Irgendetwas muss die Prinzessin heute belasten. Immer wieder wacht sie weinend auf. Einen Reim darauf kann ich mir leider nicht machen, da der Tag eigentlich nicht so einschneidend war. Ich kann nur hoffen, dass Reńćka durchhält. Die Nacht setzt sich so fort. Einschlafen, Aufwachen und Weinen wechseln sich ab.
Überall wird heute etwas vom Valentinstag propagiert. Die einhellige Meinung bei uns ist jedoch, derartige „Krampftage“ nicht zu begehen. Wir wissen auch so, dass wir uns lieben.
Vor dem Frühstück krabbelt die Kleine noch einmal durch die Wohnung und spielt mit einem Krümel auf dem Boden. Um sie herum liegt ihr ganzes Spielzeug, aber der Krümel muss es nun genau jetzt sein. Zum Frühstück dann ist ihr heute auch Brot lieber als Brei, so dass sie nicht alles aufisst, aber noch an einer Brotkruste herum kaut.
Zoey fängt wieder an zu sabbern und verstärkt mit ihren Fingern im Mund herumzufingern. Die nächsten Zähne kündigen sich wohl an. Da ich heute einen zeitlich ungünstigen Physiotherapie-Termin habe und Reńćka Besuch erwartet, begeben wir uns heute schon recht früh auf unsere Morgenrunde. Um 10:15 Uhr geht es los. Nach zwanzig Minuten ist die Prinzessin eingeschlafen. Wir befahren wieder die „Berge“ im Volkspark, welcher heute gut besucht ist, da eine Rentner-Gruppe eine Führung mitmacht. Kurz nach elf pausieren wir kurz und da eine halbe Stunde um ist, wird Zoey wach. Ich bekomme ein zuckersüßes Lächeln. Genau in diesem Moment kämpft sich die Sonne durch die Wolken und macht den Moment zu einem magischen Moment.
Dann fahren wir zurück, ich gebe die Kleine bei ihrer Mama ab und laufe rüber zur Physiotherapie. Also ich wieder zu Hause bin, ist bereits Reńćkas Besuch da. Die Frauen unterhalten sich und Zoey chillt auf Monikas Schoß. Ich bin froh, dass sie so gut wie kaum fremdelt. Entgegen der deutschen Sitten gibt es bereits zur Mittagszeit ein Stück Kuchen. Zur Feier des Tages bekommt auch Zoey ein Stück. Allerdings ohne wirklich viel davon zu essen. Vielmehr wird das Stück „zerstört“ und jeder Krümel massakriert. Ich darf danach eine Reinigung des Kindes und des Bodens vornehmen. Zur Belohnung haut mir Zoey noch ihren Bauklotz auf die Nase.
Nachdem der Besuch wieder weg ist, geht es für Zoey noch relativ pünktlich um 14:30 Uhr ins Bett. Knappe fünf Minuten später verweilt sie bereits im Schlaf. Ich nutze die Zeit, um nach Unterkünften zu recherchieren. Irgendwie werden wir eine Woche freischaufeln und doch noch verreisen. Es soll erst in die Berge und danach ans Meer gehen, wenn alles klappt und vor allem Zoey mitmacht. Bei ihr bahnt sich bereits der nächste Schnupfen an. Bislang läuft aber nur vereinzelt die Nase.
Nach zwei Stunden ist Malutka wieder wach. Sonderlich viel Zeit, um sich zu kommen, bleibt ihr aber nicht, da wir gleich zu Oma Hihi starten. Die Mädels werden freundlich begrüßt, bei mir fällt es relativ frostig aus. Viertel vor sieben geht es für mich zum Friseur. Der letzte Termin in diesem Salon bei der fünftwichtigsten Frau in meinem Leben. Schon traurig, aber manchmal hat die Lebensplanung andere Wege vorgesehen.
Es wird heute spät, aber Oma Hihi hat bereits das Abendessen vorbereitet. Sie selbst will nichts essen, sitzt aber mit der Kleinen am Tisch. Also vielmehr sitzt Zoey auf dem Tisch. Auf meine Intervention hin wird mitgeteilt, dass auch alle anderen Enkel dies durften. Aha… Malutka ist abwechselnd mit ihrer Maisstange und einzelnen Nudeln beschäftigt. Sie soll aber erst zu Hause ihren Abendbrei bekommen.
Dann fahren wir heim. Zoey ist tapfer und bleibt die komplette Heimfahrt über wach. Es gibt dann eine erneute Kampfansage hinsichtlich der Lampen in der Wohnung, dabei ist mir sogar eine besonders schöne Lichteinstellung gelungen. Zoey bekommt ihren Brei und ist dann erstaunlich entspannt beim Windelwechsel. Es gelingt mir, sie ohne Probleme umzuziehen. Der Schlafmuffel ist doch immer wieder für eine Überraschung gut.
Um 21:30 Uhr wird sie gestillt; 20 Minuten später liegt sie in ihrem Bett und schläft. Leider kommt eine halbe Stunde später unser Nachbar nach Hause und poltert durch die Wohnung. Zum Glück habe ich mich noch gut unter Kontrolle und Zoey einen hohen Ignorier-Faktor.