In der Nacht um zwei Uhr muss ich meinen Schlafplatz verlassen. Zoey ist wach und hat schlecht geträumt, also übernimmt sie Renata und ich bleibe bei Olek, der mich erstmal volltextet, dass ich nicht schnarchen soll, um dann selbst loszulegen. So ist die Nacht dann unruhig und um 08:00 Uhr zu Ende. Der ganze Vormittag zuckelt sich dann wieder dahin, so dass wir erst kurz vor elf Uhr loskommen. Die ersten anderthalb Stunden vergehen schnell und unauffällig. Als wir dann aus Myślibórz rausfahren, ist Olek plötzlich schlecht und die große Maus muss halt groß. Bis zum ersten Rastplatz schaffen wir es noch und dann passiert NIX. Zoey ist heute wohl Heimscheißer und an Oleks Überkeit hatte ich eh Zweifel. Klar, das Gehuste geht auf den Bauch und viel gegessen hat er auch nicht. Ich baue den Kindersitz nach vorne und Renata zieht nach hinten. Kurz vor halb vier kommen wir in Kołobrzeg an. Das Hotel, wo unser Apartment ist, wirkt in die Jahre gekommen, aber aufgrund der Belegung mit vor allem deutschen Rentnern, macht es einen ruhigen Eindruck. Das Zimmer ist okay. Der kleine Pool ausreichend für meine Schwimmanfängerin und das Abendessen macht am ersten Abend auch einen okayen Eindruck. Renata und Olek kaufen noch Zahnbürsten, die so lange leuchten, wie man putzen soll. Was es alles so gibt. Und so ist der Anreisetag rum. Renata macht das, was sie am besten kann und schläft mit den Kindern ein.
Die Nacht ist erwartungsgemäß bewegt. Zoey muss des nächtens kackern, Olek hustet immer wieder und das Klapp-Sofa, na ja, ist jetzt auch nicht so bequem. Dazu kommt noch der neuerliche Unsinn mit der Winterzeit. Ich hoffe, dass es ohne großen Jetlag vorübergeht. Auf jeden Fall ist dann morgens alles müde, wir starten dennoch in den Tag und gleich zum Frühstück. Auch heute gilt wieder, durch fehlende Alternativen (Spielräume, etc.) müssen die Kinder bei uns bleiben und so wird sogar gegessen. Ich bin echt ein wenig stolz. Unterstützend für meine Monks kommt dazu, dass wir immer den gleichen Tisch haben. Zwischendrin geht es noch mal für ein großes Geschäft von Olek nach oben. Wir benutzen den „Ding Dong“ wie Olek den Fahrstuhl liebevoll getauft hat. Danach geht es an den Strand. Tochter und Vater sind barfuß unterwegs, obgleich es nur bis zu den Waden fürs Wasser reicht. Der restliche Teil ist nicht so hart. Es geht auf den Molo und schon beginnt der tägliche Kampf ums Essen. Eine Frau und zwei Kinder, die siebenunddreißig kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt gewöhnt sind, wollen halt auch versorgt werden. Es gibt Hot Dog. Nach einem kurzen Stopp im Hotel geht es zum Derby nach Sławoborze gegen Świdwin. Eine launige Polizistin verzögert ein wenig die Anreise. Wir entgehen aber einer Verhaftung. Der Boisko hat einen Spielplatz und so sind die Kinder versorgt. Da auch der Regen bis nach Spielende wartet, ist alles gut. Wir fahren noch fix einkaufen und dann zurück ins Hotel. Dort schart das große Kind schon wieder mit den Hufen. Also geht es ins Basen. Wir üben schwimmen. Zum Abendessen hängen dann beide Kinder durch. Aber wir bekommen es noch gut über die Bühne. Dann ist der Tag rum.
Es geht heute bereits um halb sechs morgens wieder los. Die Große muss pullern. Und so hören wir noch etwas Ella, bevor alle wach sind, so eine Stunde später. Die neue Woche hat begonnen. Es kehrt Leben in den Alltag. Nach dem Frühstück starten wir in die Stadt. Von dem Aspekt her ist es gut, Kołobrzeg gewählt zu haben. Hier ist wenigstens Stadt. Es geht durchs Zentrum über den tollen Spielplatz in Richtung Strand. Im Café gibt es einen Eisbecher und dann danach die Ostsee. Wir besuchen das Haus, was auf dem Kopf steht. Okay, aber jetzt nicht so das Ding. Auf dem Weg nach Hause gibt es noch mal Essen und etwas geshoppt wird auch, obwohl wir echt blank sind. Die Kinder sind müde, haben aber den Fußmarsch gut gemeistert. Etwas Fernsehen lindert die Strapazen bevor es für alle vier in den Pool geht. Selbst Olek geht mit ins Wasser. Schon toll. Dann geht es zum Essen und auch schon wieder ins Bett. Für morgen müssen wir uns dann noch Gedanken machen, wie wir den Tag organisieren.
