Gegen 23:30 Uhr schleiche ich mich ins Bett und versuche einzuschlafen. Der Atem meiner beiden Frauen geht ruhig und umgibt mich mit Geborgenheit. Es stürmt draußen und der Regen peitscht gegen die Fenster. Um 04:30 Uhr – nach dem vierten Hinweis darauf, dass ich schnarchen würde – ziehe ich samt meiner sieben Sachen ins Wohnzimmer um und quäle mich bis 09:00 Uhr durch die einsamen Morgenstunden.
Der nächtliche Sturm hat etwas Schnee nach Berlin gebracht und so kann ich mein Baby mit Blick auf ein weißes Dach begrüßen. Nach dem Frühstück und ein wenig Krabbelei begeben wir uns auf die Morgenrunde.

Die Sonne scheint und es ist angenehm mild. Das Bezirksamt ist noch mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt, wovon die Prinzessin aber schon nichts mehr mitbekommt.

Sie schläft. Wie vorgenommen, quäle ich mich die Hügel im Volkspark hinauf, um etwas für die Fitness zu tun. Mit der Wintersonne sieht die Welt um uns herum gleich freundlicher aus.



Zoey muss ich nach 40 Minuten aufwecken. Obwohl sie auch heute wohl gerne noch weiter geschlafen hätte, suggeriert sie gute Laune. Sie erzählt, lächelt und sabbert freundlich vor sich hin. Irgendwann wird es ihr aber zu langweilig und sie meckert kurz. Ein kurzer Positionswechsel im Kinderwagen beruhigt die Situation jedoch sofort. Kurz vor eins sind wir wieder zu Hause.
Nach einem Snack fahre ich nach Adlershof zum Zahnarzt. Reńćka schreibt mir gegen 14:20 Uhr, dass Zoey eingeschlafen ist und ihren Mittagsschlaf macht. Während meines Zahnarztbesuches wird der Tod des Bürgermeisters von Gdańsk durch die Presse kommuniziert. Er wurde gestern im Rahmen einer Veranstaltung, auf welcher Gelder für wohltätige Zwecke in Polen gesammelt werden, mit einem Messer niedergestochen. Ich halte mich mit der Bewertung der Ereignisse aufgrund fehlender Kenntnisse zurück, Reńćka hat hier aber eine klare Position.
Als ich kurz nach vier wieder zu Hause bin, darf ich Zoey aufwecken. Die Freude über die Schlafunterbrechung hält sich in Grenzen, aber als sie dann durchs Bett krabbelt, ist alles wieder gut. Zudem zieht sie sich am Babybett hoch und befummelt die Nachttischlampe. Die Abendrunde beginnt zunächst zu dritt, mich beschleicht jedoch ein dringendes Bedürfnis und somit verlasse ich die Runde vorzeitig. Eigentlich ist es aufgrund des plötzlichen Glatteises nicht ratsam, draußen herumzulaufen, aber die vier Räder des Kinderwagens bieten komfortablen Halt. Nachdem die Mädels zurück sind, schauen wir gemeinsam Handball. Leider spielt die DHB-Auswahl nur Unentschieden gegen Russland. Während dessen beginnen wir bereits das Abendessen und Zoey krabbelt im Wohnzimmer umher. Dann bekommt auch sie ihren Abendbrei. Madame hat heute wieder mit den Zähnchen zu kämpfen und kaut daher auf ihren Fingern herum. Der 4. Zahn erkämpft sich gerade den Weg nach draußen. Danach übt sie noch weiter fleißig, sich hochzuziehen und hinzustellen.
Gegen kurz nach neun geht es für sie ins Bett, wo sie zunächst nicht ans Schlafen denkt, sondern im Bett steht. Erst die väterliche Ansprache beruhigt die Situation und sie schläft gegen halb zehn ein, um aber wie üblich, nach 30 Minuten noch einmal zu meckern.