Wir sind im Endspurt hinsichtlich der Prüfungen und anscheinend liegen die Nerven blank. Mit Zoey war auch in dieser Nacht kein erholsamer Schlaf realisierbar. Offensichtlich saugt sie den Stress ihrer Mama mit der Milch auf. Ich gehe um 08:20 Uhr rüber ins Schlafzimmer. Zoey krabbelt auf dem Boden herum und versucht, Reńćkas Haarspange aus einer Ecke zu fischen. Als sie mich erblickt, scheint sie der Weg zu mir zu führen, allerdings auch nur, bis das Nachtlicht ihre Aufmerksamkeit erweckt. Unser Baby hustet.

Und dies nicht nur so sporadisch, sondern beunruhigend. Ab und an läuft die Nase, aber ansonsten geht es ihr gut. Auch hat sie kein Fieber. Ihr erstes und zweites Frühstück verlaufen wie immer; sie isst gut.

Um 10:42 Uhr starten wir auf die Morgenrunde. Wir sind anfangs wieder zu dritt, damit Reńćka auch ein paar Minuten frische Luft schnappen kann uns steuern zunächst die Apotheke an. Zoey schläft bereits auf den ersten Metern ein, wacht aber während der Beratung wieder auf. In der Apotheke kaufen wir prophylaktisch Hustensaft, um für den Fall der Fälle reagieren zu können. Gut, dass genau dieser Moment in meinem Stressseminar gestern beleuchtet wurde. Ich ertappe mich bei schlimmen Gedanken, die ich mir selbst gegenüber aber wegargumentiere.

Ich lasse Zoey bis 11:15 Uhr schlummern. Sie hätte gerne noch eine paar Minuten länger geschlafen. Wir machen heute Vormittag unter anderem Stopp im Schuhladen. Ich brauche etwas Input und perspektivisch auch mal wieder ein paar Schuhe. Dann geht’s weiter zur Arbeit. Meine Vertretung benötigt noch eine Unterschrift. So lernt Zoey einige meiner Kollegen kennen und ist – wie immer – der Star.

Beim abschließenden Einkaufen besorgen wir noch ein paar Goodies für Reńćka und sind nach etwas mehr als zwei Stunden wieder daheim. Oben angekommen, ist erstmal großes Geheule. Keine Ahnung, welche Laus der Maus auf den paar Metern über die Leber gelaufen ist, aber sie meckert. Reńćka füttert sie erst einmal. Dann läuft es entspannter. Auf der Suche nach einer Fernbedienung wird auch der Bettkasten der Couch geöffnet, was die Prinzessin wiederum dafür nutzt, hineinzuklettern.

Kurz vor zwei läuten wir den Mittagsschlaf ein. Mein Auftrag lautet dann noch, das Abendessen vorzubereiten. Als es mit dem Schlafen nicht klappen will, bekomme ich wieder eine auf den Deckel, weil ich Zoey fünfzehn Minuten habe schlafen lassen. Es ist wirklich nicht einfach damit umzugehen, wenn einem permanent gespiegelt wird, dass man stets und ständig alles falsch macht. Die kleine Maus turnt fortan in der Küche herum und begleitet mich dann auch ins Wohnzimmer.

Kurz vor drei holt Reńćka das – na ja, nennen wir es – spielende Kind ab und nach kurzem Gemecker realisiert sie sogar etwas wie Mittagsschlaf. Ab und an vernimmt man ein kräftiges Bellen aus dem Nachbarzimmer. Ich kann es nur schwer aushalten, wenn es meiner Tochter schlecht geht, aber ich bleibe stark.

Um halb fünf weckt sie Reńćka wieder auf. Malutka ist noch ganz schön verkuschelt, freut sich aber, dass im Fernsehen Fußball gezeigt wird. Genau genommen, läuft das polnische Pokalfinale. Um 17:30 Uhr flitzen wir noch mal los, damit die Kleine etwas frische Luft bekommt. Und wir sind wirklich schnell. Die Strecke, die wir sonst in einer Stunde absolvieren, schaffen wir heute in der Hälfte der Zeit, denn PanM meldet sich und schreibt, dass der Upload der Videos bereits im Gange ist. Zurück zu Hause, beginnt dann der Wettlauf gegen die Uhr. Es klappt alles reibungslos und kurz nach 19:45 Uhr ist das Video vom Finale online. Die Mädels mussten leider alleine essen, aber besondere Anlässe erfordern manchmal besondere Opfer.

Reńćka macht sich dann für den morgigen Tag bereit und ich füttere Zoey. Sie ist trotz des Hustens so tapfer und lächelt ihn oftmals einfach weg. Sie hat nach wie vor kein Fieber, ist munter und frech wie immer.

Kurz vor neun liegen die beiden Frauen im Bett. Das Einschlafen will jedoch erst gelingen, als ich mich auch noch für zehn Minuten daneben lege. Die Stille des Abends wird immer wieder durch Zoeys bellenden Husten unterbrochen, aber morgen wird es ihr schon besser gehen.

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