Die Nacht endet abrupt. Reńćka ist auf Toilette, Zoey steht weinend vor der Badezimmertür und ich im Bett. Es fliegen einige Sätze in meine Richtung, welchen ich entnehmen kann, dass Zoey seit 04:00 Uhr wach ist und nicht wieder einschlafen will. Dann geht die Tür zum Schlafzimmer zu und ich versuche, das weinende Kind zu trösten. Dies funktioniert dann auch gut, bis ich sie zu mir auf die Matratze legen will. Zum Glück habe ich noch die Ohrenstöpsel im Gehörgang und muss das Jammern nicht in voller Lautstärke ertragen. Irgendwann gebe ich auf, verpasse Zoey eine frische Windel und bringe sie zu ihrer Mama ins Bett.
Da es sich nicht lohnt, weiter zu schlafen, genieße ich eine heiße Dusche und laufe durch den kalten Morgen auf Arbeit. Malutka schläft noch ein wenig, Reńćka ist dies wiederum nicht vergönnt. Im Laufe des Vormittags dann fahren die Frauen mit Fahrrad zum Spielplatz an der Laube. Als ich mittags nach Hause komme, hat Malutka gerade ihr Mittagessen verweigert und auch von mir will sie nichts essen.
Mit dem Einschlafen klappt es aber dafür umso besser. Da auf Arbeit keine weiteren Termine anstehen, dehne ich meine Pause daheim aus und lege mich mit den beiden hin. Gegen halb zwei mach ich mich wieder zurück auf den Weg zur Arbeit. Als mich meine beiden Damen kurz nach drei Uhr anrufen, lässt der Besuch noch auf sich warten. Monika wollte eigentlich um 15:00 Uhr bei uns sein, hängt aber aufgrund der Vielzahl von Demonstrationen für den Klimaschutz noch auf der Strecke fest und verspätet sich deshalb.
Um 16:30 Uhr starte ich ins Wochenende. Dafür wähle ich heute die große Runde und schaue auch auf dem Spielplatz vorbei. Dieser ist jedoch leer und verlassen. Auch meine beiden Lieblingsmenschen sind nicht zugegen. Sie sitzen mit ihrem Besuch im Wohnzimmer. Malutka rennt durch die Wohnung und als ihre Musik kommt, zeigt sie allen ihre Tanzkünste. Dies sorgt für Begeisterung. Ab und an wird ein Lebkuchen genascht und auch sonst ist sie gut drauf. Die Nase läuft zwar noch, aber sie ist vital.
Gegen fünf beginne ich mit den Vorbereitungen fürs Abendessen. Die Frauen verabschieden Monika und drehen noch eine Runde draußen. Wir essen heute schon sehr zeitig, damit ich – weil mein Kurs vorverlegt wurde – pünktlich loskomme. Das schönste Feedback für den Koch ist es dann, wenn sich alle am Tisch vertretenen Parteien den Bauch vollschlagen. Zoey muss es dann natürlich wieder übertreiben und packt sich eine Nudel mit Tomatensauce auf Kopf. Ihr aschblondes Haar ist plötzlich rot.
Während ich um 18:25 Uhr starte, beginnen die Frauen ihr Abendprogramm. Ich bin kurz nach acht wieder zu Hause. Die Mädels kommen gerade aus dem Bad heraus und Zoey sieht aus, als hätte sie sich im Toilettenpapier gewälzt. Diese Beobachtung ist auch fast zutreffend.
Um das leichte Ungleichgewicht in meinem Magen zu beheben, esse ich noch ein paar übriggebliebene Nudeln um Abendessen. Es dauert nicht lange, bis Malutka damit beginnt, sich ihren Anteil zu stibitzen. Trotzdem sie gut gegessen hat, passt heute problemlos der Abendbrei in den Bauch und dies von ganz alleine ohne Unterstützung.
Und dann ruft auch schon das Bett, dessen Ruf der Schlafmuffel kurz vor neun folgt.