Es ist wieder morgens. Reńćka kommt zu mir ins Bett und kuschelt sich ein. Wenige Augenblicke später ist auch der Schlafmuffel wach und folgt ihr schüchtern. Zum Glück kommt Madame erst einmal an die Brust, so kann ich in Ruhe wach werden. Während sie trinkt, singen wir ihr leise „sto lat“ ins Ohr, um ihr zu anderthalb Jahren auf der Welt zu gratulieren. Die Nacht war für alle eine Wohltat. Malutka schläft fast 12 Stunden, beinahe, ohne Unterbrechung.
Dann beginnen wir mit dem Sachen packen. Reńćkas ausgeklügeltes System sieht vor, dass Zoey und ich eine Runde um den Block drehen, damit auch sie in Ruhe packen kann. Leider regnet es draußen ordentlich und so fällt die Runde eher kurz aus. Zwischendrin klopft es und unsere liebe Nachbarin meldet sich. Sie ist für eine Nacht daheim und verführt Malutka natürlich zum Schokolade essen. Zoey ist sogar noch vor ihr in der Küche und bezieht Stellung.
Nachdem BAO vollgeladen ist, geht’s kurz vor 12:00 Uhr los. Auch dem Weg nach Szczecin fahren wir noch tanken und Geld abheben, um den Wechselkurs-Vorteil zu nutzen. Zoey schläft die Fahrt über. Viertel nach zwei kommen wir bei Ciocia Edzia an. Sie hat drei Beutel mit Sachen fur Zoey. Sie sind auch gerade aus dem Urlaub zurück und haben eine kranke Tochter mitgebracht. Mathylda geht es so schlecht, dass sie im Bett liegt und sich nicht mal von Zoey zum Spielen animieren lassen will. An Mittagessen ist aufgrund der Vielzahl an Spielmöglichkeiten kaum zu denken.
Kurz nach drei fahren wir weiter. Das Navi zeigt noch knapp drei Stunden Fahrt an. Wir tauschen unser Geld und ich bekomme an der Tankstelle etwas zu essen. Auch die Maus darf kosten und behält die Wurst im Brötchen gleich für sich. Ich bekomme dann nur die angekauten Reste zurück. Auf der weiteren Fahrt hält sich die Prinzessin mit Essen und Trinken wach. Das Navi ist völlig verwirrt, weil in den letzten Stunden Abschnitte der neugebauten Straße freigegeben wurden. Dafür geht es gleich viel zügiger, was mein Unterbewusstsein mehr als erfreut.
Auf den letzten Metern dann passiert es. Zoey hat ihren Füllstand überschritten und erbricht sich. Inzwischen haben wir aber auch darin eine gewisse Routine und beseitigen das Malheur in Windeseile. Malutka ist tapfer und weint nicht einmal, allerdings muss auch sie die Situation erst einmal verarbeiten.
Kurz vor sechs erreichen wir Sarbinowo und unsere Unterkunft. Der Rezeptionist ist so freundlich und gibt der Küche noch den Hinweis, dass wir kommen und so können wir noch essen. Am Restaurant angegliedert, ist ein Spielzimmer. Dies bemerkt natürlich auch unsere Tochter. Sie ist glücklich und flitzt durch die Gegend.
Dann wird ausgeräumt und Reńćka eröffnet uns, dass sie Halsschmerzen hat, was wiederum den Besuch einer Apotheke erforderlich macht. Noch bevor wir das Auto ausräumen, machen wir uns auf den Weg. Es ist ein angenehmer Spaziergang in Richtung Ostsee, die heute sehr rau ist, was Zoey in der Dunkelheit Angst macht. Wir quälen sie dann nicht und laufen zurück.
Reńćka hat eine tolle Unterkunft für uns ausgesucht. Das Apartment ist modern und geräumig. Auch eine Waschmaschine und Küchenzeile sind eingebaut, was für die Reinigung des Kindersitzes zuträglich ist. Für Zoey gibt es jede Menge zu erkunden. So erfreut sie sich an den zugänglichen Lichtschaltern.
Den Abendbrei verputzt sie mit großer Freude. Dann geht’s in Bett. Sie erzählt noch kurz und schläft gleich ein. Reńćka hat inzwischen Fieber, so dass die Medikamente ein wenig Leistung zeigen müssen. Irgendwas ist ja immer.