Kurz nach sechs Uhr verlässt die Frau dann das Bett. Mein Schnarchen hat sie vertrieben. Sorry. Zoey kommt uns gegen kurz nach sieben wecken und wundert sich erst einmal, dass wir nur zu dritt sind. Kurz darauf sind wir zu viert.

Ich gehe morgens mit Olek oben sprengen und als wir wieder unten sind, hat Renia Eierkuchen mit geriebenem Apfel gezaubert. Die Kinder sind begeistert. Heute werden die Seifenblasen gejagt, was ebenfalls beide Kinder in Verzückung versetzt.

Zoey ist heute Morgen überrascht, dass sie ein Sparschwein besitzt. Eine kurze Erklärung weiter, ist sie ganz angetan von dieser Idee. Also lobe ich für jeden gesammelten Apfel draußen im Garten einen Betrag von 10 Cent aus. Sechs Euro kann sie danach in ihr Schwein packen, was inzwischen liebevoll mit Nagellack verziert ist.

Olek geht es nur ein wenig besser und so darf er gleich wieder mittags ins Bett, während ich mit Zoey zum Kleist-Park fahre. Dort ist heute wieder ein klassisches Konzert und Bartek wartet mit Julian auf uns. Damit sind die Kinder die nächsten beiden Stunden versorgt und beschäftigt. So ist auch die Hitze erträglich.

Als wir dann zurück sind, gibt es erst einmal Ärger, weil ich dem Kind kein Eis gekauft habe. Julian hatte schließlich auch ein und so weiter. Ich dachte, sie bekommt nachmittags noch eine Eis und gut ist. Den gewünschten Luftballon habe ich wenigstens besorgt. Dieser bringt auch gleich Streit zwischen den Geschwistern. Olek hat der Schlaf gut getan.

Da man die Anspannung hier im Haus schneiden kann, halte ich mich zurück und bereite nur Renias Unterlagen vor. Gegen vier kommt dann endlich der Abmarsch-Befehl „Strecke üben“! Als ich Olek dann am Nachmittag runtertrage und ins Fahrrad setzte, weiß ich schon, wie der Tag enden wird. Ja, wir wohnen auf einem Hügel und das Stadtzentrum ist im „Tal“.

Wir sind in adäquater Zeit beim neuen Arbeitsort. Die Kinder finden es cool, dass sich die alten Herrschaften so abmühen müssen. Ich sehe es als Training. Als Belohnung gibt es ein Eis und für die Kinder ein paar nasse Füße am Comic-Brunnen. Das Schlimmste soll dann aber erst folgen. Ich denke bei mir, dass der Weg am Kleist-Forum der leichteste ist, liege damit aber daneben und muss fortan eine fluchende Frau ertragen, die sonst aber durchaus zügig fährt.

Die Stimmung ist also dahin. Ich werde noch zweimal für Nichtigkeiten angemeckert, dann gibt es Abendessen. Nächster Fehler von mir. So darf ich dann die Kinder alleine in die Wanne bringen. Olek braucht heute lange zum Einschlafen. Nach einem ständigen Hin und Her ist es dann um 20:20 Uhr endlich so weit. Der Sonntag ist rum.

Meine Frau sehe ich noch einmal stinkesauer als sie abends die Flasche macht. Es kommt die übliche Geschichte, wie schlimm hier alles ist und wie eingesperrt sie doch ist. Wenn man natürlich immer nur alles Schlechte sehen will und gar nicht weiß, was man anders haben will, wird es schwer, eine positive Position zu entwickeln.

Natürlich ist das alles meine Schuld! Der Arsch vom Dienst ist also wieder der Depp des Tages.

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