Anreise:

Eigentlich ist der Plan gut, die Kinder morgens in die Kita zu schicken, alles einzusammeln und im Auto zu verstauen, so nicht die Hälfte zu vergessen und dann entspannt mittags loszufahren. Und es fängt auch okay an. Zoey packt noch ihren Koffer, Olek räumt auch ein paar Sachen in seinen Beutel. Es gibt die üblichen Morgenspirenzchen, aber irgendwann sind wir mit zwei kleinen Melonen, die Renata gekauft hat in der Kita. Die Glühwürmchen machen heute noch einen Ausflug in den Kleistpark, die restlichen Tiger sind in der Kita. Es ist Zoeys letzter Tag und das lässt Wehmut aufkommen, auch wenn sie natürlich immer mal wieder bei Olek in der Kita sein wird. Um 13:00 Uhr sammeln wir die Kinder ein und es geht auf die Reise. Und die wird Horror. Mit der Sperrung in Dębno und dem Stau um ZS herum fährt es sich einfach nicht weg. Trotz Pause maulen die Kinder in der letzten Stunde nur noch. Das macht keinen Spaß und die Stimmung ist im Keller. Bei allen. Kurz vor sechs kommen endlich an. Dąbki ist sehr belebt und viele Familien sind vor Ort. Unser Haus ist in Ordnung. Die Anlage auch. Andere Kinder sind auch vor Ort und unsere Kinder machen da weiter, wo sie aufgehört haben. Sie machen ihr Ding und hören nicht. Es geht nochmal zum Strand und es gibt etwas zu Essen. Kurz nach neun Uhr sind wir alle im Bett. Wir haben ein Viererbett gebastelt. Das ist cool.

Tag 1:

Ja, ich bin dann wohl für die schlechte Laune zuständig. Aber eigentlich auch nur, wenn Dinge nicht, wie vereinbart, umgesetzt werden. Dass man mich dafür dann wieder gleich so anmault, gehört wohl dazu. Bis halb acht wird heute Morgen geschlafen. Eigentlich ist auch halbwegs erholsam. Die Kinder beginnen gleich mit ihrem Spiel. Zoey muss ich kurz untergebrechen, weil ich Begleitung beim Frühstückseinkauf brauche. Nach dem Frühstück werden gleich die Freundschaften vertieft und die Mama von Hanna und Adam kommt mit Renata ins Gespräch. Mittags geht’s an den Stand und für Zoey ins Wasser. Ich gehe auch mit rein. Olek buddelt und hält sich in sicherer Entfernung. Zum Mittagessen gibt es Pizza. Anschließend darf ich mir einen Wunsch erfüllen und fahre nach Słupsk zum Fußball. Renata geht noch mal Eis essen mit den Kindern und dann geht es zu den Nachbarn. Ich erkämpfe noch Lebensmittel bei Biedronka und bin um 20:45 Uhr daheim. Und mit mir die schlechte Laune. Kann ich einfach richtig gut. Abends kommt noch eine Delegation von bestimmt 12 Menschen aus Żywięc an. Wir sind wirklich privilegiert, dass wir uns das Haus zu viert leisten können.

Bobolice:

Ich lebe in der Auffassung, dass auch wenn ein Tag schlecht und Mist war, am nächsten Tag die Chance ist, einen besseren daraus zu machen. Dies gilt vor allem auch im Umgang mit den Kindern, die schon echte Persönlichkeiten sind. Und wir sind auch nicht einfach um Umgang. Die Nacht ist heute um halb sieben vorbei. Es ist draußen hell und unsere Verdunklung war nicht gut. Heute gehe ich mit den Kindern runter, Renata kann liegen bleiben. Zum Glück reisen die gestrigen Ankommenden gleich morgens schon wieder weiter, so dass Ruhe einkehrt. Die Kinder wollen dann auch gleich raus. Frühstück klappt heute mal gut. So geht es noch kurz vor elf an den Strand und mit der Abkürzung sind wir schnell da. Wir bauen für Olek eine kleine Ostsee und der kleine Mann sitzt dann auch drin und plantscht. Die große Maus schwimmt tapfer im großen Wasser. Am Nachmittag trennen wir uns. Olek und ich fahren zum Fußball, Zoey spielt daheim und geht später noch mal zum Strand mit Mama. Olek schläft die Fahrt über. Und in Bobolice angekommen, ist da so ziemlich alles, aber kein Spiel! Also müssen ich erstmal recherchieren. Entgegen aller Ankündigungen findet das Spiel woanders statt. Also geht es weiter. Und tatsächlich, mitten im Nirgendwo ist dann das Spiel; warum auch immer. Danach fahren wir noch tanken und düsen heim. Wir sind noch vor den Frauen da und bereiten schon das Essen vor. Zoey kommt maulig heim, sie hatte Pech an dem Automaten und hat keine neue Klebe-Hand, sondern nur Broddel bekommen. Das in Kombination mit Müdigkeit und Hunger führt zu Unmut. Und ihr ständigen Haschen nach Aufmerksamkeit macht mich böse. So wird heute nur noch geduscht und dann der Nachschlaf eingeläutet.

