Reńćka den Abendbrei. Allerdings auch erst im zweiten Anlauf, da Zoey der erste Brei heute auf einmal nicht mehr schmeckt. Während des Abendessens erledigt die sie gleich noch ihr großes Geschäft, was wiederum so groß ist, dass wir uns für einen zweiten Waschgang in der Badewanne entscheiden. Dann darf Reńćka erst einmal unter die Dusche ich blättere mit unserer Tochter das kleine Plüschbuch mit der Ente durch. Das lenkt sie wenigstens ein paar Minuten von ihrer Müdigkeit ab. Aufs neuerliche Absaugen hat die Prinzessin dann keine Lust mehr und die Nasentropfen werden nur unter Protest akzeptiert. Sie will einfach nur noch an die Brust und schlafen. Genau 30 Minuten später ist sie bereits erstmals wieder wach.