Eigentlich verläuft der Start in den Tag unauffällig. Ich kann morgens noch mit beiden Mädels schnattern.

Aus Reńćka sprudelt es auch gleich hinaus. Zoey ist in der Nacht aus dem Bett gefallen und Reńćka hat das Licht nicht abbekommen. Es war große Panik, aber die Prinzessin ließ sich schnell wieder beruhigen und hat am Morgen auch keinerlei optische Hinterlassenschaften am Körper. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie aus dem Bett fällt.

Ich bin ab 07:30 Uhr auf Arbeit und kämpfe gegen die Hitze. Es ist 09:30 Uhr und wir durchbrechen erstmalig die 30 Grad – Marke. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil die Mädels jetzt zum Schwimmen laufen müssen und Angst, dass ihnen etwas passiert. Meinen Workshop um 10:00 Uhr beginne ich noch, breche diesen dann aber ab, da der Körper nur wenig Interesse an einer Fortsetzung signalisiert.

Also schleppe ich mich um 10:30 Uhr wieder nach Hause. Um wenigstens einen Teil meines schlechten Gewissens zu beruhigen, fahre ich zum Babyschwimmen und hole meine beiden Frauen ab. Mein Körper läuft weiterhin im Notlauf, schafft es aber, den Strapazen standzuhalten. Wir erledigen noch schnell einen kleineren Einkauf und fahren dann Heim.

Zu Hause angekommen wird wieder der Glaubenskrieg zwischen Schotten dicht (meine Position) und Lüften (Reńćkas Meinung) ausgefochten. In der Summe ist es eine bestialische Hitze und diese ist kaum auszuhalten. In Brandenburg wird heute der Hitzerekord für Juni aus dem Jahr 1947 geknackt. Zoey steckt dies alles ohne Probleme weg. Ich bin so froh darüber; aber auch ein wenig neidisch.

Sie genießt bis zum Mittag ihre neu gewonnene Freiheit, auf zwei Beinen unterwegs zu sein. So richtig Hunger hat sie dann mittags nicht, was wohl auch der Hitze geschuldet ist. Zoey ist heute kurz vor eins zum Mittagsschlaf im Bett. Da sie bereits jenseits von Gut und Böse ist, schläft sie sofort ein.

Reńćka und ich entscheiden, dass ich die Masse an Minusstunden in Kauf nehme und nicht zur Arbeit zurückkehre. Stattdessen widme ich mich dem Bürokram zu Hause. Reńćka schlummert indes eine halbe Stunde mit Zoey. Zumindest die Altersvorsorge unserer Tochter ist auf den Weg gebracht. Für Reńćka und mich brauche ich noch etwas mehr Zeit, um alles zu durchblicken.

Nach zweieinhalb Stunden wecken wir Malutka auf. Sie ist gut drauf und bekommt im Nachgang Obst und etwas Brot. Um 17:00 Uhr kommen wir an der Plansche an. Die beiden Elefanten sind gut besucht und in der Tat lässt es sich dort aushalten. Nach geringfügigen Anlaufschwierigkeiten zieht auch Zoey mit und genießt die Abkühlung. Sie muss allerdings in einer großen Menge von Kindern noch besser auf ihr Spielzeug aufpassen. Hier gibt es kurzzeitig Rangelleien.

Als wir eine Dreiviertelstunde später wieder zusammenpacken, gibt es bereits Protest, aber zum einen muss man es bei der Hitze nicht übertreiben, zum anderen geht’s mir wieder mal nicht gut. Das ist deprimierend! Sehr sogar!

Nach unserer Rückkehr geht es sogleich in die Badewanne. Das Abendessen ist daher heute sehr tränenreich. Wir sind in der Analyse, warum es mir nach wie vor nicht besser geht. Zoey beobachtet das Geschehen und findet es wohl sehr unterhaltsam. Eine Lösung gibt es jedoch nach wie vor nicht. Aber wir geben nicht auf. Unsere Liebe ist stärker als dieser Mist.

Im Anschluss geht es ruhiger zu. Wir schauen Fernsehen und Zoey spielt. Während der Werbepausen unterbricht sie ihre Aktivität für einen Blick ins Gerät.

Dann kommt Zoeys Bett wieder ins Schlafzimmer. Alles zurück auf los. Wir unternehmen einen neuen Versuch, der hoffentlich irgendwann im Kinderzimmer endet. Entweder ist das Bett ist heute extrem widerspenstig oder ich bin einfach zu unbeholfen. Auf jeden Fall dauert es fast eine Stunde und wirft den Zeitplan über den Haufen.

Als Reńćka unter der Dusche steht, trägt Malutka konsequent eine Packung Puderzucker und Nuss-Nougat-Masse zwischen Küche, Schlafzimmer und Kinderzimmer umher.

Erst zwanzig vor zehn liegt sie im Bett, braucht aber von Reńćka noch eine deutliche Ansage, um endlich einzuschlafen. Reńćka steht dann plötzlich mit zwei Gläsern Bier im Wohnzimmer. Manchmal haben Tage ein eigenartiges Ende, wenn dann nicht der Schlafmuffel zuverlässig seinen Dienst verrichten würde.

Um 22:15 Uhr ist Madame wieder wach und schimpft. Es dauert 35 Minuten, bis sie wieder beruhigt.

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