heute mal mit dem Bus:

Die Nacht ist wieder früh zu Ende, heute ist es wenigstens schon nach halb acht. Die Kinder hält es nicht lange im Bett und so geht es nach unten und raus. Das Spiel verlagert sich in der Summe auf die Terrasse. Kasia kommt nach dem Frühstück vorbei und erzählt vom Plan, dass sie mit dem Bus nach Darłowo und dort mit der Fähre von der Stadt in den Hafen schippern wollen. Kurze Konsultation und wir sind dabei. Diese ÖPNV-Geschichte ist nicht so meins, aber was macht man nicht alles für die Kinder. Die genießen den Ausflug und ziehen gut mit. Einen Spaziergang an der Promenade gibt es auch. So lerne ich auch mal Kasias Mann Frank kennen. Auch Babcia Elżbieta und Hund Abi sind dabei. Es gibt Eis. Zoey darf Trampolin springen und kurz ins Meer. Kurz vor sieben Uhr sind wir wieder daheim. Olek spielt dann erstmal alleine, Zoey rückt aus zu ihren Freundinnen. Es gibt kurz Abendessen und dann sind die Kinder wieder draußen. Wir haben unsere Unterkunft schon gut ausgesucht. Das passt. Es gibt heute mal keine Streitigkeiten und in Harmonie geht es dann abends ins Bett. Auch mal schön.

Naturstrand:

Also man muss Kasia schon lassen, dass sie alles echt gut durchplant. Mir ist das im Laufe der Jahre irgendwie abhanden gekommen, weil es obsolet geworden ist. Wann immer man was plante, wurde es auch über den Haufen geworfen. Aber gut, man kann sich ja wieder inspirieren lassen. Auf jeden Fall sind die Frauen heute Morgen beim Yoga und die Rest-Familie startet so in den Tag. Wir machen das ganz gechillt mit etwas TV und Spiel. Als Tipp des Tages gibt es heute von Kasia eine Radtour nach Dąbkowice. Olek kommt in den Kindersitz, Zoey fährt alleine und Renia hat das Gepäck. Davor bekommt Zoey aber noch zwei Strähnen eingeflochten. Es sind knappe sieben Kilometer pro Strecke. Das passt. Wir machen dann rückzu am Naturstrand halt. Das ist echt idyllisch und schön. Es gibt kaum Menschen und viel Ruhe. Zoey, die wieder deutlich zu wenig zu Essen bekommen hat, mault dann am Anfang der Heimfahrt rum. Wir kommen dennoch gut durch. Wir fahren dann dekandent mit Auto zum Einkaufen. Renia kocht heute lecker und auch die Kinder essen das Abendessen. So gibt es anschließend noch etwas Eis. Etwas für uns, die Kinder bekommen richtig viel. Dann wird noch im Garten gemeinsam gespielt und um halb neun geht es in Richtung Dusche und ins Bett.

