Tag 1

Es ist uns tatsächlich gelungen. Es sind alle Eitelkeiten hintenangestellt und wir sind auf dem Weg in den Urlaub. Wir nehmen die Herausforderung an und spekulieren auf gutes Wetter. Um 11.40 Uhr fahren wir los. Es dauert ein wenig mit Stau in Kostrzyn und um Szczeciń herum, aber um 16.30 Uhr sind wir da. Und die Unterkunft, die die liebe Frau gefunden hat, macht auf ein ersten Blick einen guten Eindruck. Nach einem kurzen Ankommen geht es gleich noch mal ins Auto und wir fahren zur Ostsee. Und verrückt wie die Maus ist, geht es auch gleich ins Wasser. Wir sind an dem Strand, der schon in den letzten Jahren gut war, in Sianozęty. Nach einem kurzen Einkauf geht es nach Hause und um 21.00 Uhr ins Bett. 

Tag 2

Zoey hat schnell eine Freundin vor Ort gefunden. Lena ist etwas älter, hat aber gleiche Interessen. So wird ausführlich jede Ecke des Gartens erkundet. Olek benötigt etwas, bevor er Anschluss findet. Die Sprachbarriere ist ihm im Weg. Es geht dann wieder zum Strand. Als ich Olek mit ins Wasser nehme, gibt es großen Widerstand auf meinem Arm. Er hat Angst und will wieder raus, um sich anschließend immer weiter selbst dem Wasser anzunähern. Irgendwann steht er bis zu den Knien im Wasser und ist stolz. Sonnenbrand gibt es heute für die beiden Kinder und die Frau inklusive. Nach unserer Rückkehr wird noch mit den anderen Kindern gespielt, bevor alle richtig fertig ins Bett fallen.

Tag 3 

Heute wird erst kurz nach acht Uhr geweckt. Die Frauen sind zwar früher wach, schlafen aber noch einmal ein. Nach dem Frühstück sind die Kinder schon wieder draußen. Der Tag beginnt für mich in Langeweile. Als auch Olek nach zweimal gegen den Ball treten mitteilt, er mag nicht mehr, habe ich auch nichts zu tun. Renia will mich dann schon an die Gärtnerin verkaufen, aber so schlimm ist es dann nicht. Das übliche Problem, wenn kein Plan da ist, äußert sich dann in Unmut aller Beteiligten. Oder andersrum ist es besser ausgedrückt. Heute soll Strandpause sein. Das ist klar. Mein Vorschlag ist Koszalin, wo wir ein wenig shoppen wollen. Dies wird dann auch umgesetzt. Mit dem Drachen Kokosnuss geht es rüber. Ein wenig Geld bleibt im Einkaufszentrum. Zoey holt sich einen Drachen aus dem 3D – Drucker, Olek ein Flugzeug und ein paar Schuhe. Dazu gibt es noch Zeitungen, Bücher und Kosmetik. Anschließend geht es in Richtung Strand, damit Zoey einen Zopf geflochten bekommt. Eigentlich will ich mit Olek zum Fußball, aber er soll pausieren und bleibt daheim. Und so sind die Kinder spielen bis in den Abend rein. Als ich wieder da bin, sitzen sie mampfend vor dem Fernseher. Und dann geht es auch ins Bett. 

Tag 4

Das kleine Kind hustet vereinzelt und auch die Atemdruck-Messung zeigt Tendenzen auf. Fieber hat er keins. Und auch ansonsten ist er tapfer. Heute wird es richtig heiß. Gut, dass wir am Meer sind. Das dosieren wir heute allerdings ein wenig und schauen uns noch ein Naturdenkmal an. Eine nicht so gute Idee, wie sich rausstellt, weil da überall Mücken sind. Dann gibt es Mittagessen. Und dann sind wir endlich am Wasser. Leider sind heute Massen an Quallen im Wasser und da müssen wir erstmal durch. Nachdem die Angst überwunden ist, ist es okay. Olek buddelt heute und ist nicht in Richtung Wasser zu überzeugen. Muss er auch nicht. Gegen halb sieben fahren wir wieder zurück zur Unterkunft. Die Kinder gehen gleich spielen, es gibt noch Abendessen und dann ist der Tag rum. 

