Um halb fünf wird erstmal gemeckert. Zoey mit der Welt und mir. Renia und ich. Und alle miteinander. Da es draußen bereits hell ist, denkt Zoey, dass sie eigentlich auch gleich zu Mama möchte. Dort bleibt sie dann auch. Um 09:00 Uhr ist dann die Nacht vorbei. Es gibt gleich den nächsten Krach. Zoey will ihr Unterhemd nicht anziehen und sitzt dann nackt im Zimmer. Mit etwas Geduld klappt es.
Ich versuche heute Renia auf Nachfrage noch einmal zu erklären, dass ich unsere Beziehungsprobleme für die momentan so schwierige Zoey-Situation verantwortlich sehe. Solange wir uns nicht wieder auf einen gemeinsamen Weg festlegen können, wird es immer schwierig sein. Um 10:30 Uhr gibt es Frühstück. Sie isst, braucht aber fürs Frühstück über eine Stunde. Dann geht es in den Vorgarten. Die Zitronenpelargonien müssen in die Erde. Gegen Ende eskaliert Zoey wieder, weil sie mit Renia fürs Trinken und die Toilette rein soll, aber dies nicht möchte. Als Renia ihr dann auch noch die Hand verweigert, kracht es richtig. Der Wutmuffel ist zurück.
Mittags gibt es die Reste von der Suppe. Auch hier dauert es mehr als eine Stunde. Ich bin genervt. Wir rufen Babcia im Krankenhaus. Sie muss das Mittel für die anstehende Magen- und Darmspiegelung nehmen. Bevor wir uns kurz nach vier auf den Weg nach draußen machen, schleife ich als erste produktive Aufgabe heute die beiden Einlegeböden für THs Schrank ab. Es passt. Dann holen wir die Sachen ab, die Renia für zwei Pakete Windeln akquiriert hat und fahren zur Pauline.
Gerade als wir dann alleine zu seien scheinen, kommt Zoeys Tageshighlight. Die viereinhalbjährige Emilia nebst Mama kommt und die Kinder ziehen gleich los, während wir ins Gespräch kommen und die Frauen auch die Nummern austauschen. Als es dann nach Hause gehen soll, können sich die Kinder nicht lösen.
Mit Geschrei von Olek kommen wir daheim an. Ich koche die Nudeln und beim Abendessen stellen wir fest, dass Zoeys Trinkflasche nicht mit nach Hause gekommen ist. Also fahren Zoey und ich nach dem Essen noch einmal los. Dort steht sie und Zoey sammelt sie ein. Nach meinem heroischen Einsatz zur Rettung der Trinkflasche folgt die Erdung zeitnah. Aus lauter Übermut schmeißt Zoey Olek die leere Flasche an den Kopf. Der kleine Mann weint zum Glück nur kurz. Das hätte jedoch auch noch schlimmer ausgehen können. Ein richtiges Verständnis für die Situation kann man ihr aber nicht vermitteln. Dennoch entschuldigt sie sich nach der Dusche bei ihrem Bruder.
Heute gibt es Arbeitsteilung. Renia versucht sich mit Zoey im Kinderzimmer. Ich darf den schreienden Aleksander beruhigen. Dieses Experiment beginnt um 20:35 Uhr und scheint fürs Erste zu gelingen. Es bleibt nicht viel Gutes von diesem Sonntag. Es ist schon böse, dass man sich auf die neue Arbeitswoche freut. Dennoch nehme ich einige gedankliche Aufträge und die Erkenntnis, dass sich mein Sohn auch von mir beruhigen lässt, mit.