Samstag, der 05.10.2019

Auf meinen Körper ist Verlass. So wie früher, wenn spannende Sachen bevorstanden, stellt er alle Befindlichkeiten hinten an und suggeriert Fitness. Mir geht’s also besser, Malutka hustet aber doller. Die Entscheidung fällt also dahingehend, dass wir unseren Tripp in den Harz antreten. Die Mädels gehen noch kurz einkaufen, ich beginne zu packen. Nach dem Frühstück machen wir noch kurz Ordnung und beginnen mit dem Einräumen des Autos.

Kurz vor 12:00 Uhr starten wir dann in den ersten Teil des Urlaubs. Malutka schläft relativ zügig ein. Die Strecke aus der Stadt raus, für die wir am Mittwochnachmittag über eine Stunde gebraucht haben, schaffen wir in einem Drittel der Zeit. Das Mittagsgläschen gibt es für Zoey in Halberstadt an der Tankstelle. Hier ist eine freundliche Frau, die sehr hilfsbereit ist. Dann schauen wir uns die Altstadt an und gehen shoppen. Wir brauchen noch ein Knabbersachen für Zoey und eine Mütze für mich. Damit Reńćka auch etwas bekommt, nehmen wir ihr einen schönen Rock mit. Die Maus ist gut drauf und flaniert durch die Gänge.

Zum Abschluss schauen wir uns die Marienkirche und den Dom an. Im Halberstädter Dom probt heute ein Chor. Zoey hält inne vor Begeisterung. Nachdem wir eine Kerze angezündet haben, laufen wir zum Ausgang und Malutka singt.

Die restlichen 43 Minuten bis zur Unterkunft vergehen dann relativ schnell. Die Prinzessin genehmigt sich noch eine kurze Runde Schlaf, welche wir damit unterstützen, dass wir noch eine Runde durchs Dorf fahren. Wir schlafen heute erstmals in einer Jugendherberge. Von Außen macht das Gebäude einen guten Eindruck. Hier laufen hunderte Menschen umher, die alle gerade wandern waren. Ich bin etwas geflasht. Es gibt kaum Parkmöglichkeiten und so müssen wir für das Entladen improvisieren.

Nach dem Einchecken wird dann der Albtraum war. Vier-Mann-Zimmer, zwei Doppelstockbetten und zwei Steckdosen. Draußen vor dem Fenster rauscht der Bach, der wie das Adlergestell daheim klingt. Die Frauen sind zufrieden, ich bin enttäuscht, zumal ich mir unter einem Familienzimmer etwas Anderes vorgestellt hätte. Als ich dann noch im Foyer versuche, das WLAN zu nutzen, um ein neues Video zu erstellen, ist meine Laune endgültig dahin. Nicht nur das Handynetz ist hier unterirdisch, auch das WLAN läuft. Willkommen im Jahr 2019!!

Klugerweise haben wir unseren Aufenthalt noch auf Halbpension upgegradet und können somit gleich Essen gehen. Das Abendessen macht einen guten Eindruck. Maltuka mampft ihre Portion Kartoffelbrei und Gemüse mit großem Genuss weg. Im Anschluss begegnet ihr ein gleichaltriges Mädchen und die beiden flitzen fortan gemeinsam durch die Gänge. Zoey ist so glücklich und das andere Mädchen scheint auch zufrieden damit.

Ich fahre anschließend nach Niedersachsen zum Einkaufen. Dort kann ich auch das Videomaterial bearbeiten, was ich auf dem Parkplatz erledige. Währenddessen schauen die Mädels noch die Jugendherberge an und sind auf der Suche nach heißem Wasser für den Abendbrei.

