Kurz nach Mitternacht ist alles ruhig. Auch heute kann ich wieder nicht einschlafen. Obwohl ich nun seit mehreren Minuten wachliege, werde ich bereits von Reńćka angemeckert, dass ich schnarche. Punkt 05:00 Uhr krabbelt die Prinzessin durchs Bett. Reńćka lässt sie gewähren, was auch sinnvoll ist, da diese Sequenz nach knappen 30 Minuten auch schon wieder beendet ist. Bis zum endgültigen Aufwachen verharrt die Kleine in ihrem unruhigen Zustand. Kopf nach links, Kopf nach rechts; dann liegt sie auf der Seite, dann wieder auf dem Bauch. Und so starten alle wie gerädert in den Tag.
Um neun stehen wir dann endlich auf und die Enge des Zeitplans nimmt schon wieder Konturen an. Sachen packen, anziehen, Morgentoilette, Frühstück, Kind füttern, windeln, umziehen und los. Ich flitze schon vor, um die Sachen im Auto zu verstauen. Unten höre ich, wie Reńćka unserer Nachbarin erklärt, dass wir in Eile sind. Das Babyschwimmen erreichen wir wieder auf den letzten Drücker. Grundsätzlich bin ich kein Mensch, der gerne wartet und die Begrifflichkeit „just in time“ wurde mit Sicherheit für mich entwickelt, aber das Zuspätkommen will ich in 2019 minimieren, da immer Stress damit einhergeht. Die anderen Babys sind bereits im Wasser und warten. Nach der Dusche geht’s los. Der Kreislauf steckt die Wärme der Halle dieses Mal besser weg. Zoey ist wieder voller Freude und folgt aufgeregt dem Treiben im Wasser und genießt die 30 Minuten. Nur einmal wird sie kurz maulig. Nach einer Übung schimpft sie leise und weint ein wenig, aber durch Ablenkung lässt sich dies schnell beheben. Zum nächsten Termin darf sie dann endlich zum ersten Mal tauchen.

Während der halben Stunde fällt mir abermals dieser unvoreingenommene Umgang der Babys untereinander auf. Sie sehen sich, freuen sich und lächeln. Wir Erwachsenen haben diese Leichtigkeit leider verloren und werden sie auch nicht wiederfinden. Im Anschluss ans Babyschwimmen erledigen wir noch einen kurzen Einkauf und fahren zu Oma Hihi, die ihre Enkelin schon sehnsüchtig erwartet.

Zum Mittag werden die Restbestände an Babygläsern vertilgt und so gibt es heute Reis mit Pute ab dem vierten Monat, was durch unser kaufaules Baby sehr begrüßt wird. Viertel nach zwei bringe ich die Mädels zum Mittagsschlaf hoch, weitere fünfzehn Minuten später ist die Prinzessin eingeschlafen. Und auch ich schlummere für einen kurzen Moment ein. Der Mittagsschlaf dauert heute nur 90 Minuten.
Nach dem Kaffee trinken und dem Nachmittagsbrei gehen wir zu dritt auf unsere Abendrunde. Zoey schläft noch ein wenig und wir machen auf dem Weg zur Drogerie noch einen kurzen Abstecher in die Kirche. Interessanterweise sind wir genau pünktlich zur Andacht gekommen, welcher wir aber nicht beiwohnen, da die Kleine gerade erwacht ist. Dennoch bringt es das Thema Taufe wieder ein wenig in der Prioritätenliste nach oben.
Der Besuch in der Drogerie beschert uns ein rotes Kleid für die kleine Maus, weil Reńćka in der Kindheit auch so eins hatte. Wie kann man sich dieser Argumentation verschließen. Zurück bei Oma Hihi gibt es Abendessen und als sich Zoey dann den Platz auf Mamas Schoß erkämpft hat, freut sich sie über den Nussknacker, der auf der Schrankwand steht. Sie ist begeistert über das markante Gesicht und die Möglichkeit, den Mund zu bewegen.

Dann geht es nach Hause. Die Prinzessin ist die Fahrt über stark und bleibt bis zur Ankunft wach. Oben dann wird noch etwas gespielt und nach dem Abendbrei bringen wir die Kleine gegen 21:00 Uhr ins Bett.