Es ist Montag und Tag zwölf an welchem dem russischen Aggressor die Stirn geboten wird. Es ist schwierig, unabhängige Informationen zu bekommen, aber die zig Millionen Menschen, die auf der Flucht sind, sprechen wohl für sich. Olek ist kurz vor sechs bei mir. Renia macht ihm die Milch und es gibt eine frische Windel.
Dann dürfen wir nach unten starten. Homeoffice mit Olek ist immer herausfordernd, aber auch unsere Zeit. Dann geht der Betrieb daheim los. Zoey bleibt heute – wie auch fast 90 Prozent aller anderen Kinder aus ihrer Gruppe – zu Hause. So starten wir kurz vor neun zu dritt und bringen Renia zum Träger, der ihr eine neue Kita anbietet. Mal sehen, wie es sich da entwickelt.
Ich übergebe Olek schlafend im Kinderwagen und laufe zur Arbeit rüber. Zoey testet heute wieder einige Male aus, wie weit sie gehen kann, was jede Menge Ärger bedeutet. Zudem wird noch im Garten gearbeitet. Zum Glück geht es Babcia allmählich besser.
Ich bin um 16:00 Uhr im Feierabend. Wir machen uns dann zu dritt – mit Zoey – auf den Weg zum Kettensägen-Mann. Es gibt noch einmal eine richtige Einweisung und das Teil läuft. Dann versuchen wir noch einkaufen zu gehen. Die Stadt ist voll mit Tank-Touristen. In Deutschland ist das Benzin inzwischen 50 Cent pro Liter teurer als hier.
Mit den Einkäufen geht es weiter zum Hauptbahnhof. Wir geben sie ab und eine weinende Renia wird von einer ukrainischen Frau getröstet. Sie stammt aus Kiew, wartet auf die Weiterreise und spendet Renia Mut. Nach unserer Rückkehr teste ich noch einmal kurz die Kettensäge, verfuge die Badewanne neu, dann wird gegessen. Da es schon spät ist, geht es für die Kinder gleich ins Bett.