Tag 5

Die Nacht ist für die Mädels gegen halb drei einmal unterbrochen. Neue Nachbarn ziehen. Neben mir hustet es immer mal wieder, aber der kleine Mann ist stabil. Morgens heißt es dann Sachen packen und Abschied nehmen. Für Zoey ist es nicht einfach, aber wir müssen da durch. Es geht kurz nach elf Uhr los in Richtung Kopań. Dort kommen wir gegen 13.00 Uhr an. Die Gastgeberin begrüßt uns freundlich. Die Anlage macht einen guten Eindruck. Es sind auch viele Kinder vor Ort. Olek stabilisieren wir weiter mit seiner Notfallmedikametation. Da es wieder sehr heiß ist, brechen wir nach dem Ankommen auch gleich zum Strand auf. Und der ist sehr natürlich. Da Feiertag ist Polen ist, ist ordentlich Betrieb, aber es verteilt sich gut am Strand. Das Wasser ist heute klar, aber der Einstieg sehr steinig. Irgendwann traut sich auch Olek ein wenig ins Wasser. Wir sammeln Steine aus dem Wasser und er hilft fleißig mit. Zoey ist kaum aus dem Wasser zu kriegen. Um 18.00 Uhr geht es zurück. Es gibt ein Eis für die Familie und dann sind die Kinder gleich wieder spielen. Ich organisiere uns etwas zu Essen. Es ist nicht so leicht, die Kinder wieder ins Haus zu kriegen, vor allem, weil sie eh nicht hören und zudem noch alle anderen Kinder noch draußen sind. Um 21.00 Uhr sind dann alle bettfertig. Der Übergang ist geschafft. 

Tag 6

Am heutigen Morgen drängeln kurioserweise gleich beide Kinder darauf, in den Whirlpool zu dürfen und da hocken sie dann auch alsbald beide drin. Der Tag heute ist merklich kühler. Im Hintergrund rauscht die Ostsee. Die Kinder sind zwischen erstem und zweitem Frühstück draußen spielen. Dann geht es zum Einkaufen. Damit sind die Vorräte für die nächsten Tage wieder aufgefüllt. Nach dem Mittagessen geht es zum Strand. Olek bekommt endlich seine Wasserpistole. Zoey ist etwas enttäuscht, weil die Wellen so hoch sind, dass sie nicht ins Wasser kann. Aber sie bekommt die Zeit auch so gut rum. Auch zwei Spaziergänge am Strand sind drin. Zwischendurch flitze ich noch einmal nach Hause, weil Olek zu nass geworden ist. Dann halten wir bis 18.00 Uhr durch. Die Kinder sind dann wieder spielen. Nach dem Abendessen dürfen sie noch Fernsehen. Und dann ist der Tag auch wieder rum. Olek bekommt noch alle Medikamente für die Nacht in der Hoffnung, dass es morgen endlich besser ist. 

Tag 7 

Der Tag beginnt mit der medizinischen Versorgung Oleks. Dann geht der kleine Mann gleich raus, bevor überhaupt unten ist. Sie folgt aber alsbald. Mittagessen wird vormittags bereits gekocht. Gegen große Widerstände der Kinder geht es aufs Dorf zum Fußball. Dort ist zum Glück gleich in Sichtweite ein toller Spielplatz, womit alle versorgt sind. Als wir dann zurückkommen, gibt es Essen und dann gehen die Kinder wieder raus. Man muss sie dann schon überzeugen, dass sie mit uns zum Strand kommen. Meine Laune ist im Keller, weil diese ständigen Diskussionen nerven. Am Strand dann sind heute wieder große Wellen, aber Zoey und ich trauen uns hinein und genießen das Wasser ins vollen Zügen. Olek darf mit seiner Wasserpistole rumspritzen. Um 18.00 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Es gibt Eis und dann sind die Kinder wieder spielen. Wir dürfen uns noch ein anderes Haus anschauen und Olek spielt mit den anderen Jungs Fußball. Er kann sich kaum lösen. Zum Abendessen ist dann der Ofen schon aus. Das Fernsehen anschließend ist eigentlich schon zu viel. So wird es wieder 21.00 Uhr, als alle im Bett sind. 

