Meine Nacht endet um 08:00 Uhr. Da sind die Mädels bereits über eine halbe Stunde wach. Reńćka berichtet, dass die erste Hälfte der Nacht unauffällig, jedoch ab eins ein wenig der Wurm drin war.
Nachdem dann alle wach sind, wird sogleich eine Produktivität an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht. In der nächsten Stunde gibt Skyr mit Müsli, mein Elefantenfuß wird beerdigt (stilecht mit Time To Say Goodbye), die Tomatenpflanzen werden eingepflanzt und das Kind wird gewindelt und angekleidet. Es ist kein Wunder, dass man immer schon mittags völlig fertig ist.
Wir bringen dann gemeinschaftlich den Müll runter. Zoey freut sich, dass sie in die Manduca darf. Auf dem Rückweg klingeln wir bei unserer Nachbarin, die für ein paar Minuten daheim ist. Die alte Dame verbringt ihren Sommer beinahe komplett auf ihrem Grundstück im Osten von Berlin. Zoey stolziert gleich in die Küche durch und verweigert sich nicht den zwei Stückchen Schokolade, die unsere Nachbarin für Sie bereithält.
Dann geht’s weiter mit dem Tagesplan. Während ich kurz beim Friseur warten muss, erledigen die Mädels ein paar Einkäufe. Wir treffen uns dann im Schuhladen. Heute ist es so weit. Da das Kind immer mehr Schritte macht, soll sie bald ihre ersten Schuhe bekommen. Ich bin echt aufgeregt. Nachdem beim Friseur fertig bin, stehen die Mädels auch schon wieder vor mir. Es gibt keine geeigneten Schuhe und so fahren wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause.
Dort frühstücken wir und gehen noch einmal kurz auf den Spielplatz. Zurück zu Hause bekommt Malutka ihr Mittagessen und ein paar Minuten nach 13:00 Uhr starten wir in Richtung Polen. Leider sitzt Zoey heute nicht sonderlich gut in ihrem Kindersitz und so müssen wir noch einmal anhalten, um ihre Position zu verbessern. Dabei wacht sie leider wieder auf und denkt auch bis wir an der Grenze ankommen nicht mehr daran weiter zu schlafen. Sie verhält sich aber völlig ruhig und regt sich kaum. Erst die letzte halbe Stunde der Fahrt nutzt sie, um noch etwas Augenpflege zu betreiben.
Vor Ort dann erledigen wir ein paar Einkäufe und sind pünktlich um 17:00 Uhr zum Fußball im Stadion. Malutka ist gleich aktiv dabei. Auch hier kann sie prima herumkrabbeln und alles erkunden. Sie isst heute auch ihr erstes Stückchen Stadionwurst, was mich ehrlich rührt. Im Stadion ist alles ruhig. Stilon bestreitet nach einer bescheidenen Saison, welche mit dem Abstieg in die Fünftklassigkeit endet, ein letztes großes Spiel. Man misst sich mit dem Ortsrivalen von Warta. Ich bin Reńćka unendlich dankbar, dass sie mit Zoey umherläuft. So kann ich ein wenig dem Spiel folgen. Passenderweise benötigt die Partie noch 30 Minuten mehr, da Stilon erst in der Verlängerung gewinnt.
Den Abpfiff erleben wir jedoch nicht mehr im Stadion, da es sonst mit der Heimfahrt zu spät geworden wäre. Noch bevor wir Gorzów wieder verlassen haben, schläft Malutka ein. Erst an der Grenze wacht sie wieder auf, ist fortan aber in einem eigenartigen Dämmerzustand. Das Würstchen, was ich ihr in die Hand drücke, gibt sie bis zu Hause nicht mehr her. Verzehren möchte sie aber auch nicht.
Es ist heute alles ein bisschen viel und so ernten wir nur entgeisterte Blicke. Ab 21:00 Uhr ist der Schlafwunsch dann beherrschend und Reńćka muss sie mit Videos wachhalten. Das funktioniert um Glück bis zu Hause, wo wir gegen 21:45 Uhr ankommen.
Nachdem Zoey den ganzen Nachmittag dem runden Leder zugeschaut hat, ist ihre erste Handlung daheim, ihren Ball zu schnappen und mit mir zu spielen. Sie hat sich wieder einmal tapfer durch den Tag gekämpft. So fertig wie ich bin, so stolz bin ich auch auf sie.
Reńćka probiert noch ihre neuen Schuhe an. Es gibt es Abendbrei und eine neue Windel für die tapfere Zoey. Um 22:37 Uhr liegt der Schlafmuffel an Mamas Brust. Nur das Einschlafen will aufgrund der Eindrücke nicht so richtig funktionieren.
Erst kurz nach elf Uhr ist Ruhe.