Der Tag beginnt mit etwas fürs Herz. Zoey schreibt einen sehr pathetischen Text in ihr Buch. Mein Polnisch ist nicht so gut, aber es ist sinngemäß, danke Mama und Papa, dass ihr mir die Tür zur Welt geöffnet habt. Olek schnappt sich vor der Kita noch ein Malbuch, räumt den Tisch in die Mitte des Zimmers und koloriert. Renata lässt ihn gewähren und bringt ihn erst später in die Kita.
Zoey beschreibt diesen Freitag als ihren Glückstag. In der Schule gewinnt sie in ihrer Klasse den Vorlesewettbewerb und darf nun endlich Mimi am Wochenende mit nach Hause nehmen. Da trifft sich, dass wir heute Nachmittag nach Szczecin aufbrechen. Die Kinder toben noch etwas mit den Zwillingen herum. Um kurz vor vier Uhr geht es dann los. Die Fahrt an einem Freitag ist immer herausfordernd. LKWs und Pendler machen das Leben auf den polnischen Landstraßen nicht ungefährlich.
Aber wir kommen gut durch. Bei McD gibt es Abendessen. Netterweise ist dort auch ein Indoor-Spielplatz. Die Körpergröße kann man auch messen. Olek ist inzwischen 1,08m und Zoey bringt es auf 1,22m. Schon toll. Die Fahrt ist in der Summe total unauffällig. Vermutlich auch, weil wir die Kinder ihren Krempel hören lassen.
Um 19:45 Uhr sind wir vor Ort. Nun heißt es erst einmal, die Unterkunft finden und zu betreten. Renata bringt die Kinder ins Bett und ich fahre noch schnell einkaufen. Es hat sich viel verändert, aber es ist doch irgendwie immer noch unsere Nummer drei. Die Nacht kann kommen.
Eines der großen Rätsel in meinem Lieblingsland wird wohl für immer der Umstand sein, dass es in polnischen Unterkünften zwar Sichtschutz, aber keine Verdunkelung gibt. Wie schlafen all diese Menschen erholsam? Meine Familie teilt diese Frage mit mir, denn auch sie sind allesamt früh wach; bei Olek ist es fünf vor sechs. Das wird ein herausfordernder Tag.
Wir packen uns dann in Ruhe zusammen und verlassen pünktlich das Apartment. Um Punkt neun Uhr sind wir bei Angela im Laden. Auftrag an uns andere Drei ist das Fotoshooting mit Mimi zu übernehmen. Wir fahren zur Waly Chrobrego.
Dann wird was fürs Frühstück besorgt und es geht zurück zu Angela. Zoey schneidet heute auch ihre Haare ab. Und dann geht es auf den Spielplatz. Um halb eins sind wir fertig, da Zoeys geliebtes Einhorn in der Unterkunft vergessen wurde, müssen wir noch mal hin. Dann fahren wir zu Babcias Restaurant und essen.
Und dann geht es endlich zu Mathylda. Die Kinder sind schon voller Erwartung. Ich darf mich absentieren und zum Fußball fahren. Die Kinder spielen und tanzen. Nach meiner Rückkehr geht es dann auch zeitnah auf den Heimweg.
Es gibt noch Hot Dog an der Tankstelle und um kurz vor neun Uhr sind wir wieder daheim. Hoffen wir, dass die Kinder, die im Auto kurz geschlummert haben, morgen nicht wieder um sechs Uhr wach sind. Der Hit der Fahrt ist übrigens „wär ich ein Möbelstück“, welches beide Kinder aus Hort und Schule kennen. Nur wir Alten kennen das wieder nicht.