Da der Upload des Videos bis zur Rückkehr nicht vollständig ist, spekuliere ich auf ein freies Gäste-WLAN eines Restaurants. Zum Glück geht die Rechnung auf und das Video ist in wenigen Minuten online. Als ich dann nach Hause komme, sitzt Zoey noch völlig überdreht im Bett. Reńćka erzählt mir, dass Malutka ohne Unterlass gequatscht hat. Ihren Abendbrei wollte sie nicht, dafür aber reden. Wir lassen sie noch etwas gewähren, bis sie nicht mehr kann und gegen 22:00 Uhr endlich einschläft.

Die Nacht wird eine Katastrophe. Malutka hustet ohne Unterlass und mein Köper ist in absoluter Alarmbereitschaft, weil ich mir große Sorgen mache. Erholsam schläft heute Nacht niemand.

Sonntag, der 06.10.2019

Als wir dann morgens aufstehen, trödeln wir so lange, dass wir fast das Frühstück verpassen. Da jeder von anderen dachte, dass er den Morgenbrei mitnimmt, stehen wir ohne selbigen im Frühstückssaal. Statt diesem verputzt Malutka Unmengen von Joghurt. Das Eier abpellen klappt auch nicht richtig, weil diese zu weich für Zoeys Versuche sind.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Wernigerode und schauen uns das Schloss an. Die Anreise nutzt die Prinzessin für ein kurzes Schläfchen, um dann im Kinderwagen abzuhängen. Oben angekommen, erkundet sie aber zu Fuß das Schloss-Plateau.

Auf der Rückfahrt macht sie von ihrem neu erlernten Wort Gebrauch und fordert „mehr“ und „mehr“ Knabbersachen von Reńćka. Zurück in der Jugendherberge ist es dann eine Herausforderung für die Kuchencrew, Zoeys Mittagessen warmzumachen. Ich bemühe mich, höflich zu bleiben und verweise darauf, dass das Gläschen einfach nur in die Mikrowelle muss. „Wenn das jeder so machen würde, könnte er sich einen Strick nehmen. Und „dann kann man halt nicht mit Kind verreisen.“ Ich denke so bei mir, dass ich weiterhin freundlich bleibe und bedanke mich.

In einer deutschen Jugendherberge hätte ich ja mit Vielem gerechnet. Wenigstens isst die Prinzessin das Gläschen auch. So war die Mühe nicht umsonst. Mittags zum Einschlafen wird erzählt, gekichert, gesungen, gegluckst bis endlich Ruhe ist. Gerade als Zoey eingeschlafen ist, geht der Feueralarm los.

Erprobt wie ich von Arbeit her bin, gebe ich die nötigen Anweisungen und sammele unsere Sachen ein. Zuvor prüfe ich aber noch auf dem Flur, ob wir in Gefahr sind. Im Foyer erklärt man uns, dass der Alarm durch die Arbeiten in der Küche ausgelöst wurde. Leider lässt sich die Anlage nicht mehr ausschalten. Hätte ich gewusst, dass das Erhitzen des Gläschens den Küchenmann so aus der Bahn wirft, hätte ich es nicht von ihm verlangt.

Zoey hat Angst, lässt sich aber ablenken. Noch bevor die Feuerwehr anrückt, ist wieder Ruhe. Zum Glück sind nur wenige Gäste vor Ort, so dass kaum Unruhe entsteht. Ich fahre danach weiter zum Auswärtsspiel Unions in Wolfsburg und komme voller Hektik erst kurz vor Spielbeginn an. Malutka findet derweil in den Schlaf, darf aber nur bis kurz nach drei schlummern.

Reńćka versucht dann, die beiden noch – wie am Tag davor mit dem Rezeptionisten abgesprochen – fürs Abendessen anzumelden, was ihr aber mit Verweis auf die bisherigen Anmeldungen verweigert wird. Da eine frühere Anmeldung nicht möglich war, explodiert meine liebe Frau dann.

Es nutzt jedoch nichts. Es gibt kein Abendessen. Ich entscheide daher, mein Spiel bereits in der 89. Minute zu verlassen, um dem Abreisestau zu entgehen. Immerhin sollen meine Frauen nicht hungern. Diese schauen sich derweil zur Beruhigung Kaninchen an, die in einer Stallung am Rande des Wanderweges untergebracht sind.

