Ich habe von Tag zu Tag weniger Lust über diese Krise zu lesen. Dieser Overload an Informationen schürt wohl bei den meisten Menschen nur Angst. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, schränken unser Leben mehr und mehr ein. Am anfälligsten sind wohl aber vor allem im Kopf.

Heute Morgen wecke ich meine Mädels. Sie schlafen noch, als ich um halb acht auf Arbeit möchte. Renia muss heute nicht auf Arbeit und so wird mir nach langer Zeit mal wieder von oben gewinkt.

Auf Arbeit präsentiert sich dasselbe Bild wie in den letzten Tagen. Krise managen, Betrieb aufrecht erhalten und die Mitarbeiter beruhigen. Es ist eine Mammutaufgabe, aber wenigstens dürfen wir noch das Haus verlassen; noch. Zoey und Renia verbringen den Vormittag alleine auf dem Spielplatz an der Laube. Nach dem Einkaufen sind sie mittags wieder daheim. Ich schaue gegen halb eins nach dem rechten. Zoey isst gerade ihr Mittagessen und als sie fertig ist, kann ich sie für den Mittagsschlaf fertig machen. Sie braucht heute mehr als eine halbe Stunde, um einzuschlafen.

Mir gelingt es, noch etwas Wasser für Arbeit zu ergattern. Am Nachmittag sind die beiden Frauen wieder draußen. Renia berichtet, dass eine andere Mutter heute den Kontakt Zoeys zu ihrem Kind unterbunden hat. Schmerzhaft für Zoey, aber konsequent, wie ich dann auch noch einmal Renia deutlich mache. Auch wenn es für sie nunmehr einsamer wird, ist es nötig und ich finde, dass auch Malutkas Husten weniger geworden ist, seit sie nicht mehr zur Tagesmutter geht. Pani Jola meldet sich von ihrer Kur in Passau. Dort ist ein positiver COVID-19-Fall und die Klinik damit unter Quarantäne.

Ich bin um 18:30 Uhr wieder zu Hause. Wir essen gleich. Zoey verschlingt die überbackenen Stullen mit großer Freude. Zum Abschluss wird mit Babcia telefoniert. Ihr geht es weiterhin gut. Allerdings muss man auch sie stetig daran erinnern, dass sie die persönlichen sozialen Kontakte meidet. Auch der Entzug von ihren Enkeln macht ihr zu schaffen. Ich denke (und hoffe), dass wir (nur) noch bis Mai durchhalten müssen. Nachdem wir der emotionalen Ansprache unserer Kanzlerin beigewohnt haben, geht es für den Krümel in die Wanne.

Nach einem Tässchen Milch und dem Zähne putzen, wartet um zehn vor neun das Bett. Heute schläft sie wieder schnell ein und so kann Renia noch etwas nähen.

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