Die vierte Nacht im neuen Schlafmodell ist vorüber und auch Reńćka sieht heute ein wenig erholter aus. Nachdem Zoey eingeschlafen war, schlief sie auch. Es scheint sich zu einem Erfolgsmodell zu entwickeln.
Ich muss heute Morgen früh raus. Die Hausärztin hat zum obligatorischen Check-Up eingeladen und heute wird Blut abgenommen. Wie üblich komme ich leicht verspätet an, aber dafür kann ich meiner Tochter noch ein Guten-Morgen-Küsschen geben.
Als ich zurück komme zerlegt die Prinzessin gerade das DVD-Regal. Nichts und niemand hält sie auf. Reńćka hat zwar ein Auge auf sie, muss sich aber nebenbei für „Polski dla Maluchów“ fertig machen. Ich biete an, die beiden mit Auto in die Stadtmitte zu fahren, damit wir noch Zeit haben, gemeinsam zu frühstücken. Und auch Malutka bekommt ihr Frühstück. Es gibt eine leckere Mischung aus Reisflocken mit Quark und Apfel. Ich gebe zu, dass ich Zoey den letzten Löffel unterschlage. Ihren Termin erreichen die Mädels pünktlich. Ich fahre nach Hause, gehe unter die Dusche und rasiere mich, um dann zu meinem Termin beim Osteopathen zu starten.
Währenddessen sind die beiden Mädels sehr aktiv. Zoey spielt mit den anderen Kindern. Reńćka tauscht sich mit deren Müttern aus. Es werden viele Themen besprochen. Im Kern geht es aber auch heute wieder um die Sprachförderung. Abermals gibt es interessante Buch-Empfehlungen. Die Gruppe ist heute um zwei weitere Mütter angewachsen, was den Austausch noch beflügelt. Der im Anschluss geplante Besuch des angegliederten Eltern-Kind-Cafés entfällt aufgrund dessen räumlicher Aufteilung. Die Babys sind schlichtweg noch zu klein, um unbeaufsichtigt umher zu krabbeln.
Die Heimfahrt in Manduca bekommt Zoey nicht mehr mit, da sie eingeschlafen ist. Ich fahre nach meinen ersten Termin noch weiter zum Arzt, um dort mal wieder die gesammelte Unfähigkeit unseres Gesundheitswesens zu spüren. Wenn einem der Job keine Freude macht, muss man sich einfach einmal hinterfragen.
Als ich zu Hause das Wohnzimmer betrete, vermute ich erst Einbrecher, aber da nur Unordnung herrscht und nichts fehlt, tippe ich auf Vandalismus. Und dafür kommt nur Eine in Frage. Auch hier muss eine Verbesserung her.

In der Küche steht ein Teller mit einem Essenrest. Ich will schon zum finalen Vertilgungsschlag ansetzen, als mir mein Geruchssinn sagt, dass es sich dabei um Thunfisch handeln muss, womit ich gerade noch einmal Glück habe, da ich dieses Essen nicht leiden kann. Zoey ist aufgrund ihres „Transportschlafs“‘gerade 10 Minuten vor meiner Rückkehr eingeschlafen. Heute wird sie sicherlich nicht ausschlafen können. Wir nutzen die Zeit, um ein paar Umstellungen im Wohnzimmer vorzunehmen. Auch das Umräumen macht sie nicht wach.
Gegen 17:20 Uhr ist dann eine sichtlich schlecht gelaunte Zoey wieder wach und schaut mir irritiert ins Gesicht. Der Bart ist ab und die Information, dass ich immer noch derselbe Tata bin, muss erst einmal verarbeitet werden. Nach dem Nachmittagssnack gehen wir für eine Stunde auf die Abendrunde. Vor allem aber müssen wir einkaufen, da die Windeln und die Baby-Gläschen zur Neige gehen. Reńćka kocht in der Zeit für uns.
Nach unserer Rückkehr „spielen“ wir mein „Lieblingsspiel“ der letzten Wochen. Der Schlafmuffel krabbelt zu einem Stromkabel, ich setze sie zu ihren Spielsachen. Sie versucht im nächsten Anlauf die Pflanze umzubuddeln, ich bringe sie zurück zu ihren Spielsachen und so weiter und so fort.
In einer Situation zeigt sie aber, dass sie wieder einen Schritt nach vorne oder heute besser gesagt zur Seite gemacht hat. Unbewusst bewegt sie sich von rechts nach links an der Glastüren-Front entlang. Ich übernehme die abendliche Fütterung, während Reńćka duscht.
Zwanzig Minuten vor neun ist Zoey heute im Bett. Mit tiefroten Wangen und ihrem schicken Strampler labt sie sich an Mamas Brust und schläft auch ohne weitere Kommentare ein. Auch als wir sie nach 15 Minuten in ihr Bett legen, geschieht dies wortlos. Die Hoffnung wächst…