Die Nacht auf der Couch ist unbequem und um halb sechs auch vorbei. Ein wenig döse ich noch vor mich hin, bevor ich in den Keller gehe. Der Rest der Familie ist dann auch zeitnah da.
Morgens gibt es noch mal die Chance, alles zum Guten zu wenden, aber irgendeiner Stelle entgleitet die Sache dann. Es fallen wieder böse Worte; beidseits. Ich habe es wieder einmal vermasselt. Schlechte Kommunikation und Alleingänge lassen keine Heilung mehr zu.
Gut gedacht, ist nicht immer gut gemacht.
Renata fährt dann einkaufen. Bei ihrer Rückkehr starte ich mit den Kindern in Richtung Oma. Da die Kinder nicht schlafen und Olek auch noch im Auto die Socken ausgezogen hat, müssen wir erst einmal alles ordnen und für eine Dreiviertelstunde geht der kleine Mann noch schlafen.
Obwohl Zojka nicht will, gehen wir anschließend zu Opa Rolf. Die Kinder fremdeln sehr konsequent und weichen mir nicht von der Seite. Mehr als Fernsehen und sinnfreie Geschichten gibt es dort nicht.
Umso erleichterter sind alle, als es wieder zu Oma geht. Dort gibt es Abendessen und mit einsetzendem Eisregen düsen wir wieder nach Hause. Die Situation hat sich nicht geändert.
Es ist einfach ungerecht, was gerade passiert. Ich bin meinen Kindern ein guter Vater und dachte bislang auch, ich wäre ein fürsorglicher Partner. Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Das Schlimme ist, dass man sich in der Liebe wohl auch immer wieder Chancen geben muss.
Immerhin haben wir bis hierher etwas wunderbares geschaffen. Wir haben unsere eigene Familie, was umso wertvoller war, in der Betrachtung, wo wir beide herkommen.
Ich will dies einfach nur beschützen und meine Frau zurück!