Also die Nacht ist dann wieder bewegt. Der kleine Mann hustet in schöner Regelmäßigkeit. Allerdings ist es Abhusten. Nerven tut es dennoch und Sorgen bereitet es trotzdem. Ich will nicht, dass es wieder schlimmer wird. Und so kostet es auch alle Schlaf. Morgens und tagsüber ist dann wieder alles okay. Den Tag bekommen wir richtig gut hin, finde ich. Nach dem Frühstück geht es in die Salzgrotte. Es ist in unserem Paket mit drin, tut Olek bestimmt gut und die Kinder haben Spaß, im Salz herumzubuddeln. Da es heute den ganzen Tag lang regnet, finden wir einen Indoor-Spielplatz. Die Kinder haben Spaß. Und wir irgendwie auch. Leckeres polnisches Mittagessen rundet die Bäuche und den Tag ab. Ich darf zu 17:00 Uhr zum Fußball. Kotwica spielt im Pokal und verliert leider. Ich bringe den Club nicht so viel Glück. Meine drei Lieblingsmenschen haben derweil das Abendessen schon eingenommen. Ich esse auch noch schnell, dann geht es ins Bett.
Nachdem nunmehr ein Kind auf dem wirklichen Weg der Besserung ist, zumindest kann man es an der Hustenfrequenz erahnen, fängt nun das nächste Kind an. Zoey erklärt heute Morgen, dass ihr übel ist und sie nach Hause möchte. Ihre sehr emphatische Mutter kämpft sich derweil noch an dem Thema des fehlenden Nachtschlafes ab, was sicherlich schlimm ist, aber anscheinend seine Ursachen hat. So frühstücken wir heute in Etappen. Auch danach geht es in Trennung weiter. Während Renata mit Olek in die Salzgrotte geht, bin ich bei Zoey und motiviere sie, keine Angst vor dem Übergeben zu haben. Dies passiert dann erst als mit Olek kurz zu Kaufland gehe. Zoey schläft dann, ich laufe mit Olek zum Strand. Es gibt Hotdog bei Żabka und auch eine Portion Eis. Als wir wieder zurück sind, hat Zoey etwas Kraft. Wir gehen noch kurz spazieren. Für mehr reicht es leider nicht. Das Fieber steigt und die Übelkeit ist wieder da. Während des Abendessens, Zoey will unbedingt mit runter, kommt auch etwas Appetit wieder. Oben wird noch gelesen und dann geschlafen.
Zweimal übergibt sich die Prinzessin noch am Morgen. Ich halte mich im Hintergrund, damit nicht auch noch Olek wach wird. Der kleine Mann hat eh einen Magneten im Körper und wandert mir im Bett hinterher. So ist dann heute Morgen wieder ein Stimmungstief. Die Sachen sind schnell gepackt, wir frühstücken noch ein letztes Mal. Und um kurz vor elf geht es ein letztes Mal an den Strand. Die Möwen werden gefüttert und die frechen Vögel schnappen sich dann gleich noch Oleks Brötchen, was er essen wollte. Großes Drama. Wir starten um halb eins nach ZS, die Sachen abholen, die vor zwei Wochen dort geblieben sind und entscheiden dann wirklich spontan auf flehendes Bitten unserer Tochter hin, dass wir doch zu Oma zum Halloween fahren. Sie ist zwar schwach auf den Beinen, aber zieht es durch. Olek bleibt lieber daheim. Die Halloween-Runde findet mit der Tochter meiner Cousine statt. Es gibt noch ein gemeinsames Abendessen, dann treten wir den Heimweg an. Die Kinder schlafen schnell ein und wir kommen gut durch. Leider habe ich zwei Packungen Milchreis bei der Heimfahrt falsch eingepackt. Sie sind kaputt, was zu einer großen Krise führt. Auch die Taschen bringe ich nicht gleich ausgepackt nach oben. Ein einfaches Danke, dass ich alle sicher nach Hause gebracht habe und trotz aller Unwägbarkeiten doch alles reibungslos verläuft, ist nicht drin. Keine Ahnung, warum ich weiterhin so doof bin, als Fußabtreter der Nation zu fungieren. Keine Ahnung… Das ist dann der Herbsturlaub 2024 gewesen. Ein Haufen Stress und wenig Erholung.