Tag 8

Olek schläft heute so richtig aus. Es tut ihm aber auch einmal gut. Um mich rum, sind wenigstens zwei Leute, die besseres Polnisch können als ich und trotzdem muss ich morgens Brötchen kaufen gehen. Um halb elf brechen wir nach Dąbki auf, um an unseren alten Unterkunft Kasia, Frank und die Kinder zu treffen und dann die Tour aus dem letzten Jahr zu wiederholen. So geht es mit dem Bus nach Darłowo, um dort zu speisen und dann mit dem Boot nach Darłówko zu fahren. Dort geht es auf die Promenade und auch sonst lassen wir es uns gut gehen. Für die Kinder sind es in der Summe zu viele Eindrücke. Der Tag endet mit Maulerei und noch einmal im Jacuzzi. Um 21.00 Uhr wird wieder geschlafen. 

Tag 9

Es geht schon früh in den sonnigen Morgen. Die ersten Kinder sind draußen. Heute holen Renia und Olek die Brötchen. Ich sauge unser Erdgeschoss. Olek ist weiter maulig. Mir tut weiter das Ohr weh. Trotzdem schaffen wir es mittags zum Strand. Wir buddeln tolle Sachen und Zoey plantscht in den Wellen. Das Abendessen gibt es heute bei der Burgerbude. Olek muss mal wieder unterwegs aufs Klo und da steht die Dixie-Variante. Zum Abschluss geht es noch einmal zum Strand, den Sonnenuntergang anschauen. 

Tag 10

Um 07.00 Uhr klingelt heute mein Wecker, weil meine Schlafpartnerin gerne früh zum Strand möchte, um Bernstein zu sammeln. Der Strand ist leer und so gibt es leider auch nur vereinzelt Muscheln. Wir legen ordentlich Strecke zurück und sind um halb acht wieder da. Es gibt erst einmal Tee und Kakao. Dann wird Fußball gespielt. Olek macht das gut und schnappt jede Menge Vokabeln von den Jungs auf. Nach dem Frühstück geht es weiter nach Darłowo. Wir versuchen unser Glück beim Arzt. Falls irgendwann mal wieder jemand über die medizinische Versorgung in Deutschland schimpft, sollte er nie in Polen eine (vermutete) Mittelohrentzündung haben. Ja, das Hausarztsystem kennen wir noch, aber den Hausarzt hat mal halt Tourist nicht. Wir essen wenigstens noch eine Waffel und Eis und dann geht es nach dem Einkauf zurück in die Unterkunft. Die Kinder spielen, irgendwann auch Ubongo und Uno. Und zum krönendem Abschluss gibt es eine Radtour zum Strand. Hinzu maulen die Kinder um die Wette. Nach dem entspannenden Buddeln wird die Rückfahrt besser. Olek klingelt was das Zeug hält und stürzt auch zweimal, aber fährt dann solide bis nach Hause. Meine Drei gehen noch in den Whirlpool. Dann wird gegessen und geschlafen. 

Tag 11

Es ist Donnerstag und die Erkältung ist bei mir weiter in Anbahnung, aber schlimmer wird es nicht. Die Ohrenschmerzen werden auch besser und dann ist auch gut. Die Kinder dürfen heute Morgen gleich Fernsehen. Zoey holt uns heute die Frühstücksbrötchen. Stolz meistert sie Weg und Bestellung. Der Vormittag zuckelt sich dann so hin. Spiel draußen wechselt sich mit Uno und Ubongo ab. Maks kommt vorbei und dann geht es zum Strand. Olek und ich buddeln. Zoey findet mit Ola schnell jemanden zum Spielen und Baden. Kurz vor drei geht es heim und dann weiter nach Dąbki zu Kasia und Frank. Der Whirlpool ist schon geheizt und bald läuft auch der Grill. Die Kinder spielen. Der Hund Toffee ist der Star, vor allem für Olek. Um halb neun geht es dann heim. Es ist kalt und spät geworden. 

