Ich kann lange Zeit nicht einschlafen, da der Kopf voll von schlechten Gedanken und Unsinn ist. Irgendwann schlafe ich aber ein und werde gegen 08:00 Uhr wach und lausche. Es ist still und es bleibt auch noch bis kurz vor 09:00 Uhr so still. Zoey hat ihrer Mama heute eine erholsamere Nacht beschert. Zwar erfolgte gegen halb drei der Umzug ins große Bett, aber dann schlief die Kleine auch. Als ich herüberkomme, schläft der Schlafmuffel sogar noch.

Die erste Nachricht, die mich heute Morgen erreicht, kommt von einem Kollegen, der mir mitteilt, dass ich in einer Woche wieder arbeiten muss. Diese Erinnerung hätte ich jedoch gar nicht benötigt.

Während sich Reńćka für den Tag fertig macht, schmiere ich mir schnell zwei Stullen, welche ich mit Zoey in der Küche esse. Sie bekommt natürlich ein Stück Brot ab und ist dankbar. Als wir dann auf dem Boden sitzen und essen, macht irgendwas in meinem Kopf klick. Ich sollte nicht länger meiner freien Vergangenheit hinterher trauern, sondern in die Zukunft blicken und die damit einhergehenden, neuen Möglichkeiten nutzen. Ein Tag wie der gestrige wird mir nie wieder passieren.

Um 10:25 Uhr fahre ich meine beiden Frauen letztmalig zu „Polski dla Maluchów“. Es wird aufgrund des Ampelausfalls an der Mollstraße wieder nur eine punktgenaue Ankunft. In der heutigen Stunde tauschen sich die Frauen darüber aus, wie wichtig die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik für die Sprachentwicklung ist, weil alles mit einander verbunden ist. Ein paar neue Buchempfehlungen bringt Reńćka auch mit. Zudem wird eine Fingerreim-Massage vorgestellt. Als ich mittags die erste Mail-Welle hinsichtlich einer Kinderbetreuung verschicke, kullert mir tatsächlich eine Träne über die Wange. Ich glaube, es wird sehr schwer, die Kleine aus unserer Obhut zu entlassen. Es ist der erste Schritt in ihre Unabhängigkeit.

Bereits nach drei Minuten bekomme ich erste Antwort. Es gibt keine Plätze bis Juli 2020. Draußen zieht ein Sturm auf und die Mädels melden sich um mitzuteilen, dass sie auf dem Heimweg sind. Kurz nach eins klatschen wir uns zu Hause ab. Ich mache mich auf den Weg zum Arzt. Beim Orthopäden komme ich noch vor meinem Termin ran. Es wird wohl keine „Liebesbeziehung“ zwischen uns, aber die systematische und auch vorbereitete Herangehensweise gefällt mir gut und überzeugt mich. Da ich schneller wieder raus bin als erwartet, nutze ich die Chance, schnappe mir zu Hause das Auto und hole noch ein Paket ab. Reńćka hängt auf dem Balkon gerade Wäsche auf, sieht mich aber nicht.

Gegen 14:30 Uhr schläft die Prinzessin ein und meldet sich im Anschluss bis zum Aufwachen auch nicht mehr. Ich trage weitere Kontakte für unsere Kita-Aktion zusammen. Es sind inzwischen weitere Antworten gekommen, deren Inhalt allesamt identisch ist. Kurz nach fünf ist der Schlafmuffel wieder wach. Sie sieht noch etwas mitgenommen aus, freut sich aber über die Kuscheleinheiten.

Die Abendrunde lässt heute etwas auf sich warten, denn der Sturm befindet sich gerade über unserem Haus. So kann ich noch die Mails für die erste Welle „Prenzlauer Berg“ losschicken. Und bereits einige Minuten später bekomme ich einen Anruf eines Kita-Leiters. Das Gespräch endet mit der Zusage, eine Mail an uns zu senden und mit seiner Enttäuschung, dass wir nicht von jetzt auf gleich für eine Hospitation alles stehen und liegen lassen können. Gegen 17:45 Uhr ist es dann aber endlich so weit und wir können los.

Draußen ist richtig viel Betrieb, da überall Feuerwehr unterwegs ist. Der aufgrund des Sturmes umgestürzte Baum vom Mittag ist bereits in seine Einzelteile zerlegt. Aber es klart allmählich auf. Wir steuern die Drogerie an, weil Reńćka aus der Veranstaltung heute Mittag noch eine Spielzeug-Anregung mitgebracht hat. Auch wenn es nicht genau das gesuchte Objekt ist, stößt das alternative Äquivalent auf absolute Gegenliebe. Es wird noch im Laden ausgepackt und sofort bespielt.

Unsere Wege trennen sich kurz für die Fortsetzung der Ausfahrt und meiner Physiotherapie. Kurz nach halb acht bin ich wieder zu Hause. Die Mädels schauen Fernsehen. Als ich die Tür aufschließe und Reńćka Zoey sagt, dass ich es bin, krabbelt sie sofort los, um mich zu begrüßen. Ich mache mir schnell was zu essen und übernehme dann das gemeinsame Spielen. Zoey ist schon müde und meckrig, lässt sich aber ablenken bis ihr Brei fertig ist. Reńćka springt unter die Dusche und das Raubtier verschlingt den Abendbrei binnen weniger Minuten. Wir telefonieren dann noch Oma Hihi, welche wieder allerhand Spielsachen für die Prinzessin aus ihrem Fundus heraus gekramt hat.

Malutka liegt um 20:45 Uhr bei Mama an der Brust. Der Umzug ins eigene Bett gestaltet sich heute schwierig. Wann immer Reńćka ansetzen möchte, kuschelt sich Zoey fest an sie. Ich lege sie dann irgendwann ins Bett. Es folgt das übliche Hin und Her und Auf und Ab. Nach einer Stunde ist es dann so weit. Die Kleine knurrt sich in den Schlaf. Für ihre Verhältnisse ist zum Glück relativ ruhig geblieben. Dobranoc Schlafmuffel!! Wir lieben Dich!!!

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