Regentag:

Wie geplant fängt es morgens fast auf die Minute genau an zu regnen. Nachdem die Kinder dann auch wach sind, dürfen sie etwas Fernsehen. So eine gute Idee ist das nicht, weil – zumindest bei Olek – das Umschalten schwerfällt. Mir ist heute erstmals im Urlaub langweilig. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Kinder sich auch alleine beschäftigen können und als dann noch der Besuch aus dem Nachbarhaus da ist, habe ich gar nichts mehr zu tun. Also nerve ich Renia. Mittags gelingt es uns dann, wieder die Viererbelegung herzustellen. Wir wollen dann einen Spaziergang machen. Zwischendrin fängt es noch mal richtig an zu regnen, so dass wir eigentlich umkehren wollen, aber es ist nur noch ein Schauer. So ziehen wir weiter zur Marina. Wir füttern Enten und dann die Kinder, die mit Aufenthalten in Restaurants so gar nichts anzufangen wissen. Wenigstens der Spielplatz dort kann gefallen. Am späten Nachmittag lässt sich zum ersten Mal die Sonne blicken. Wir ziehen weiter zum Strand, wo uns große Wellen begrüßen. Dieses Bild mit dem nassen Strand und den hohen Wellen ist schon faszinierend. Am Ende sind auch beide Kinder untenrum nass und wir tippeln nach Hause. Während die Kinder spielen, flitze ich noch mal schnell zu Polo und wir können essen. Dann wird noch mal gespielt, Zoey zeigt große Akrobatik auf dem Trampolin und Olek am Ball. Kurz vor halb neun machen wir uns bettfertig. Inzwischen stürmt es draußen doch ordentlich.

Shopping:

Die Nacht ist laut und unruhig. Regen und Sturm peitschen gegen das Dach. Olek wird irgendwann wach, erklärt aber, dass nur Mimmi Angst hat. Kuscheln will er dennoch mit Mama. Zoey lässt sich davon nicht beirren, sie schläft. Am Morgen dann schleichen sich die Frauen gegen acht Uhr aus dem Haus. Renata nimmt Zoey heute mit zum Yoga. So haben wir Männer ein wenig Zeit für uns. Für den kleinen Mann gibt es Cornflakes und dann malen wir gemeinsam in seinem Dino-Malbuch bis die Frauen kommen. Es gibt dann ein kurzes Frühstück und dann gehen die Kinder spielen. Wir entscheiden uns heute für die Shopping-Variante und fahren nach Koszalin. Unsere notwendigen Besorgungen, wie Schuhe für die Kinder, können wir schnell abschließen. Und auch ansonsten kommen wir halbwegs gut durch. Gegen 17:00 Uhr treten wir die Heimreise an. Daheim dürfen die Kinder Fernsehen und essen. Dann spazieren wir nochmal in Richtung Strand für Eis und halt den Strand. Um 21:00 Uhr ist heute Feierabend. Als Highlight für alle Nachteulen gibt es ein Konzert und ein kleines Feuerwerk.

Stein über die Schnur:

Heute ist endlich wieder besseres Wetter, immer noch windig, aber wärmer. Auch die Eiszeit der Eltern erwärmt sich schnell. Zoey ist kurz nach sieben Uhr wach, erklärt mir, dass die Haarperlen leuchten und hört dann erst Basia und Schneewittchen. Als wir dann aufstehen, sind auch schon die Nachbarskinder draußen. Unsere folgen sogleich. Es geht so lange gut, bis es Streit um den Ball gibt. Die nächste halbe Stunde ist dann Wutanfall von Zoey. Das kostet wieder viel Kraft, aber ich finde dennoch, dass wir es gelöst haben. Nach dem Frühstück kommt unser Besuch. Angela und Adaś kommen vorbei. Nach kurzem Spiel daheim geht es zur Marina. Es ist immer noch windig, dennoch fahren wir heute Tretboot. Das ist anstrengend, aber die Kite-Surfer um uns herum bieten eine interessiere Show. Eine komplette Stunde schaffen wir nicht. Dafür geht es dann auf den Spielplatz und wir ordern Pizza. Dann wartet auch schon der Strand. Unsere Nachbarn sind auch alle da. Zoey hat den nächsten Wutanfall, weil Renia das falsche Eis mitgebracht hat und auch schon zweimal daran geleckt hat. Ich versuche, zu moderieren und zu trösten. Olek spielt derweil auf dem Volleyball-Feld in Ermangelung eines Balles mit Steinen. Kurz nach sechs Uhr geht es heim. Angela und Adaś fahren wieder los und lassen den Abend auf dem heimischen Spielplatz ausklingen. Beim Einschlafen haben die Kinder dann noch viel Redebedarf, kurz nach neun Uhr ist dann aber Ruhe.