Tag 12

Wir hatten bislang wirklich Glück, das Wetter war immer perfekt. Und wer es bislang noch nicht so wahrgenommen hatte, konnte heute einmal das Kontrastprogramm erfahren. Stürmische Winde, ab und an Regen und Temperaturen, die man wohl eher im Herbst erwarten würde. Es stürmt heute zeitweise gewaltig. Und so heißt es dann frieren, als ich meinen Beobachtungsposten beziehe, während Zoey heute Brötchen, Milch und Reiswaffeln holt. Es klappt aber wieder gut. Zum Strand geht es vormittags noch nicht. Wir bleiben bei uns. Die Kinder spielen, auch Maks ist wieder da. Und im ersten Regen des Tages weihen wir unser neues Ubongo ein. Nach dem Mittagessen wird Fernsehen geschaut und am frühen Nachmittag geht es zum Strand. Wir folgen seiner Einladung und gehen spazieren. Als erstes finden wir eine Flaschenpost. In einer Situation wird Olek von einer Welle erfasst und ich versuche, ihn aus der Position zu schreien, was nicht gut ist, weil es ihn überfordert. In der Situation habe ich einfach nur Angst um meinen Sohn gehabt. Die Reaktion war wohl nicht die beste, aber die Generalabrechnung im Nachgang auch nicht nötig. Und all die Dinge, die ich da wieder hören durfte, sehe ich nicht so. Und verdammt nochmal, ich bin ein Wassermann und brauche Struktur und dazu bin ich aktuell krank. Der Rest ist ruhig. Wir spazieren zurück, die Kinder bekommen ein Eis und dann sind wir daheim. Ich fahre noch Tanken und Einkaufen. Nach dem Essen dürfen die Kinder noch zwei Folgen Leonardo da Vinci schauen, bevor es ein letztes Mal hier ins Bett geht. Olek hat ein wenig Angst aufgrund des Windes, schläft aber dennoch zügig ein. 

Tag 13

Die Nacht ist bewegt. Einerseits turnt Olek auf mir herum. Er macht dies auf seine liebenswürdige Art und Weise, dass man nicht böse sein kann. Dennoch bringt es einen akustisch zurück in den Sturm. Es regnet und stürmt ordentlich. Andererseits ist unsere liebe Tochter ab zwei Uhr wach und kann ihren Abschiedsschmerz nur schwer kompensieren. Bis halb fünf hält sie Renia wach. Der Morgen bringt weiteren Regen. Zoey holt mit Regenschirm bewaffnet wieder Brötchen vom LKW-Laden. Dann gehe ich noch einmal mit Olek zum Automaten, wo auch er sich noch etwas aussuchen darf. Es wird gefrühstückt und gepackt. Erstaunlich ruhig geht alles von statten. Die Kinder spielen draußen noch mit Iwo und Maks, dann heißt es Abschied nehmen. Ein letztes Mal geht es zur Ostsee; wir versuchen die Flaschenpost wieder ins Meer zu bringen. Und gegen 11.15 Uhr geht es mit Drachen Kokusnuss, Robin Hood und Ella fünf Stunden lang plus Pausen wieder heim. Die Heimfahrt ist bis auf einen kurzen Moment, in welchem Olek nicht mit den Deckel des Kakaos klarkommt, entspannt. Bei unserer Ankunft daheim um 17.30 Uhr scheint sogar die Sonne. Die Nachbarn erwarten uns schon freudig. Ich fahre schnell einkaufen, während der Rest ankommt. Nach der Badewanne wird gegessen und dann geht es mal früher ins Bett. 

Epilog

Um 07.30 Uhr pustet es in meinen Nacken. Wir schauen uns ein paar Monstertrucks bei YouTube an, um die Ausmalbilder abzugleichen. Der kleine Prinz ist wach. Wir gehen runter und auch die Mädels folgen alsbald. Der Tag gehört den Nacharbeiten, wie Wäsche waschen, wegräumen und einfach mal ankommen. Es gilt die üblichen Undiszipliniertheiten beim Essen auszuhalten. Beim Aufsammeln der zig Äpfel im Garten helfen die Kinder fleißig mit. Dann ist oben wieder Klarschiff. Am Nachmittag geht es noch auf den Spielplatz nach FSL und wartet schon Emilia. Die Kinder spielen Gummihopse, was auch andere Kinder und Eltern anzieht, weil so etwas simples heute nicht mehr gemacht wird. Olek klettert und rutscht. Abends wird noch kurz Fußball gespielt und dann geht es auch ins Bett. Der Alltag hat uns bald wieder. Grund genug für Frau wieder Streitigkeiten anzufangen. Es war leider nicht anders zu erwarten. SCHADE !!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.