Ich komme schnell durch und besorge bei McD das Abendessen. Die 23 Minuten, die das Navi für die Strecke nach Schierke ausweist, unterbiete ich noch. Wohl dem, der so einen fürsorglichen Partner und Tata hat.

Um 19:15 Uhr reiche ich das Essen rein. Die Mädels stürzen sich wie die Geier darauf. Erst dann widme ich mich dem heutigen Video, während Reńćka und Zoey noch einmal kurz die Gegend unsicher machen. Während Maltuka bettfertig gemacht wird, fahre ich wieder zu dem Restaurant von gestern, um den Upload zu realisieren. Es klappt abermals wunderbar.

Um 20:50 Uhr bin ich wieder zu Hause. Es ist bereits alles dunkel und Zoey an der Brust. Als sie damit fertig ist, fängt sie an zu gackern. Dann wird etwas erzählt. Heute besteht tatsächlich die Gefahr, dass wir vor Zoey einschlafen. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, jemals so früh im Bett gelegen zu haben.

Um 21:15 Uhr ist dann endlich Ruhe. Ich finde keinen erholsamen Schlaf und erreiche wieder keine Tiefschlafphase. Zu klein ist das Bett und ständig stößt man irgendwo gegen. Malutka schläft besser. Ihr macht der Platzmangel nichts aus.

Montag, der 07.10.2019

Um 07:20 Uhr ist die Nacht vorüber. Wir beginnen schon damit, unsere Sachen zu packen. Zoey randaliert mit den Papierkörben in der Wohneinheit. Nach einer Stunde geht’s weiter zum Frühstück. Hier ist bereits ordentlich Betrieb. Wanderer sind anscheinend alles Frühaufsteher. Zoey ist durch das alles abgelenkt und isst nur rudimentär. Danach stolziert sie durch den Essensaal und genießt das Bad in der Menge.

Während ich dann die Sachen im Auto verstaue, besuchen die Mädels noch mal die Kaninchen. Noch vor um 10:00 Uhr begeben wir uns auf den Heimweg. Es läuft alles zügig und ohne Probleme. Zoey schläft die Hälfte der Fahrt und wird erst auf den letzten Metern ungeduldig. Da wir aus dem Südwesten kommen, steuern wir für einen Überraschungsbesuch Oma Hihi an.

Eigentlich wollen wir Zoey nur schnell das Mittagessen reichen, verweilen dann aber doch noch für mehr als zwei Stunden in Adlershof, weil alle viel zu erzählen haben. Kurz nachdem wir losgefahren sind, klingelt das Telefon. Wir haben den Schlüssel vergessen und müssen noch einmal umdrehen. Für Malutka ist diese Extrarunde gut, weil sie so auf der Heimfahrt noch 20 Minuten schlummert.

Dann ist erst mal Ankommen angesagt. Malutka steht ein wenig neben sich und weicht vor allem Reńćka nicht von der Seite. Nach einem kleinen Imbiss gehen wir raus, damit Zoey noch etwas Bewegung bekommt. Zudem wollen wir noch ein paar Einkäufe erledigen, denn morgen geht es weiter an die Ostsee. Auf dem Weg treffen wir Pia nebst Ida und Leo.

Die Mädels spielen kurz miteinander und dann laufen wir weiter. Noch vor 18:00 Uhr sind wir wieder daheim. Wir essen und für Malutka geht’s in die Badewanne. Das Haare waschen mit Dusche gefällt ihr heute überhaupt nicht. Beim anschließenden Fernsehen massieren mir beide Damen die Schultern.

Am Abendbrei zeigt Malutka keinerlei Interesse und so machen wir den Schlafmuffel gleich bettfertig. Um 20:30 Uhr liegen beiden Frauen im Bett.

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