Abschiede:

Heute ist dann Abschied angesagt. Dorotka verlässt die Anlage und viel schlimmer noch für unsere Zoey, Hanna, Adam und Familie brechen heute auf, um erst noch eine Woche bei ihrer Babcia in Warszawa zu verbringen und dann nach Cambridge zurückzukehren. Zoey ist doll traurig und weint sogar, Olek ist es egal, er kommt klar. Ich denke, man sieht sich nochmal wieder. Kurz vor eins trennen wir uns dann. Die Mädels gehen zum Strand, wir Jungs fahren nach Darłowo zum Fußball. Olek hält gut durch. Nur sein Fußballspiel macht ihm heute keinen Spaß. Der Ball ist zu leicht, der Wind zu stark. Um vier sind wir wieder daheim. Es gibt Essen, zumindest versuchen wir das. Olek bockt. Irgendwann klappt es. Dann geht es noch mal gemeinsam zum Strand und das auch lange und ausführlich. Heute ist endlich wieder richtig gutes Wetter. Den Sonnenuntergang sehen wir auch noch. Um halb zehn schlafen alle.

Des einen Freud, ist des anderen Leid:

Eigentlich hatte ich gesagt, dass ich mit allem außer lauter Musik leben kann; so lange die Kinder nicht wach werden. Aber nachdem meine Entspannungsmusik durch ist, es ist inzwischen kurz vor eins ist und sich bei den Nachbarn kein Ende des Dialogs abzeichnet, weise ich mal freundlich darauf hin, dass die Wände hier sehr dünn sind und wir mit dem Kopf und Ohren im Gesprächszirkel liegen. Dank der Ohrstöpsel und wohl auch des endenden Gesprächs ist dann wenigstens noch Schlaf bis halb acht drin. Der Morgen ist dann erst warm und plötzlich gibt es einen Wolkenbruch. Das ist spannend hier oben. Es kühlt sich etwas ab und so war mein Plan, heute mit der Familie nach Sycewice zum Fußball zu fahren wohl goldrichtig. Der Sportplatz ist dabei auch soweit gut passend. Wir sehen heute ein 2:0. Die Kinder beschäftigen sich gut. Dann geht es weiter nach Sławno. Die kleine Kreisstadt ist bereits Teil unserer Geschichte, weil wir bereits 2020 dort waren. Es hat sich eine Menge geändert. Wir sind erst auch dem Spielplatz und dann erkunden Olek und ich noch die Umgebung. Dann geht es zurück zur Unterkunft. Es gibt einen Happen zu essen und dann geht es an den Strand. Olek ist sichtlich erleichtert, als dort rote Flaggen gehisst sind, Zoey ist traurig, dass sie nicht ins Wasser kann. Wir machen wie immer das beste daraus. Auf dem Rückweg darf Zoey noch mal das große Trampolin springen, es gibt ein letztes Eis aus einer privaten Manufaktur. Während wir packen, sind die Kinder auf dem Gelände unterwegs. Dann wird noch gelesen und geduscht und der Nachtschlaf eingeleitet.

Rückreise:

Die Nacht ist extern ruhig, die laute Nachbarschaft hat sich wohl für einen Restaurantbesuch und ein dortiges Betrinken entschieden und so schlafen wir dann schon. Um vier Uhr muss Zoey auf Toilette, was sie mit schluchzen anzeigt. Weil es dunkel ist, begleite ich sie einfach nach unten. Heute wird bis acht Uhr geschlafen. Ich verrate Renata nicht, dass ich einen Wecker gestellt habe. Die Kinder scheuchen wir dann gleich raus und packen in Ruhe die Sachen zu Ende und verstauen alles im Auto. Nach dem Frühstück geht es los, aber zunächst in Richtung Strand, denn heute ist nochmal gutes Badewetter! Während sich der männliche Nachwuchs in sicherer Entfernung zum Wasser aufhält, ist das Tochterherz gleich mittendrin. Ich muss natürlich auch. Um Punkt 14:00 Uhr starten wir in Richtung zu Hause. Mit zwei Pausen kommen wir Richtung gut durch und erreichen unser Haus um 18:45 Uhr. Die Fahrt ist auch deutlich erträglicher als die Hinreise. Unsere Nachbarn begrüßen uns gleich. Ich fahre noch schnell einkaufen, dann bringen wir die Kinder ins Bett, die noch sehr redselig sind. Reiseurlaub ist damit durch.

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